„Gott wird in ihrer Mitte gegenwärtig“ – Was der Papst über Ehe und Liebe denkt
Was bleibt, wenn die erste Verliebtheit vergeht? Papst Leo XIV. erklärt jungen Menschen, worauf es in Liebe und Ehe wirklich ankommt.

Was bleibt, wenn die erste Verliebtheit nachlässt? Papst Leo XIV. richtet sich in einem neuen Vorwort für das YOUCAT-Buch an junge Menschen und wirbt für ein Verständnis von Liebe, das weit über romantische Gefühle hinausgeht. Ehe, so seine Botschaft, bedeute Entscheidung, Vergebung und lebenslange Treue – und könne nach christlichem Verständnis sogar etwas vom Geheimnis Gottes sichtbar machen.
Sehnsucht nach Liebe
Papst Leo XIV. richtet sich in einem neuen Vorwort besonders an junge Menschen und spricht über die Sehnsucht nach einer tiefen und dauerhaften Liebe. „Dein Herz sehnt sich nach Liebe“, schreibt der Papst. Diese Sehnsucht sei „kein Zufall“, sondern ein Zeichen dafür, dass der Mensch „für die Liebe gemacht“ sei.
Das Vorwort erscheint in einer neuen Ausgabe von „YOUCAT: Love Forever“, einer katechetischen Publikation über Liebe, Beziehungen und Ehe. Darin grenzt Leo XIV. wahre Liebe deutlich von einer bloßen romantischen Anziehung oder einem intensiven Gefühl ab.
Seine Aussagen stehen zugleich im Zusammenhang mit einer einwöchigen Versammlung im Vatikan, die vom 7. bis 14. Oktober stattfindet. Dazu kommen die Präsidenten der katholischen Bischofskonferenzen aus aller Welt sowie die Oberhäupter der 21 östlichen katholischen Kirchen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Ehe und Familie. Die Tagung erinnert zudem an den zehnten Jahrestag von Papst Franziskus’ Apostolischem Schreiben „Amoris Laetitia“ – „Die Freude der Liebe“.
Was die Liebe wirklich trägt
Für Papst Leo XIV. beginnt wahre Liebe nicht und endet nicht mit dem Gefühl der Verliebtheit. Sie könne zwar „das Herz treffen wie ein Pfeil – intensiv und schnell“, doch entscheidend sei, was danach komme: „tiefe Verpflichtung zum anderen, eine Entscheidung, eine Reise und ein Bund fürs Leben.“
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Dauerhafte Beziehungen, so Leo, lebten von gegenseitigem Vertrauen und der Bereitschaft, das „Für-immer“ anzunehmen. Dieses stehe im Zentrum der Berufung zu Ehe und Familie, aber auch der religiösen Weihe. Dabei stellt der Papst eine grundsätzliche Frage in den Mittelpunkt: „Wie kann ich lieben, wie Christus geliebt hat?“ Die Frage nach dem eigenen Vorteil solle dagegen erst an letzter Stelle stehen.
Die Ehe versteht Papst Leo XIV. deshalb als Ausdruck des Glaubens. „Wenn sich Mann und Frau in Liebe ganz und gar gegenseitig hingeben, wird Gott in ihrer Mitte gegenwärtig“, schreibt er. Treue, Vergebung und der tägliche Einsatz für das Gute seien ein Abbild der Liebe Christi zu seiner Kirche.
Dabei greift der Papst auch seinen Wahlspruch auf: „In dem einen Christus sind wir eins.“ Das Zitat stammt vom heiligen Augustinus und bringt für Leo die geistliche Dimension menschlicher Beziehungen zum Ausdruck.
Seine Botschaft an junge Menschen ist zugleich ein Plädoyer dafür, sich nicht vor einer lebenslangen Bindung zu fürchten. „Die Liebe, zu der ihr berufen seid, ist stark genug, um Schwierigkeiten zu überwinden“, schreibt der Papst. Sie sei nicht vollkommen, könne aber „im Licht des Glaubens“ wachsen.
Für Leo XIV. ist der Mensch grundsätzlich „für die Liebe gemacht“. Gott habe den Menschen geschaffen, „damit ihr ihn und die Menschen um euch herum liebt“. Die Liebe zwischen Mann und Frau nehme dabei einen besonderen Platz ein – erschöpfe sich aber nicht in einem vorübergehenden Gefühl. Wahre Liebe sei vielmehr „ein tiefes Ja zum anderen Menschen, eine Entscheidung, ein Weg und ein Bündnis für das ganze Leben“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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