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Flüchtlings-Bischof Heße in Mexiko und Texas: Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit

Zwischen Notunterkünften, Grenzanlagen und wachsendem politischen Druck versucht die Kirche, den Menschen beizustehen. Erzbischof Stefan Heße will sich vor Ort ein Bild von ihrer Situation machen – und auch in Texas die Folgen der verschärften US-Migrationspolitik erleben.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Flüchtlings-Bischof Heße in Mexiko und Texas: Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit
(c) Deutsche Bischofskonferenz/Maximilian von Lachner

Erzbischof Stefan Heße, Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, reist bis zum 27. August nach Mexiko und in den US-Bundesstaat Texas. Im Mittelpunkt seiner Solidaritätsreise steht die humanitäre Situation von Geflüchteten und Migranten entlang der Migrationsroute und an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Heße will Hilfsinitiativen besuchen, mit Verantwortlichen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft sprechen und Geflüchteten auf beiden Seiten der Grenze begegnen.

Kirche muss Stimme für Geflüchtete erheben

Erzbischof Heße sieht die internationale Flüchtlingshilfe zunehmend unter Druck. Auf seiner Reise durch Mexiko und Texas will der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Geflüchteten und Migranten auf beiden Seiten der US-amerikanischen Grenze begegnen und Hilfsinitiativen kennenlernen.

„In einem Umfeld, in dem Haftanstalten statt Herbergen errichtet werden, darf die Stimme der Kirche nicht fehlen“, erklärte Heße nach seiner Ankunft in Mexiko. Mit seiner Reise wolle er „ein Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit“ setzen.

Viele Menschen aus Mittel- und Südamerika hätten sich in den vergangenen Jahren auf den Weg in Richtung USA gemacht, so Heße. Sie flöhen vor Gewalt und Repression oder suchten angesichts von Not und fehlenden Perspektiven nach einem besseren Leben. „Sie eint die Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit und Würde in den USA“, betont der Erzbischof.

Für viele sei Mexiko inzwischen jedoch zur Endstation geworden. Zugleich kritisiert Heße die Migrationspolitik der US-Regierung scharf. Diese sei „nicht nur restriktiv“, sondern räume „humanitären Grundsätzen kaum Bedeutung“ ein. Auch die katholische Kirche in den USA habe diese Politik wiederholt deutlich kritisiert.

Begegnungen entlang der Fluchtroute

Nach seinen Treffen mit politischen und kirchlichen Gesprächspartnern in Mexiko-Stadt führt die Reise Erzbischof Heße weiter zu den Brennpunkten der Migration. Dabei will der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz nicht nur mit Verantwortlichen sprechen, sondern vor allem die Situation der Menschen vor Ort kennenlernen.

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In Mexikos Hauptstadt stehen zunächst Gespräche mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Kirche auf dem Programm. Auch das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) gehören zu den Gesprächspartnern. Bei Besuchen kirchlicher Initiativen will Heße zudem Geflüchtete und Migranten aus verschiedenen Teilen des amerikanischen Kontinents treffen.

Anschließend reist der Erzbischof nach Tapachula im Bundesstaat Chiapas. Die Stadt nahe der Grenze zu Guatemala gilt als wichtiger Knotenpunkt auf der Migrationsroute. Dort will sich Heße ein Bild von der Lage der Geflüchteten machen und unter anderem das „Multiservice-Center“ des UNHCR, Projekte des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) sowie diözesane Hilfsangebote besuchen.

Im Fokus: die US-Grenze

Ein weiterer Schwerpunkt führt Heße an die Grenze zwischen Mexiko und den USA. In Ciudad Juárez auf mexikanischer Seite sowie im texanischen El Paso sind Begegnungen mit Geflüchteten geplant. Auch die angespannte humanitäre Situation in der Grenzregion soll Thema sein – unter anderem bei Gesprächen mit dem Bischof von El Paso und Vertretern von Hilfsorganisationen.

Neben den politischen und sozialen Gesprächen spielt auch die Seelsorge eine wichtige Rolle. An mehreren Stationen will Heße Gottesdienste mit Schutzsuchenden und Migranten feiern und damit „ein Zeichen der geistlichen Verbundenheit“ setzen.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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