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„Dein Reich komme“: Bischof Christian Würtz im Bistum Eichstätt ins Amt eingeführt

Im voll besetzten Eichstätter Dom wurde Christian Würtz als neuer Bischof eingeführt. Sein Wahlspruch gibt die Richtung für sein Wirken vor.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
„Dein Reich komme“: Bischof Christian Würtz im Bistum Eichstätt ins Amt eingeführt
(c) Anika Taiber-Groh/pde

Mit 55 Jahren ist er der jüngste katholische Diözesanbischof Deutschlands – und nun steht er an der Spitze des Bistums Eichstätt. Im voll besetzten Dom ist Christian Würtz am Sonntagnachmittag feierlich in sein neues Amt eingeführt worden. Der Freiburger Weihbischof folgt auf Gregor Maria Hanke und setzt gleich zu Beginn einen klaren Akzent: Sein bischöfliches Wirken soll dem Frieden und dem gemeinsamen Aufbau des Reiches Gottes dienen.

Würtz kommt mit klarer Friedensbotschaft

Christian Würtz hat sein neues Amt mit einem klaren Auftrag begonnen: Der 55-Jährige will im Bistum Eichstätt zum Frieden beitragen und die Menschen dazu ermutigen, gemeinsam am „Aufbau des Reiches Gottes“ mitzuwirken.

Im voll besetzten Eichstätter Dom überreichte ihm der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, die päpstliche Ernennungsurkunde. Anschließend nahm Würtz traditionsgemäß auf der Kathedra Platz – dem Bischofssitz in der Kathedrale. Damit vollzog er symbolisch die Besitzergreifung des Bistums.

Zu den Insignien, die der neue Bischof erhielt, gehört neben dem Hirtenstab auch das sogenannte Rationale. Der Schulterschmuck wird über dem Messgewand getragen und ist eine Besonderheit: Nur in drei weiteren Bistümern Europas wird diese Tradition noch gepflegt.

Würtz ist der derzeit jüngste katholische Diözesanbischof Deutschlands. Der promovierte Theologe und Jurist folgt auf Gregor Maria Hanke, der im vergangenen Jahr vorzeitig aus dem Amt ausgeschieden war. Das Bistum Eichstätt, das im 8. Jahrhundert vom aus England stammenden Missionar Willibald gegründet wurde, zählt heute mehr als 330.000 Katholiken.

In seiner Predigt griff Würtz eine Empfehlung des Apostels Paulus an die frühen christlichen Gemeinden auf. Er wolle „zum Frieden beitragen“, sagte der neue Bischof. Zugleich betonte er, dass er diese Aufgabe nicht allein angehen müsse. Seit seiner Ernennung habe er erfahren, dass sich im Bistum viele Menschen für den Frieden engagierten – „durch ihr Gebet wie durch ihr aktives Tun“.

Auch Rückschläge und Mühen dürften dabei nicht entmutigen. Selbst wenn der gewünschte Erfolg ausbleibe, wolle er dazu einladen, „weiter am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken“. Sein Wahlspruch „Adveniat regnum tuum“ – „Dein Reich komme“ – gibt dabei die Richtung vor.

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Rund 180 Bischöfe, Priester und Diakone aus dem In- und Ausland begleiteten die Amtseinführung. Dem Festgottesdienst stand der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl vor. Auch die bayerische Landespolitik war prominent vertreten: Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) nahmen an der Feier teil.

Für die Deutsche Bischofskonferenz gratulierte deren stellvertretender Vorsitzender, der Fuldaer Bischof Michael Gerber. Würtz bringe gute Voraussetzungen für seine neue Aufgabe mit, sagte Gerber: „55 Jahre jung, 20 Jahre als Priester tätig, sieben Jahre Erfahrungen als Weihbischof in Freiburg“ – daraus könnten „viele segensreiche Jahre“ im Bistum Eichstätt werden. Zugleich hob er den „feinen Humor“ des neuen Bischofs und dessen ausgeprägte theologische Argumentationskraft hervor.

Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx hieß Würtz in der Freisinger Bischofskonferenz willkommen. Mit einem Augenzwinkern verwies er auf dessen Herkunft aus Westfalen und versicherte ihm, in Bayern könne man „wunderbar leben“. Sein Versprechen: „Das Herz ist offen, du wirst hier Heimat finden.“

Söder verband seine Glückwünsche mit einem politischen Appell. Das christlich-abendländische Wertefundament könne aus seiner Sicht einen Beitrag zu „Friede, Freiheit und Demokratie“ leisten. Dazu gehöre vor allem der Respekt vor dem Einzelnen. Zugleich sagte der Ministerpräsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt weiterhin staatliche Unterstützung zu.

An den neuen Bischof richtete Söder eine klare Aufforderung: Würtz solle „loslegen“. Gerade in schwierigen Zeiten brauche es engagierte und mutige Bischöfe, die den Menschen Hoffnung und Zuversicht vermittelten.

Die Laien im Bistum verbinden mit dem Wechsel große Erwartungen. Der neue Diözesanratsvorsitzende Roland Schwab sprach von einem Tag der Freude, auf den viele Menschen mit Spannung, vor allem aber mit Hoffnung gewartet hätten. Ein Neuanfang biete schließlich die Chance, „gemeinsam neue Schritte zu wagen“.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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