Hindu-Mob stürmt Gottesdienst – fünf Christen festgenommen
Ein Gotteshaus in Indien wird erneut zum Schauplatz eines Übergriffs: In Uttar Pradesh geraten Christen nach dem Vorwurf der Zwangsbekehrung ins Visier eines Hindu-Mobs. Die anschließenden Festnahmen werfen Fragen nach dem Umgang mit religiösen Minderheiten auf.
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Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ist ein Gottesdienst von einem hinduistischen Mob gestürmt worden. Die Angreifer warfen den Christen Zwangsbekehrungen vor und alarmierten anschließend die Polizei. Infolgedessen wurden fünf Christen festgenommen. Der Vorfall reiht sich in eine Reihe von Übergriffen auf christliche Gemeinden in dem Bundesstaat ein.
Hindu-Mob stürmt Gottesdienst
Wie die Nachrichtenagentur Ucanews berichtet, ist während einer Sonntagsandacht ein hinduistischer Mob in das Gotteshaus gestürmt. Der Zwischenfall ereignete sich am vergangenen Sonntag. Mitglieder des Mobs sollen erklärt haben, der radikalen Hindu-Organisation Vishwa Hindu Parishad oder deren Jugend- beziehungsweise Frauenverband anzugehören. Christen, die anonym mit der Nachrichtenagentur sprachen, berichteten, sie seien zunächst beschimpft und körperlich angegriffen worden. Erst danach habe der Mob die Polizei verständigt.
Ein Polizeibeamter aus dem Bezirk bestätigte telefonisch den Eingang einer Beschwerde von Dorfbewohnern wegen des Vorwurfs der Zwangsbekehrung. Die Polizei sei daraufhin zum Ort des Geschehens gefahren und habe mehrere Personen festgenommen. Weitere Angaben machte der Beamte unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.
Minakshi Singh von der in Uttar Pradesh ansässigen Wohltätigkeitsorganisation Unity in Compassion bezeichnete solche Vorfälle als zunehmend häufig. Hindu-Extremisten könnten bei derartigen Aktionen offenbar mit Straffreiheit rechnen, während die Betroffenen selbst strafrechtlich verfolgt würden, kritisierte sie.
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Christen unter Druck
Christliche Vertreter in Uttar Pradesh beschuldigen radikale Hindu-Gruppen, die in Verbindung mit der regierenden Bharatiya Janata Party (BJP) stehen, gezielt gegen Christen, Kirchen und andere Einrichtungen vorzugehen. Immer wieder werde dabei der Vorwurf der Zwangsbekehrung erhoben, obwohl dieser unbegründet sei.
Nach Angaben von Ucanews sitzen derzeit mehr als 500 Christen in Uttar Pradesh in Haft. Ihnen wird demnach auf Grundlage des 2021 verabschiedeten Anti-Bekehrungsgesetzes vorgeworfen, gegen die dort geltenden Bestimmungen verstoßen zu haben.
Uttar Pradesh ist mit mehr als 200 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat Indiens. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind Hindus. Christen stellen weniger als ein Prozent, Muslime knapp 20 Prozent. Der Bundesstaat gilt als einer der Brennpunkte religiöser Spannungen und Verfolgung, insbesondere gegenüber christlichen und muslimischen Minderheiten.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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