Mit mehr als 300.000 Mitgliedern, die der katholischen Kirche den Rücken zeigten, bleibt die Zahl auch 2025 weiterhin hoch. Dennoch zeigen die Austrittszahlen eine leicht rückläufige Tendenz. Insgesamt gehören damit noch rund 19,2 Millionen Katholiken – etwa 23 Prozent der Bevölkerung – der katholischen Kirche an. Während sich der Mitgliederschwund weiter fortsetzt, sieht die Deutsche Bischofskonferenz zugleich erste Anzeichen einer Stabilisierung bei Gottesdienstbesuchen sowie bei den Sakramentenfeiern für Kinder und Jugendliche.
Leichte Stabilisierung trotz rückläufiger Mitgliederzahlen
Wie aus den veröffentlichten Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht, zeigt sich trotz schwindender Mitgliederzahlen bei der aktiven Beteiligung am kirchlichen Leben eine leichte Stabilisierung. Demnach ist der Anteil der Gottesdienstbesucher das dritte Jahr in Folge gestiegen und liegt nun bei 6,8 Prozent, nach 6,6 Prozent im Vorjahr. Auch die Zahlen bei Erstkommunion und Firmung blieben mit rund 152.000 beziehungsweise 105.000 Feiern nahezu konstant, was die weiterhin tragende Rolle kirchlicher Bildungs- und Begleitangebote bestärkt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, wertete den Trend als positives Signal und sprach von einem „leichten, aber ermutigenden Zuwachs“ beim Gottesdienstbesuch.
Betrachtet man die Zahlen genauer, relativiert sich der prozentuale Anstieg beim Gottesdienstbesuch. 2025 nahmen 1,304 Millionen Gläubige an der Messe teil, während es im Vorjahr noch 1,306 Millionen Teilnehmer waren. Der Anstieg auf 6,8 Prozent erklärt sich damit vor allem durch den Rückgang der Gesamtzahl der Katholiken. Vor diesem Hintergrund bedauert Bischof Heiner Wilmer jeden Austritt: „Wir werden weniger Christinnen und Christen in Deutschland, doch das hält uns nicht davon ab, mit großem persönlichen Einsatz Zeugnis unseres Glaubens zu geben.“
Kirchliches Leben ohne Ehrenamtliche kaum möglich
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen nun sechs Bistümer einen zweistelligen Anteil an Gottesdienstbesuchern: Dresden-Meißen, Eichstätt, Erfurt, Görlitz, Magdeburg und Regensburg – darunter vier ostdeutsche Diaspora-Bistümer und zwei aus Bayern. Leicht gestiegen sind auch die Zahlen bei Wiederaufnahmen und Neueintritten in die Kirche, jeweils um weniger als 750 Personen, während die Kirchenaustritte von über 321.000 auf rund 307.000 zurückgingen – ein Trend, der sich seit einigen Jahren fortsetzt.
Bischof Heiner Wilmer lenkte zudem den Blick auf das „unsichtbare Rückgrat“ der Kirche: rund 600.000 Ehrenamtliche, ohne die kirchliches Leben in Deutschland kaum denkbar wäre. Trotz der Herausforderungen rief er zu Zuversicht auf und betonte die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen, auch in ökumenischer Verbundenheit, um das Christsein in der Gesellschaft weiterhin sichtbar und akzeptiert zu machen.
