Vatikan

Generalaudienz: „Lasst uns von Jesus lernen, die Welt mit den Augen Gottes zu betrachten“

Mit großer Dankbarkeit schaute Papst Leo XIV. auf seine Reise nach Spanien zurück. Zugleich nutzte er die Generalaudienz, um für den Dialog zwischen Kulturen, die Bewahrung des christlichen Erbes Europas und einen menschenwürdigen Umgang mit Migration zu werben. Sein Appell: die Welt mit „den Augen Gottes“ betrachten.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Generalaudienz: „Lasst uns von Jesus lernen, die Welt mit den Augen Gottes zu betrachten“
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Nach seiner einwöchigen Reise durch Spanien hat Papst Leo XIV. eine positive Bilanz gezogen. Vor allem die herzliche Aufnahme in Madrid, Barcelona und auf den Kanarischen Inseln wertete er als Zeichen eines tiefen Bedürfnisses nach Orientierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Außerdem warb der Pontifex für mehr Dialog zwischen Kulturen und Völkern sowie für einen von christlichen Werten geprägten Umgang mit den Herausforderungen der Migration.

Europas christliches Erbe bleibt aktuell

Bei der Generalaudienz erinnerte er vor den Gläubigen auf dem Petersplatz an die Stationen in Madrid, Barcelona und auf den Kanarischen Inseln und bezeichnete Spanien als ein „Land mit einer alten und sehr reichen katholischen Tradition“. Für die herzliche Aufnahme zeigte er sich dankbar. Er hoffe, eine Botschaft der Gemeinschaft, des Dialogs und der „Einheit in der Vielfalt“ hinterlassen zu haben.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Papst von der großen Resonanz in der Bevölkerung. Menschen aller Altersgruppen hätten seinen Besuch mit spürbarer Freude erwartet. Darin sieht Leo XIV. nicht nur einen Ausdruck des Glaubens, sondern auch den Wunsch vieler Menschen, sich auf einer „wahren und tiefen Grundlage“ wiederzufinden, die nicht von Ideologien oder Partikularinteressen bestimmt sei. Für Aufsehen hatte während der Reise sein Auftritt im Madrider Parlament gesorgt, wo Abgeordnete aus dem gesamten politischen Spektrum den Papst mit minutenlangem Applaus begrüßt hatten.

Rückblickend hob Leo XIV. zudem die Verbindung von Tradition und Moderne hervor, die er in Spanien erlebt habe. Die Gebete in der Abtei von Montserrat, die Feiern in den Kathedralen sowie die Begegnungen in modernen Stadien hätten ihm den „eigentlichen Charakter Europas“ vor Augen geführt. Besonders die Sagrada Família in Barcelona bezeichnete er als eine „Symphonie aus Stein und Licht“, die vom christlichen Geheimnis spreche. Europas christliches Erbe sei keine überholte Größe, sondern ein wertvoller Reichtum, den es für die Herausforderungen der Gegenwart zu bewahren gelte.

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„Erhebt den Blick“: Leos Appell für mehr Menschlichkeit

Zu den großen Herausforderungen der Gegenwart zählte Papst Leo XIV. Frieden, eine ganzheitliche Ökologie, nachhaltige Entwicklung und die Achtung der Menschenwürde. Breiten Raum nahm dabei das Thema Migration ein, das im Mittelpunkt seines Aufenthalts auf den Kanarischen Inseln stand.

Migration sei ein „komplexes“ Phänomen, räumte der Papst ein. Christen seien jedoch aufgerufen, darüber hinaus eine „andere und umfassendere Perspektive“ einzunehmen. Es gehe darum, die Welt im Licht des Evangeliums zu betrachten und die kulturellen Gaben der Völker miteinander zu teilen. Als eine Frucht der christlichen Botschaft nannte Leo XIV. den Dialog zwischen Menschen und Nationen sowie die Begegnung „im Geist der Geschwisterlichkeit“.

Nur durch gegenseitige Wertschätzung könne es gelingen, die Werte zu entdecken, die jeder Mensch und jede Kultur mitbringe. Dieser Weg sei anspruchsvoll und verlange guten Willen sowie Gottes Hilfe. Zugleich führe er, so der Papst, zu einer „Zivilisation der Liebe“.

Zum Abschluss griff Leo XIV. noch einmal das Motto seiner Spanienreise auf: „Alzad la mirada“ – „Erhebt den Blick“. Diese Einladung gelte allen Menschen, sagte er. Christen sollten lernen, den Mitmenschen und die Welt „mit den Augen Gottes“ zu betrachten – mit Liebe, Respekt und Mitgefühl.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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