Mit einer Meditation über den christlichen Frieden haben im Vatikan die Fastenexerzitien der römischen Kurie begonnen. In der Paulinische Kapelle versammelten sich Papst Leo XIV. und die Leitung der Kurie zu Tagen der geistlichen Einkehr, die – geleitet vom norwegischen Trappistenbischof Erik Varden – unter dem Leitwort „Erleuchtet von einer verborgenen Herrlichkeit“ stehen. Der Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz rief dazu auf, die „Radikalität des christlichen Friedens“ neu zu entdecken und jeder Instrumentalisierung christlicher Begriffe entschieden zu widersprechen. Bis zum 27. Februar prägen täglich zwei Meditationen, Gebet und eucharistische Anbetung das geistliche Programm.
Fastenexerzitien im Vatikan im Zeichen des Friedens
Unter dem Leitwort „Erleuchtet von einer verborgenen Herrlichkeit“, das Erik Varden dem diesjährigen Predigtzyklus gegeben hat, stellte er zum Auftakt den christlichen Friedensbegriff in den Mittelpunkt. Frieden, so der Bischof, sei keine Verheißung eines bequemen Lebens, sondern die Grundlage für eine erneuerte Gesellschaft. Zugleich warnte er davor, christliche Begriffe und Symbole für andere Zwecke zu instrumentalisieren.
In der Fastenzeit gehe es darum, die Radikalität dieses Friedens und seine Verwurzelung in gerechtem und mutigem Selbstopfer zu artikulieren. Varden erinnerte unter den Fresken Michelangelos, die die Kreuzigung des Petrus und die Bekehrung des Paulus zeigen, an ein Wort des Johannes Klimakos: „Es gibt kein größeres Hindernis für die Gegenwart des Heiligen Geistes in uns als den Zorn.“
Da die Paulinische Kapelle relativ klein ist, wurde die Zahl der Teilnehmenden auf die Führungspersönlichkeiten der einzelnen vatikanischen Behörden sowie die in der Ewigen Stadt ansässigen Kardinäle beschränkt. Papst Leo XIV. fand sich in der ersten Reihe neben Kardinal Leonardo Sandri ein. Mit ihnen saß ebenfalls der 92-jährige Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, in der ersten Reihe.
Geistlicher Kampf und Rückkehr zum Wesentlichen
Für den norwegischen Bischof Varden, der dem Trappistenorden angehört, führt die Fastenzeit zum Kern des christlichen Lebens. Sie schaffe einen „materiellen und symbolischen Raum“, der vom Überflüssigen befreit sei; selbst gute, aber ablenkende Dinge würden bewusst zurückgestellt. Die Wochen vor Ostern seien eine Zeit des geistlichen Ringens, in der die Kirche den Kampf gegen Laster und ungeordnete Leidenschaften klar benenne. Ihre Sprache sei eindeutig – ein entschiedenes „Ja, ja“ oder „Nein, nein“ –, nicht ein opportunistisches Schwanken zwischen Positionen.
In seiner Betrachtung am Montagvormittag wandte sich Varden dem Denken des Bernhard von Clairvaux zu. Der mittelalterliche Zisterzienser, bekannt als Reformator des monastischen Lebens und einflussreicher Prediger seiner Zeit, habe ein leidenschaftliches, „quecksilbriges“ Temperament besessen, so Varden, und erinnere darin an Thomas Merton. Besonders Bernhards Lehre von der Bekehrung sei bis heute von anhaltender geistlicher Aktualität.
Die Fastenexerzitien gehen in ihrer heutigen Form auf Paul VI. zurück und dauern noch bis zum 27. Februar. Sie finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auf dem Programm stehen bis zum Abschluss täglich zwei Meditationen – jeweils am Morgen um 9 Uhr und am Nachmittag um 17 Uhr –; daran schließen sich eucharistische Anbetung und Vesper an. Zusammenfassungen der einzelnen Impulse werden während der Exerzitientage auf der Internetseite des Predigers veröffentlicht.

Wir sollten viel öfter Selbstopfer bringen.
Fasten ist so Gesund für die Seele, das können nur Menschen nachempfinden die selbst fasten oder es mal gemacht haben.
Ich bin dieses Jahr tatsächlich am Hadern mit mir ob ich das durchziehen kann, da es mir gesundheitlich nicht besonders gut geht. Der Wille ist da und das zählt dieses Jahr für mich. Solang es noch geht bin ich glücklich. Aber es ist keine Schande wenn man auch mal aufgeben muss.