Erneuter Vandalismus im St.-Patrokli-Dom: 15.000 Euro Schaden
Beschmierte Altäre, zerstörte Figuren und eingeschlagene Scheiben: Vandalismus gegen Kirchen sorgt bundesweit für Aufsehen. In Soest trifft es den St.-Patrokli-Dom nun bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist der St.-Patrokli-Dom in Soest Ziel von Vandalismus geworden. Unbekannte beschmierten am Montagnachmittag eine Holzfigur, einen Seitenaltar sowie Boden und Wand mit schwarzer Farbe. Der entstandene Schaden wird auf rund 15.000 Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt und prüft, ob ein Zusammenhang mit der vorherigen Tat besteht.
Erst Schoko-Creme, jetzt schwarze Farbe
Erneut ist der St.-Patrokli-Dom in Soest Ziel von Vandalismus geworden. Unbekannte besprühten am Montagnachmittag eine Holzfigur an einem Seitenaltar, den Altar sowie Teile von Boden und Wand mit schwarzer Farbe. Der Schaden wird auf rund 15.000 Euro geschätzt.
Probst Dietmar Röttger zeigte sich fassungslos. Ein Restaurator soll nun prüfen, wie stark die historische Figur und die weiteren betroffenen Bereiche beschädigt wurden. Noch ist unklar, ob sich die Farbe vollständig entfernen lässt.
Bereits vor gut vier Wochen war eine Jesus-Figur in der Kirche mit Schoko-Creme beschmiert worden. Auch damals entstand ein Schaden von rund 15.000 Euro. Die Polizei prüft deshalb, ob zwischen den beiden Taten ein Zusammenhang besteht.
Hinweise auf ein mögliches Tatmotiv gibt es bislang nicht. Die schwarze Farbe enthält keine erkennbaren Parolen oder andere Hinweise. Da im Dom keine Videoaufzeichnungen vorhanden sind, hoffen die Ermittler nun auf Zeugenaussagen.
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Vandalismus gegen Kirchen kein Einzelfall
Vandalismus gegen Kirchen ist in Deutschland kein Einzelfall. Bereits im September 2025 warnte Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, vor einer zunehmenden Enthemmung. „Ich glaube, dass die Tabus gefallen sind“, sagte er damals mit Blick auf die zunehmende Gewaltbereitschaft gegen sakrale Gebäude.
Die Kirche in Deutschland sei angesichts der Entwicklung „hoch alarmiert“. Kopp verwies dabei auf eine vermutlich hohe Dunkelziffer. Vandalismus nehme inzwischen „Formen an, die nicht hinnehmbar sind“. Auch vor dem Heiligen machten die Hemmschwellen offenbar nicht mehr Halt.
Besonders schwierig ist laut Kopp die Aufklärung solcher Taten. Die Aufklärungsquote bei Kirchen-Vandalismus liege „im unteren einstelligen Prozentbereich“. Festgenommene Tatverdächtige äußerten sich häufig nicht zu ihren Motiven. Zudem gebe es an den Tatorten nur selten verwertbare Hinweise.
Kopp fordert deshalb einen anderen Umgang mit den Fällen. Viele Taten würden statistisch lediglich als Sachbeschädigung erfasst. Es brauche einen „Kulturwandel“, damit Kirchen-Vandalismus auch als solcher benannt werde.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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