Gefährliche Entwicklung: 16-Jähriger soll Terroranschlag auf Kirche geplant haben
Die Sicherheitsbehörden beobachten mit Sorge eine zunehmende Radikalisierung junger Menschen im islamistischen Spektrum. Der Fall aus Hamm, der einen Anschlag auf eine Kirche geplant haben soll, sowie ein ähnliches Verfahren gegen einen 15-Jährigen in Bayern verdeutlichen diesen Trend.

Ein 16-jähriger Schüler aus Hamm steht im Verdacht, im Auftrag der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) einen Anschlag auf eine Kirche geplant zu haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf wirft dem Jugendlichen unter anderem die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll er das Gotteshaus bereits ausgespäht haben. Wegen einer psychiatrischen Erkrankung befindet sich der Beschuldigte derzeit in einer jugendforensischen Einrichtung. Der Fall reiht sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden in einen bundesweiten Trend zunehmender Radikalisierung junger Menschen im islamistischen Spektrum ein.
Ermittlungen seit Anfang 2025
Die Ermittlungsbehörden hatten den 16-Jährigen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bereits seit Anfang 2025 im Visier. Zunächst hätten sich die Vorwürfe auf Aktivitäten in sozialen Netzwerken sowie auf mutmaßliche Kontakte zu einem Mitglied der Terrororganisation IS beschränkt.
Erst Anfang April hätten sich konkrete Hinweise auf mögliche Anschlagspläne ergeben. „Hinweise auf die konkreten Anschlagspläne haben sich erst Anfang April dieses Jahres ergeben“, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, Alexandra Wiese, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Jugendliche wurde am 2. April festgenommen. Öffentlich bekannt wurde der Fall jedoch erst jetzt.
Gegen den Beschuldigten werde unter anderem wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. „Es besteht dringender Tatverdacht“, erklärte Wiese gegenüber der „Bild“-Zeitung.
Nach Angaben der Ermittler soll der Jugendliche die als Ziel ausgewählte Kirche bereits beobachtet haben. Um welches Gotteshaus es sich handelt, will die Generalstaatsanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und schutzwürdige Interessen nicht mitteilen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll eine unabhängige christliche Gemeinde Ziel eines geplanten Brandanschlags gewesen sein.
Bereits im März soll der 16-Jährige versucht haben, mit einer Silvesterrakete einen Hochsitz anzuzünden. Der Brandversuch blieb erfolglos. Ob dieser Vorfall im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Anschlagsplänen steht, ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
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Bundesweiter Trend: Radikalisierung nimmt zu
Nach Angaben der Ermittler begann die islamistische Radikalisierung des Jugendlichen bereits im Jahr 2023. „Er stand in Kontakt mit einer Person, die dem IS nahesteht“, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf der „Bild“-Zeitung.
Den bisherigen Erkenntnissen zufolge wollte der 16-Jährige zunächst in das Herrschaftsgebiet der Terrororganisation „Islamischer Staat“ ausreisen und sich dem bewaffneten Dschihad anschließen. Stattdessen soll ihn ein Mittelsmann dazu bewegt haben, zunächst einen Anschlag in seiner Heimatstadt zu verüben.
Der Jugendliche befindet sich derzeit in einer jugendforensischen Einrichtung. Die Unterbringung war von einem Richter aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung angeordnet worden. Einem Gutachten zufolge gilt der Beschuldigte als eingeschränkt schuldfähig.
Der Fall aus Hamm reiht sich in eine Entwicklung ein, vor der die Sicherheitsbehörden seit Längerem warnen. Nach dem aktuellen Verfassungsschutzbericht 2025 ist das islamistische Personenpotenzial in Deutschland auf 28.645 Personen gestiegen. Das gewaltorientierte islamistische Spektrum umfasst demnach rund 9.110 Personen. Zugleich beobachten die Behörden eine zunehmende Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Jugendlicher auch in München wegen Terrorverdachts angeklagt
Ein weiteres Beispiel für diese Entwicklung kommt aus Bayern: Die Generalstaatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen 15-Jährigen erhoben, dem die Vorbereitung eines Terroranschlags auf eine Synagoge vorgeworfen wird. Der Jugendliche sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Die Anklage umfasst unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, den unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung.
Nach Angaben der Ermittler soll der 15-Jährige eine größere Menge pyrotechnischer Gegenstände gesammelt und bereits einen selbstgebauten Sprengsatz gezündet haben. Die Ermittlungen laufen seit dem vergangenen Herbst. Zudem soll der Jugendliche mit der Terrororganisation IS sympathisiert haben.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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