Hat die Kirche wirklich nichts Größeres mehr anzubieten als Taylor Swift und Bono?
Wenn Menschen nach Gott suchen: Soll die Kirche sie zu Taylor Swift und Bono führen – oder zu Christus, der Heiligen Schrift und den Heiligen der Kirche? Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, welche Vorbilder wirklich zum Glauben führen können.
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Vor wenigen Tagen veröffentlichte katholisch.de einen Artikel mit der Überschrift: „Theologe: Popstars erzählen oft besser vom Glauben als die Kirche.“ Der evangelische Theologe Uwe Birnstein empfiehlt darin unter anderem Taylor Swift und U2 als mögliche Zugänge zum Glauben. Menschen, die mit der Bibel kaum noch vertraut seien, könnten durch ihre Musik religiöse Fragen neu entdecken und vielleicht sogar einen ersten Schritt auf Gott zugehen.
Schön. Oder auch nicht. Denn beim Lesen stellte ich mir eine andere Frage: Wie kommt ein christlicher Theologe überhaupt auf die Idee, einen Suchenden ausgerechnet auf Popstars zu verweisen?
Klar, Musik ist grundsätzlich nicht wertlos. Auch Kunst kann den Menschen berühren. Niemand wird bestreiten, dass ein Lied Trost schenken oder eine Sehnsucht nach etwas Größerem wecken kann. Aber seit wann sucht die Kirche ihre Glaubenszeugen in der Unterhaltungsindustrie? Was sagt es über unser eigenes Selbstverständnis aus, wenn wir Suchende zuerst zu irgendwelchen Prominenten schicken, die unserem persönlichen Geschmack entsprechen, und nicht zu den Quellen, aus denen die Kirche seit zweitausend Jahren lebt?
Von einem evangelischen Theologen mag mich eine solche Argumentation weniger überraschen. Aber dass sie in einem katholischen Medium nahezu selbstverständlich aufgegriffen wird, hat mich nachdenklich gemacht. Denn hier geht es letztlich nicht um Musikgeschmack. Es geht um die Frage, ob wir Katholiken selbst noch wissen, welchen unglaublich großen Schatz wir besitzen.
Die Kirche braucht keine Sterne
Wenn jemand Gott sucht, ist es nicht gleichgültig, wen wir ihm zeigen. Vorbilder prägen oft stärker als Bücher. Denn sie machen praktisch sichtbar, wie der Glaube konkret gelebt werden kann. Deshalb hat die Kirche diese Frage seit ihren Anfängen niemals dem Zufall überlassen. Dafür gab es einen klaren Grund: Der christliche Glaube lebt nicht von der Wirkung einer Persönlichkeit, vom öffentlichen Erfolg oder vom Applaus einer Menge. Er lebt von der Wahrheit Gottes, die im Leben eines Menschen sichtbar werden kann. Entscheidend war also immer nur eines: Führt dieses Leben zu Christus?
Das ist auch der eigentliche Grund, warum die katholische Kirche Heilige überhaupt kennt. Aber sie braucht sie nicht. Auch ohne sie kann man Gott entgegenkommen. Die Heiligen sind so gesehen wertvolle Wegweiser zu Ihm. Sie zeigen, dass das Evangelium nicht nur eine schöne Idee ist, sondern im Leben eines Menschen Wirklichkeit werden kann. Darum scheut sich auch der heilige Apostel Paulus nicht, über sich selbst zu schreiben: „Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme!“ (1 Kor 11,1). Christlicher Glaube wird nie nur gepredigt. Er muss auch vorgelebt werden.
So prüft die katholische Kirche ihre Glaubenszeugen mit großer Sorgfalt. Eine Heiligsprechung ist kein Beliebtheitspreis und auch keine Auszeichnung für ein interessantes Leben. Die Kirche fragt vielmehr, ob Wort und Leben übereinstimmen, ob ein Mann oder eine Frau den katholischen Glauben treu gelebt hat und ob ihre Nachfolge Christi für andere wirklich zum Vorbild werden kann. Denn wer einem Suchenden ein Vorbild empfiehlt, übernimmt Verantwortung. Das muss man sich im Hinterkopf bewahren. Man sagt dann nicht nur: „Hör diesem Sänger doch mal zu.“ Immer wird auch mitgesagt, ob bewusst oder unbewusst: „Schau auf sein Leben.“
Darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Popstar oder sonst einem Prominenten. Ein Star lebt davon, dass Menschen auf ihn schauen. Die Bekanntheit ist die Grundlage des Erfolges. Ein Heiliger möchte genau das Gegenteil davon. Er möchte, dass Menschen durch ihn Christus erkennen. Der Heilige Johannes der Täufer hat diese Haltung in einem einzigen Satz zusammengefasst: „Er muss wachsen, ich aber geringer werden“ (Joh 3,30). Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kirche. Augustinus schrieb seine Confessiones, um Gottes Gnade, die ihn verändert hat, aufzuzeigen, nicht seine eigene Klugheit. Franz von Assisi wollte nie, dass Menschen ihn bewundern. Maximilian Kolbe opferte sein Leben für einen Familienvater und wurde dadurch zum Zeugen christlicher Liebe. Mutter Teresa verstand ihre weltweite Bekanntheit nie als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit, auf Christus hinzuweisen. Immer stand nicht der Heilige selbst im Mittelpunkt. Es ist immer Gott.
Der moderne Starkult folgt einer völlig anderen Logik. Die Unterhaltungsindustrie lebt davon, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Musik, Filme oder Konzerte sind längst nicht mehr das Einzige, was verkauft wird. Vermarktet wird die Persönlichkeit selbst. Das Privatleben wird öffentlich, Beziehungen werden Teil der Marke, politische Stellungnahmen gehören zum öffentlichen Profil und jede Schlagzeile steigert den Bekanntheitsgrad. Diese Art von Selbstinszenierung nannte man früher mutig Personenkult!
Genau deshalb frage ich mich, weshalb ausgerechnet dieses System plötzlich Vorbilder des Glaubens hervorbringen soll, außer solchen des Personenkultes. Und seit wann misst die Kirche Glaubwürdigkeit an Reichweite? Seit wann gilt Berühmtheit als Empfehlung für Gottesbegegnung, geschweige denn für die Nachfolge Christi?
Die Aussage eines evangelischen Theologen überrascht mich tatsächlich weniger. Die Reformation hat die Heiligenverehrung verworfen und damit auch das katholische Verständnis von Glaubenszeugen grundlegend verändert. Wo die Heiligen ihre prägende Stellung verlieren, entsteht zwangsläufig ein Vakuum: Wer übernimmt die Rolle der Glaubenszeugen? Dass ein evangelischer Theologe ausgerechnet Künstler oder Popstars als religiöse Wegbegleiter empfiehlt, wirkt auf mich wie ein verzweifelter Versuch, dieses selbst geschaffene Vakuum zu füllen – und das noch mit dem Zeitgeist. Dennoch: Warum verweist er nicht auf die Heilige Schrift, auf das Gebet, auf die Schönheit der Schöpfung, auf das Gewissen oder auf die unzähligen Erfahrungen, durch die Gott Menschen seit jeher berührt? Stattdessen sollen ausgerechnet Popstars den Weg zu Gott weisen. Das sagt viel über den geistlichen Zustand einer Theologie aus, die ihre Glaubenszeugen verloren hat.
Was ich dagegen nicht nachvollziehen kann, ist die Reaktion katholischer Medien. Ausgerechnet wir besitzen einen Reichtum an Glaubenszeugen, wie ihn keine andere christliche Gemeinschaft kennt. Apostel, Märtyrer, Kirchenväter, große Missionare, Ordensgründer, Mystiker und Heilige haben über zwei Jahrtausende hinweg Menschen zu Christus geführt. Augustinus, Benedikt von Nursia, Franz von Assisi, Katharina von Siena, Teresa von Ávila, Johannes Maria Vianney, Maximilian Kolbe oder Johannes Paul II. sind keine historischen Dekorationen. Sie sind bis heute lebendige Zeugen des Evangeliums. Warum also verweisen wir Suchende nicht zuerst auf sie? Bei so vielen Beispielen wird jeder sich irgendwo wiederfinden können.
Und selbst wenn man den Blick über die Heiligen hinaus weitet, gäbe es weit geeignetere Zugänge zum Glauben als ausgerechnet Popstars: die Heilige Schrift, das persönliche Gebet, die Feier der Eucharistie, das Zeugnis glaubwürdiger Christen, die Begegnung mit einem guten Priester, die Stille eines Klosters oder die Erfahrung der Schönheit und Ordnung der Schöpfung, um nur wenige Beispiele zu nennen. All das hat Menschen seit Jahrhunderten zu Gott geführt.
Also nochmals meine Kritik: Warum glaubt ein Theologe, dass ausgerechnet Popstars bessere Wegweiser zum Glauben seien als jene Männer und Frauen, deren Leben die Kirche seit Jahrhunderten als glaubwürdiges Zeugnis für Christus anerkennt? Lass uns dazu Uwe Birnsteins Beispiele näher betrachten.
Kann man solche Vorbilder wirklich empfehlen?
Schauen wir uns also die beiden Beispiele an, die der evangelische Theologe Uwe Birnstein selbst nennt.
Beginnen wir mit Taylor Swift.
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Millionen Menschen verehren sie beinahe wie eine Ikone ihrer Generation. Genau deshalb erstaunt mich ihre Empfehlung umso mehr. Taylor Swift vertritt öffentlich Positionen, die der katholischen Glaubens- und Morallehre in entscheidenden Fragen widersprechen. Sie setzt sich für ein Recht auf Abtreibung ein, unterstützt die LGBT-Bewegung und nutzt ihre enorme Reichweite immer wieder, um genau diese Überzeugungen öffentlich zu verbreiten. Gleichzeitig wird ihre Person selbst zum Mittelpunkt eines weltweiten Kultes. Kleidung, Beziehungen, politische Botschaften, jede neue Schlagzeile und jeder öffentliche Auftritt werden Teil einer Vermarktungsmaschine, die letztlich nur ein Ziel kennt: noch mehr Aufmerksamkeit.
Und ausgerechnet eine solche Persönlichkeit soll ein Wegweiser zu Christus sein? Ich frage mich ernsthaft, wie man zu einer solchen Schlussfolgerung gelangen kann. Soll ein Suchender an Taylor Swift lernen, was christliche Sexualmoral bedeutet? Soll er dort Ehrfurcht vor dem ungeborenen Leben entdecken? Soll er dort Demut, Selbsthingabe oder Nachfolge Christi kennenlernen? Ich erkenne das nicht und nenne jeden blind, der hier etwas Großes sucht.
Noch erstaunlicher erscheint mir Bono. Er bekennt sich offen zum Christentum. Viele seiner Lieder greifen biblische Bilder auf und sprechen von Hoffnung, Schuld, Erlösung und Gott. Dafür verdient er Anerkennung. Dennoch genügt das aus katholischer Sicht nicht, um ihn als Glaubenszeugen zu empfehlen. Denn auch Bono vertritt wiederholt Positionen, die mit der Lehre der Kirche kollidieren. Sein Verständnis des Christentums erscheint häufig subjektiv und löst sich von jener Verbindlichkeit, die der katholische Glaube beansprucht. Hinzu kommen Bühnenfiguren wie „MacPhisto“ oder Inszenierungen, die religiöse Symbole bewusst ironisieren oder verfremden. Auch hier frage ich mich: Warum sollte ich einen Menschen, der Gott sucht, ausgerechnet auf einen Künstler verweisen, dessen öffentliches Wirken ein so widersprüchliches Bild vermittelt? Mehr verwirrend als sinnstiftend.
Klar. Ein Künstler darf provozieren, experimentieren und widersprüchlich sein. Seine Aufgabe besteht darin, Kunst zu schaffen. Ein Glaubenszeuge übernimmt dagegen Verantwortung für andere. Sein Leben soll Orientierung geben. Deshalb genügt es nicht, gelegentlich über Gott zu sprechen oder religiöse Motive in Liedern aufzugreifen. Das macht jeder mal in der einen oder anderen Form. Stimmt aber immer das gesamte öffentliche Zeugnis mit dem Evangelium überein? Nur wenn das der Fall ist, kann man solche Personen als Vorbild empfehlen.
Natürlich spreche ich weder Taylor Swift noch Bono jede religiöse Suche oder jedes Gute ab. Darum geht es überhaupt nicht. Würde ich einen jungen Menschen, der Christus kennenlernen möchte, zuerst zu ihnen schicken? Meine Antwort lautet eindeutig: Nein.
Wenn ein junger Mensch mich fragen würde, wie er Gott finden kann, würde ich ihm keine Playlist empfehlen. Vor allem nicht meine. Aber ich würde ihm das Johannesevangelium schenken. Ich würde ihn einladen, eine Heilige Messe bewusst mitzufeiern und einmal still vor dem Allerheiligsten zu verweilen. Ich würde ihm die Confessiones des heiligen Augustinus oder die Geschichte einer Seele der heiligen Thérèse von Lisieux in die Hand geben, weil dort Menschen von ihrer Begegnung mit Gott erzählen. Ich würde ihn ermutigen, mit einem guten Priester zu sprechen, der seinen Glauben auch lebt. Und ich würde ihm die Lebensgeschichten von verschiedenen Heiligen empfehlen, weil sich in ihnen zeigt, wie das Evangelium einen Menschen verwandeln kann. Und selbst wenn all das für den Anfang noch zu viel erscheint, würde ich ihm raten, jeden Abend fünf Minuten mit Gott zu sprechen und Ihn ehrlich zu bitten: „Wenn es Dich wirklich gibt, dann bitte zeige Dich mir.“ Ich halte das für einen besseren Weg, als einen Popstar zum geistlichen Wegweiser zu erklären.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr drängt sich mir der Eindruck auf, dass hier nicht mehr der christliche Glaube den Maßstab vorgibt, sondern die Popkultur. Nicht die Kirche bestimmt, wer Orientierung geben soll. Die Unterhaltungsindustrie liefert die Namen, und die Theologie erklärt sie nachträglich zu religiösen Wegbegleitern. So wirkt für mich auch Birnsteins Argumentation. Nicht mehr die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses entscheidet darüber, wer Orientierung geben soll, sondern Bekanntheit, Reichweite und kultureller Einfluss. Weil Millionen Menschen Taylor Swift hören, wird daraus offenbar ein möglicher Zugang zum Glauben. Ehrlich gesagt halte ich das für erstaunlich naiv. Reichweite sagt nichts über Wahrheit aus. Andernfalls müssten wir jede Modeerscheinung, jeden Bestseller und jeden Influencer ernsthaft als geistliche Autorität in Betracht ziehen. Und das hatten wir in der Menschheitsgeschichte schon oft genug. Hat nie zu etwas Gutem geführt, am Ende.
Die Kirche selbst hat so etwas niemals getan. Viele Heilige waren zu Lebzeiten nahezu unbekannt. Andere wurden ausgelacht, verfolgt oder als Märtyrer getötet. Nach weltlichen Maßstäben waren sie erfolglos. Keine Stars halt. Dennoch erkannte die Kirche in ihnen glaubwürdige Zeugen Christi, weil ihr Leben mit dem Evangelium übereinstimmte. Berühmtheit war nie das Kriterium. Oft war sie nicht einmal vorhanden.
Birnsteins Schlussfolgerung überzeugt mich überhaupt nicht. Sie übernimmt unkritisch den Maßstab einer Kultur, die Aufmerksamkeit mit Bedeutung verwechselt. Was Millionen Klicks erzielt, erscheint automatisch relevant. Was weltweit bekannt ist, wirkt plötzlich glaubwürdig. Doch der christliche Glaube fragt nicht zuerst: »Wie viele folgen diesem Menschen?«, sondern: »Folgt dieser Mensch Christus?« Darin liegt für mich der eigentliche Irrtum in Birnsteins Argumentation.
Christus statt Starkult
Wie schon gesagt: Seit der Reformation kennt der Protestantismus keine Heiligenverehrung mehr. Die evangelische Kirche ist quasi gezwungen, sich zwangsläufig nach anderen Vorbildern umzusehen. Und wenn die großen Glaubenszeugen der Vergangenheit ihre Bedeutung verlieren, treten nicht selten Idole der Gegenwart an ihre Stelle. Sollen sie machen.
Mich erschüttert aber etwas anderes: Dass katholisch.de einer solchen Sichtweise nahezu widerspruchslos Raum gibt. Ausgerechnet wir Katholiken besitzen einen Reichtum an Glaubenszeugen, wie ihn keine andere christliche Gemeinschaft kennt. Apostel, Märtyrer, Kirchenväter, Ordensgründer, Mystiker und Heilige haben über zwei Jahrtausende hinweg gezeigt, wie wir zu Gott gelangen und wie Nachfolge Christi aussieht. Warum verweisen wir Suchende nicht auf sie? Haben wir selbst das Vertrauen in unseren eigenen Glaubensschatz verloren?
Ich frage mich ernsthaft, wie wir an diesen Punkt gelangen konnten. Statt Augustinus zu empfehlen, empfehlen wir Taylor Swift. Statt Franz von Assisi verweisen wir auf Popstars. Statt Menschen, deren Leben von der Kirche geprüft und als vorbildlich anerkannt wurde, präsentieren wir Persönlichkeiten, deren öffentliches Wirken in wesentlichen Punkten der katholischen Glaubens- und Morallehre widerspricht. Die Kirche braucht keine geliehenen Vorbilder aus der Unterhaltungsindustrie. Sie besitzt bereits alles, was sie braucht: Jesus Christus und jene Männer und Frauen, die ihr ganzes Leben auf Ihn ausgerichtet haben. Wenn man Suchende wirklich ernst nimmt, sollte man sie deshalb nicht zuerst zu den Stars unserer Zeit schicken. Man sollte sie zu den Heiligen führen.
Dennoch lässt mich das nicht los: Wer glaubt, die Kirche müsse sich ihre Glaubenszeugen inzwischen aus der Unterhaltungsindustrie leihen, sagt damit ungewollt etwas über den Zustand des eigenen Glaubens aus. Offenbar trauen wir den eigenen Glaubenszeugen weniger zu als den Idolen unserer Zeit. Augustinus, Franz von Assisi, Thérèse von Lisieux oder Mutter Teresa müssen hinter Taylor Swift und Bono zurücktreten, weil diese mehr öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen. Das ist für mich keine Erneuerung der Glaubensverkündigung. Es ist eine Bankrotterklärung des katholischen Selbstbewusstseins. Und wer den eigenen Schatz nicht mehr kennt, beginnt irgendwann, fremde Schätze zu bewundern.
Ein Gedanke noch zum Schluss: 1966 sagte John Lennon (Beatles) in einem Interview diesen Satz: „We're more popular than Jesus now“ („Wir sind nun berühmter als Jesus“). Damals löste diese Aussage weltweit Empörung aus. Nicht, weil jemand den Beatles ihren Erfolg neidete. Sondern weil plötzlich Popularität gegen Christus ausgespielt wurde.
Sechzig Jahre später scheint genau das für manche zu einem theologischen Argument geworden zu sein. Nicht mehr Christus und Seine Heiligen sollen den Maßstab bilden. Es sollen jene sein, die die größten Bühnen füllen und die meisten Menschen erreichen.
Was für ein Armutszeugnis.
Über Lukasz Holfeld
Redakteur / Autor bei GodMag.
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