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Jüdische Siedler greifen Christen im Westjordanland an – Familien verletzt und Land enteignet

Im von Israel besetzten Westjordanland kam es innerhalb weniger Tage zu mehreren Gewalttaten durch israelische Siedler gegen palästinensische Christen. In Ain Arik, westlich von Ramallah, wurde ein Christ von seinem Land vertrieben, während in Birzeit eine Familie bei einem Überfall verletzt wurde. Wie Pfarrer Firas Abedrabbo gegenüber Kathpress betonte, verschärfe sich die Sicherheitslage rasant, und die Siedlerangriffe bedrohen zunehmend das Zusammenleben und die Sicherheit der christlichen Gemeinden.

Christliche Familie bei Angriff verletzt

Im Schatten des anhaltenden Gazakonflikts nimmt auch die Gewalt im Westjordanland zu. Dabei geraten zunehmend auch Christen ins Visier radikaler israelischer Siedler. In Ain Arik, rund sechs Kilometer westlich von Ramallah, wurde nach Angaben des örtlichen lateinischen Pfarrers Firas Abedrabbo ein Christ angegriffen und von seinem Land vertrieben. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Dienstag und wurde von einer Überwachungskamera dokumentiert.

Nach Angaben Abedrabbos handelte es sich bei den Tätern um eine Gruppe junger israelischer Siedler im Alter von etwa 17 bis 23 Jahren, die von „Hass, Groll und extremistischer Ideologie durchdrungen“ gewesen seien. Doch das war nicht der einzige Vorfall: Bereits am vergangenen Samstag war in Birzeit, nördlich von Ramallah, eine christlich-palästinensische Familie Opfer eines Übergriffs geworden. Mehrere Familienmitglieder wurden verletzt, unter anderem die Mutter, die eine schwere Kopfverletzung erlitt. Zudem wurde ein Angehöriger von der israelischen Armee festgenommen, zwei weitere entführt, schwer misshandelt und später an einem Ortsausgang freigelassen. Eine Stellungnahme der Armee zu den Vorfällen lag zunächst nicht vor.

Siedler im Westjordanland bedrohen Christen zunehmend

Die beiden Übergriffe spiegeln nach Einschätzung des katholischen Pfarrers Firas Abedrabbo die „rasante und gefährliche Verschlechterung der Lage im Westjordanland“ wider. Für Ain Arik sei es „der erste physische Angriff dieser Art gegen Menschen innerhalb der Grenzen unserer Gemeinde“. Zugleich habe die Präsenz israelischer Siedler in dem muslimisch-christlichen Dorf deutlich zugenommen. So begannen Siedler nach Angaben Abedrabbos, eine Straße über Dorfland zu bauen, um eine bestehende Siedlung mit einem neuen Außenposten zu verbinden.

Abedrabbo sieht in den Vorfällen ein „beunruhigendes Muster, das die Sicherheit der Menschen, ihre Würde und ihr Grundrecht, auf ihrem Land und in Sicherheit zu leben, bedroht“. Knapp ein Drittel der 1.700 Einwohner von Ain Arik sind Christen, darunter rund 200 Katholiken. Weiter verfügt die Gemeinde über eine katholische Schule des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem und gilt als Beispiel für ein gutes muslimisch-christliches Zusammenleben. Gleichzeitig ist Ain Arik seit einigen Jahren Zentrum der Jugendseelsorge des Patriarchats in Palästina – eine Arbeit, die durch die jüngste Gewalt gefährdet ist. Angesichts der Übergriffe stellt sich die Frage, „ob es für die Christen und für die Jugendlichen, die zu Ferienlagern kommen, noch sicher ist“.

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