Vatikan

Gebetsanliegen im Oktober: Psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellen

Das Gebetsanliegen für Oktober widmet sich Menschen mit psychischen Belastungen, ihren Angehörigen und Begleitern – mit dem Aufruf, Ausgrenzung zu überwinden.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Gebetsanliegen im Oktober: Psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellen
(c) Screenshot | YouTube | Das Video des Papstes

Psychische Erkrankungen bleiben für viele Menschen ein stilles Leiden – oft begleitet von Angst, Depressionen, Einsamkeit und der Sorge, nicht verstanden oder ausgegrenzt zu werden. Das Gebetsanliegen für den Monat Oktober richtet den Blick auf Menschen mit psychischen Belastungen, ihre Angehörigen und jene, die sie professionell oder ehrenamtlich begleiten. Papst Leo XIV. ruft dazu auf, Berührungsängste und Stigmatisierungen abzubauen und die Würde jedes Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Kirche soll dabei als offener und sicherer Ort erfahrbar werden, an dem Betroffene Gehör, Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe finden.

Nähe statt Ausgrenzung

Damit aus Verständnis auch konkrete Begleitung wird, braucht es einen Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollen in den kirchlichen Gemeinschaften einen Ort finden, an dem sie „Zuflucht, Gehör und gesellschaftliche Teilhabe“ erfahren – ohne Bewertung oder Ausgrenzung.

Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Betroffenen selbst. Auch Angehörige, Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Menschen in Krisen begleiten, brauchen Unterstützung und Ermutigung für ihren oft anspruchsvollen Einsatz. Die Seelsorge für die psychische Gesundheit soll deshalb stärker und verlässlich in den Auftrag der kirchlichen Gemeinschaften eingebunden werden.

Papst Leo XIV. erinnert daran, dass psychisches Leiden lange Zeit mit abwertenden Etiketten versehen wurde. Begriffe wie „Melancholie, schlechter Charakter, Verwirrung der Sinne“ hätten verdeckt, dass sich dahinter „ein tiefes, stilles Leiden“ verberge – nicht nur bei den Erkrankten, sondern auch bei ihren Angehörigen und Gemeinschaften.

Angesichts einer von Spannungen geprägten Welt gewinnt dieses Anliegen zusätzlich an Bedeutung. „Lasst uns im Oktober für den psychischen Gesundheitsdienst beten“, ruft der Papst auf. Es handle sich um einen „dringenden und immer dringender benötigten Dienst“ – in der Kirche ebenso wie in der Gesellschaft.

Das Gebet im Wortlaut:

Gott des Lebens,
du kennst das Innerste unseres Herzens,
die Lichter und die Schatten, die in uns wohnen,
die stillen Wunden, die manchmal niemand sieht.

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Heute tragen wir vor dich das Anliegen unserer Brüder und Schwestern,
die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben;
die im Stillen unter Angstzuständen,
Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden.

Du nennst sie liebevoll beim Namen,
und in dir finden sie Würde und Hoffnung.
Vergib uns, dass wir manchmal weggeschaut haben
und so das Stigma und die Diskriminierung gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen noch verstärkt haben.

Lass deine Kirche ein offenes Haus sein,
einen sicheren Ort, an dem jeder seinen Platz hat;
eine Gemeinschaft, die begleitet und niemanden ausschließt,
die zuhört, ohne zu urteilen – und die ohne Angst auf andere zugeht.

Wir bitten dich, Herr, für alle, die sich um andere kümmern:
Fachkräfte, Angehörige, ehrenamtliche Helfer;
Männer und Frauen, die mit Geduld und Liebe
Brücken des Verständnisses und des Trostes bauen.

Schenke ihnen Kraft und Mitgefühl, damit sie anderen beistehen können.
Sende deinen Geist auf uns herab,
damit wir lernen, die Sorge um die psychische Gesundheit
in das Leben und den Auftrag unserer Gemeinschaften und
der ganzen Kirche aufzunehmen und zu integrieren,
und so zu einem lebendigen Zeichen deiner Barmherzigkeit werden,
die niemals im Stich lässt und immer wieder aufrichtet.

Amen.

Beten Sie mit dem Papst hier.

A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

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