Wenn das Wort nicht mehr trägt: Internationaler Priesterkreis tagt zu „Sprache und Verkündigung"
Vom 18. bis 20. August 2026 lädt der Internationale Priesterkreis ins Maternushaus nach Köln ein. Drei Tage geistlicher Einkehr und theologischer Auseinandersetzung widmen sich dem Thema „Sprache und Verkündigung" – mit renommierten Referenten aus Innsbruck, Salzburg, Rom, Köln und Aachen, täglicher Eucharistie in der Basilika St. Ursula und einer abschließenden Podiumsdiskussion zur kirchlichen Kommunikation. Anmeldung über events.godmag.de.

<p><strong>Theologische Sommertagung · Köln · August 2026</strong></p>
<h1>Wenn das Wort nicht mehr trägt: Internationaler Priesterkreis tagt zu „Sprache und Verkündigung"</h1>
<p><em>Vom 18. bis 20. August 2026 versammelt sich der Internationale Priesterkreis im Maternushaus in Köln zu drei Tagen geistlicher Einkehr und theologischer Auseinandersetzung. Im Zentrum steht eine Frage, die die Kirche seit Pfingsten begleitet und die heute mit neuer Dringlichkeit gestellt werden muss: Wie spricht die Kirche, damit das Evangelium gehört wird?</em></p>
<p>Es ist ein altes Wort, das über der Tagung steht, und doch hat es nichts von seiner Schärfe verloren: <em>Fides ex auditu</em> – der Glaube kommt vom Hören. Was Paulus im Römerbrief festhält, ist mehr als ein theologisches Axiom. Es ist eine Beschreibung dessen, was Kirche im Innersten ausmacht und was sie zugleich am stärksten gefährdet: Sie lebt von der Sprache. Und sie verstummt, wenn die Sprache stumpf wird.</p>
<p>Genau hier setzt die diesjährige Sommertagung des <strong>Internationalen Priesterkreises</strong> an. Vom 18. bis 20. August 2026 versammeln sich Priester, Theologen und Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum im <strong>Maternushaus in Köln</strong>, um über das Verhältnis von <em>Sprache und Verkündigung</em> nachzudenken. Die Tagung verbindet, was selten zusammenkommt: akademische Theologie, geistliche Betrachtung und die praktische Frage, wie Verkündigung in einer Gesellschaft gelingen kann, in der das Wort „Glaube" für viele zur leeren Hülse geworden ist.</p>
<h2>Eine Krise der Worte – oder eine Krise der Hörer?</h2>
<p>Die Diagnose ist nicht neu, aber sie wird selten so klar gestellt, wie es in Köln geschehen wird: Die Kirche hat ein Sprachproblem. Predigten, die niemanden mehr berühren. Verlautbarungen, die in einem Soziolekt verfasst sind, den außerhalb der binnenkirchlichen Räume kaum jemand versteht. Eine Theologie, die ihre eigenen Begriffe nicht mehr ins Heute übersetzt – oder umgekehrt: die sich so sehr dem Heute anpasst, dass sie nichts Eigenes mehr zu sagen hat.</p>
<p>Doch ist es wirklich die Sprache, die versagt? Oder hat das Hören selbst seine Form verloren? Diese Doppelfrage zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm der Tagung. Sie wird theologisch, philosophisch, exegetisch und praktisch beleuchtet – von Referenten, die in ihrer jeweiligen Disziplin zu den profiliertesten Stimmen im deutschsprachigen Katholizismus zählen.</p>
<h2>Von Dei Verbum zum Bilderverbot</h2>
<p>Den Auftakt am Dienstagnachmittag macht <strong>Prof. Dr. Johannes Hoff</strong> von der Universität Innsbruck. Sein Vortrag <em>Dei Verbum religiose audiens: Von der Theologie des Wortes zu den eucharistischen Quellen christlichen Lebens</em> nimmt das Konzilsdokument <em>Dei Verbum</em> beim Wort – und zwar genau bei jenem ehrfürchtigen Hören, das die Kirche dem Wort Gottes schuldet. Hoff, der mit seinen Arbeiten zur Postmoderne und zur eucharistischen Theologie weit über das deutschsprachige Feld hinaus rezipiert wird, dürfte hier die theologische Großfrage stellen: Was bedeutet es eigentlich, dass die Kirche eine hörende ist, bevor sie eine sprechende ist?</p>
<p>Im Anschluss tritt <strong>Univ.-Doz. Dr. Simon Weyringer</strong> aus Salzburg ans Mikrofon. Sein Thema reicht weit in die alttestamentlichen Wurzeln der Offenbarungsgeschichte zurück: <em>Die Kunde vom Gott Israels und seinem Gesalbten – zwischen Bilderverbot und Offenbarung</em>. Es ist ein Spannungsfeld, das die ganze biblische Verkündigung durchzieht und das in der heutigen Bilderflut eine neue Aktualität gewinnt: Wie redet ein Glaube, der ein Bilderverbot kennt, in einer Kultur, die nur noch in Bildern denkt?</p>
<p>Den Tag beschließt <strong>Pfarrer Dr. Tobias Schwaderlapp</strong>, Diözesanjugendseelsorger der Erzdiözese Köln. Er führt mit John Henry Newman zu einer der originellsten Stimmen der katholischen Theologie des 19. Jahrhunderts und zugleich zu einer der erstaunlich gegenwärtigen: <em>Verkündigung als Appell an die Einbildungskraft</em>. Newmans Einsicht, dass der Glaube nicht über den abstrakten Begriff, sondern über die <em>realen</em>, sinnlich gefassten Vorstellungen ins Herz dringt, hat in Zeiten algorithmischer Aufmerksamkeitsökonomie eine geradezu prophetische Aktualität.</p>
<h2>Plurale Welt, dünnere Aufmerksamkeit</h2>
<p>Der Mittwoch beginnt – wie alle Tage – mit der heiligen Messe in der <strong>Basilika St. Ursula</strong>, der altehrwürdigen Märtyrerkirche im Kölner Norden. Konzelebration, aber auch die Möglichkeit zur Einzelzelebration: ein Detail, das viel über die Tagung verrät. Es geht hier nicht um liturgische Trends, sondern um das, was Priester eint – das Opfer am Altar.</p>
<p>Am Vormittag spricht <strong>Prof. Dr. Dr. Peter Beer</strong> von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Sein Vortrag <em>Alles relativ? Religiöse Erziehung in einer pluralen Welt</em> verbindet die langjährige Erfahrung des ehemaligen Generalsekretärs der Deutschen Bischofskonferenz mit dem römisch geschulten Blick auf die universale Kirche. Beer wird die Frage nicht ausklammern, wie katholische Erziehung in einer Gesellschaft möglich bleibt, die jeden Wahrheitsanspruch unter Generalverdacht stellt – ohne in den Reflex des bloßen Relativismus zu fallen.</p>
<p>Ihm folgt <strong>Prof. Dr. Alexander Krylov</strong>, Pfarrer in Langenfeld und Hochschullehrer. Sein Beitrag <em>Verkündigung im Wandel der Aufmerksamkeit: Perspektiven für Kirche und Kommunikation</em> dürfte einer der praktisch fruchtbarsten Vorträge der Tagung werden. Wer heute predigt oder Pfarrbriefe schreibt, weiß: Die Aufmerksamkeit der Menschen ist nicht mehr nur knapp, sie ist <em>strukturell verändert</em>. Wie bleibt Verkündigung möglich, wenn das durchschnittliche Lese- und Hörverhalten in dreißig Sekunden gemessen wird?</p>
<h2>Stille als Voraussetzung des Redens</h2>
<p>Der Nachmittag des Mittwochs ist bewusst anders strukturiert. Nach dem Mittagessen folgt eine <strong>Zeit der Einkehr in der Basilika St. Ursula</strong>, mit Beichtgelegenheit. Es ist eine Architektur der Tagung, die Sinn macht: Wer drei Tage über Verkündigung nachdenkt, muss zwischendurch verstummen können.</p>
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<p>Zwei geistliche Betrachtungen begleiten diese Stunden. <strong>Prof. Dr. Johannes Grohe</strong> aus Aachen meditiert über das paulinische Bekenntnis <em>„Allen bin ich alles geworden … um des Evangeliums willen" (1 Kor 9,22–23)</em> – ein Wort, das die ganze missionarische Spannung des christlichen Sprechens in sich trägt. <strong>Prof. Dr. Stefan Mückl</strong> aus Rom folgt mit der lukanischen Szene am See Gennesaret: <em>„Als die Volksmenge … das Wort Gottes hören wollte" (Lk 5,1)</em>. Beide Texte verbindet eine zentrale Einsicht: Verkündigung ist nicht zuerst eine Frage der Methode, sondern eine Frage der inneren Verfügbarkeit des Verkündigers.</p>
<p>Den Abend füllt <strong>Lukas Bösche</strong> von der Missionsinitiative <em>Elijah21</em> in München. Sein Thema, mit dem ersten Petrusbrief überschrieben – <em>„Bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen": Die Verkündigung an Ungetaufte</em> – führt zurück zur ursprünglichsten Form christlichen Sprechens. Nicht die Pflege des Bestands, sondern die missionarische Begegnung mit Menschen, die das Evangelium noch nie gehört haben, ist hier das Thema. Es ist ein Vortrag, von dem zu erwarten ist, dass er die binnenkirchliche Komfortzone produktiv verlässt.</p>
<h2>Wie spricht die Kirche – und wie spricht sie über sich?</h2>
<p>Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der Außenkommunikation. Nach der heiligen Messe folgt eine <strong>Podiumsdiskussion</strong> mit dem Titel <em>Art und Weise der kirchlichen Binnen- und Außenkommunikation</em>. Auf dem Podium: <strong>Dr. Benjamin Leven</strong>, der Chefredakteur von <em>Communio Online</em> in Wien, <strong>Carl-Victor Wachs</strong>, Leiter Kommunikation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, und <strong>Jan-Hendrik Stens</strong> vom <em>DOMRADIO</em> Köln als Moderator.</p>
<p>Die Besetzung ist nicht zufällig. Sie verbindet kirchliche Insider mit einem säkularen Kommunikationsprofi, der täglich erlebt, wie öffentliche Wahrnehmung gestaltet wird – und wo Kirche dabei systematisch ihre Möglichkeiten verschenkt. Es dürfte ein Gespräch werden, das die binnenkirchliche Komfortzone der Selbstgewissheit konstruktiv stört.</p>
<p>Abgeschlossen wird der Vormittag mit Workshops zu Einzelfragen der Kommunikation – ein Format, das den Teilnehmern die Möglichkeit gibt, das Gehörte in die eigene Praxis zu übersetzen. Was nimmt ein Pfarrer aus drei Tagen Theologie mit nach Hause, wenn er am Sonntag wieder auf die Kanzel steigt?</p>
<h2>Eine Tagung im Geist der Internationalität</h2>
<p>Der <strong>Internationale Priesterkreis</strong> versteht sich seit Jahren als ein Forum, in dem die deutschsprachige Theologie nicht im eigenen Saft gart. Referenten aus Innsbruck, Salzburg, Rom, Köln, Aachen und Langenfeld zeigen schon im Aufgebot: Es geht um den Dialog über Grenzen hinweg – sprachliche, akademische, pastorale.</p>
<p>Köln als Tagungsort ist dabei kein Zufall. Die Stadt am Rhein, mit ihrer fast zweitausendjährigen christlichen Tradition, ihrer Basilika St. Ursula und ihrer ungebrochenen Bedeutung als Knotenpunkt katholischer Publizistik – DOMRADIO, Communio, zahlreiche theologische Institute – bietet einen idealen Rahmen für eine Tagung über Verkündigung. Mit dem <strong>Maternushaus</strong>, dem Tagungszentrum des Erzbistums Köln in unmittelbarer Nähe zum Dom, steht zudem ein Ort zur Verfügung, der wie kein anderer für den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft im Rheinland steht.</p>
<h2>Wer teilnehmen sollte</h2>
<p>Die Tagung richtet sich an Priester, Diakone, Theologen und kirchliche Mitarbeiter, die in Verkündigung und Kommunikation Verantwortung tragen – oder die einfach drei Tage geistlicher und intellektueller Vertiefung suchen. Die geistliche Architektur der Tage – tägliche Eucharistie, Vesper, Beichtgelegenheit, Stille – macht die Tagung zugleich zu einer Art Exerzitium, das die Themen nicht nur diskutiert, sondern betend trägt.</p>
<p>Wer kommt, sollte zur Einzelzelebration Albe und weiße Stola mitbringen. Die Anreise ist am Dienstag bis 15:00 Uhr vorgesehen, die Abreise am Donnerstag nach dem Mittagessen.</p>
<h3>Anmeldung und Tickets</h3>
<p>Die Anmeldung erfolgt über die Eventbörse von GodMag: <strong>events.godmag.de</strong>. Dort finden Sie das vollständige Programm, alle Informationen zu Anreise und Unterkunft und können sich direkt verbindlich anmelden. Über die Plattform ist es zugleich möglich, die Tagung mit einer steuerlich absetzbaren Spende zu unterstützen – ein Beitrag, der jungen Priestern und Teilnehmern aus dem Ausland die Mitwirkung ermöglicht.</p>
<p><strong>Internationaler Priesterkreis 2026 · Sprache und Verkündigung</strong><br>
18. – 20. August 2026 · Maternushaus, Köln<br>
Heilige Messe: Basilika St. Ursula<br>
Anmeldung: <strong>events.godmag.de</strong></p>
<p><em>Hinweis: Das hier vorgestellte Programm ist eine vorläufige Fassung. Änderungen bei Referenten, Themen oder Zeiten bleiben vorbehalten. Die jeweils aktuelle Fassung finden Sie auf events.godmag.de.</em></p>
Über Marco Antonio Di Prato (admin)
Redakteur / Autor bei GodMag.
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