Vatikan

Erscheint noch im Mai: Papst Leo XIV. kündigt erste Enzyklika zu KI und Menschenbild an

Papst Leo XIV. stellt seine erste Enzyklika vor – „Magnifica humanitas“ befasst sich mit KI, Ethik und dem Schutz des Menschen im digitalen Zeitalter.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Erscheint noch im Mai: Papst Leo XIV. kündigt erste Enzyklika zu KI und Menschenbild an
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Der Vatikan hat die Veröffentlichung der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. angekündigt: Das Lehrschreiben mit dem Titel „Magnifica humanitas“ erscheint am 25. Mai und widmet sich der Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Für Aufsehen sorgt auch die geplante persönliche Teilnahme des Papstes an der Vorstellung des Dokuments – eine Premiere in der Kirchengeschichte.

Papst präsentiert Enzyklika „Magnifica humanitas“ persönlich
Mit „Magnifica humanitas“ veröffentlicht Papst Leo XIV. am 25. Mai seine erste Enzyklika. Das Schreiben widmet sich der „Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ und knüpft bewusst an die katholische Soziallehre an: Das Dokument trägt das Datum 15. Mai 2026 – exakt 135 Jahre nach der Veröffentlichung von „Rerum novarum“ durch Papst Leo XIII.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt der geplante Auftritt des Papstes bei der Vorstellung des Dokuments im Vatikan. Wie aus dem Programm hervorgeht, wird Leo XIV. bei der Pressekonferenz in der Synodenaula selbst eine „Wortmeldung“ halten und den Segen spenden. Ein persönliches Auftreten des Papstes bei der Präsentation einer Enzyklika ist eine Premiere.

Neben dem Kirchenoberhaupt werden auch hochrangige Vertreter der Kurie sprechen, darunter Kardinal Victor Manuel Fernández, Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Michael Czerny vom Dikasterium für die integrale Entwicklung des Menschen sowie Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Ergänzt wird das Podium durch internationale Experten aus Theologie und KI-Forschung: die britische Theologin Anna Rowlands, der US-amerikanische KI-Forscher Christopher Olah und die Theologin Leocadie Lushombo. Details zum Inhalt der Enzyklika wurden bislang nicht veröffentlicht.

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Papst warnt vor Schattenseiten der KI

Bereits in seiner diesjährigen Medienbotschaft hat sich Papst Leo XIV. eindringlich mit den Folgen Künstlicher Intelligenz auseinandergesetzt. Darin warnt das Kirchenoberhaupt vor den gesellschaftlichen Risiken KI-gesteuerter Inhalte – etwa vor der „Fiktion einer quasi menschlichen Beziehung“ durch immer menschenähnlichere Chatbots oder vor Algorithmen, die Inhalte rein gewinnorientiert steuern, „ohne ethische Erwägungen“.

Auch die Auswirkungen auf das menschliche Denken sieht der Papst kritisch. Durch einseitige Informationsangebote und die Versuchung, komplexe Aufgaben an technische Systeme auszulagern, drohe eine „Erosion unseres kritischen Denkvermögens“, heißt es in der Botschaft.

Leo XIV. ruft deshalb zu einer gemeinsamen Verantwortung aller gesellschaftlichen Akteure auf. Besonders Katholiken sieht er dabei in einer Schlüsselrolle, wenn es darum geht, echte zwischenmenschliche Beziehungen zu bewahren. „Wir müssen die Gabe der Kommunikation als die tiefste Wahrheit des Menschen bewahren“, mahnt der Papst. An dieser Wahrheit müsse sich „jede technologische Neuerung orientieren“.


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