Kandidat aus deutscher Diözese: Bischof Voderholzer bekräftigt Verbot geplanter Bischofsweihen der Piusbrüder
Kurz vor einer umstrittenen Bischofsweihe der Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Schweiz hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer das vatikanische Verbot erneut bekräftigt.

Kurz vor den geplanten Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Schweiz hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer das vatikanische Verbot erneut bekräftigt. Die ohne päpstliche Zustimmung vorgesehene Weihe von vier Kandidaten, darunter der in Regensburg tätige Schweizer Pascal Schreiber, stelle nach Auffassung des Vatikans einen „schismatischen Akt“ dar. Den Beteiligten droht nach Kirchenrecht die automatische Exkommunikation.
Bischof Voderholzer warnt Piusbruderschaft vor Bischofsweihen
Die geplante Bischofsweihe der Priesterbruderschaft St. Pius X. am 1. Juli im schweizerischen Écône sorgt weiter für deutliche Reaktionen aus Rom und den betroffenen Diözesen. Einer der vorgesehenen Kandidaten ist der 53-jährige Schweizer Pascal Schreiber, der seit 2020 als Regens des Priesterseminars „Herz Jesu“ der Piusbrüder im bayerischen Zaitzkofen tätig ist.
Nach kirchenrechtlicher Einschätzung steht das Vorhaben in direktem Konflikt mit einer ausdrücklichen Entscheidung des Vatikans. Bereits Papst Leo XIV. habe die Weihen wegen „lehrmäßiger Differenzen“ nicht genehmigt. Sollte die Zeremonie dennoch stattfinden, droht den Beteiligten laut Kirchenrecht die „von selbst eintretende Exkommunikation“, also der Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft.
Der vatikanische Glaubenspräfekt Víctor Manuel Fernández hat die Bruderschaft in einem Schreiben vom Mai erneut eindringlich gewarnt. Die geplanten Weihen ohne päpstlichen Auftrag seien als „schismatischer Akt“ zu bewerten. Wörtlich heißt es in der Erklärung aus dem Dikasterium für die Glaubenslehre: „Der Heilige Vater betet weiterhin darum, dass der Heilige Geist die Verantwortlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. erleuchte, damit sie von der außerordentlich schwerwiegenden Entscheidung, die sie getroffen haben, wieder Abstand nehmen.“
Auch auf diözesaner Ebene gibt es klare Ablehnung. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer stellte in einer Stellungnahme klar, die Piusbruderschaft missachte die „notwendigen rechtlichen Bedingungen der römisch-katholischen Kirche für die Weihe“. Daher sehe er sich als „Ordinarius loci“ verpflichtet, „die unerlaubten Weihespendungen … zu untersagen“ und die kirchliche Ordnung zu schützen.
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Voderholzer äußerte zugleich die Hoffnung, die Gemeinschaft möge sich „ehrlich bemühen“, zur vollen Einheit mit der katholischen Kirche zurückzukehren. Dies zeige sich auch in der Anerkennung kirchlicher Rechtsnormen. Die Piusbruderschaft selbst verweist hingegen auf ihren Anspruch, die sakramentale Tradition der Kirche bewahren zu wollen und bildet nach eigenen Angaben allein am Standort Zaitzkofen derzeit über 50 Seminaristen aus rund 16 Ländern aus.
Vatikan zu Bischofsweihen der Piusbruderschaft: „Schismatischer Akt“
Vor wenigen Tagen gab die Priesterbruderschaft die Namen der vier Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen am 1. Juli im schweizerischen Écône bekannt. Unter ihnen befinden sich neben dem in der Regensburger Diözese tätigen Schweizer Pascal Schreiber auch der US-Amerikaner Michael Goldade sowie die Franzosen Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier. Die Weihen erfolgen jedoch ohne Zustimmung des Vatikans – ein Schritt, der kirchenrechtlich als schwerwiegend gilt.
Nach geltendem Kirchenrecht droht den Beteiligten die sogenannte „Tatstrafe der Exkommunikation“, also der automatische Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft, sollte eine Bischofsweihe ohne päpstlichen Auftrag vollzogen werden. Die Bruderschaft argumentiert hingegen mit ihrem Selbstverständnis, die sakramentale Tradition der Kirche bewahren zu wollen.
Der italienische Generalobere der Piusbruderschaft, Davide Pagliarani, betonte in diesem Zusammenhang, die geplante Zeremonie habe „keinen anderen Zweck, als die Spendung der Sakramente (…) gemäß dem traditionellen Ritus der Heiligen Römischen Kirche und dem Glauben aller Zeiten aufrechtzuerhalten“. Zugleich stellte er klar, dass es dabei nicht um eine Abspaltung gehe: Die Entscheidungen dienten „keineswegs dem Willen, eine Jurisdiktionsgewalt für sich zu beanspruchen oder eine parallele Autorität innerhalb der Kirche zu errichten“.
Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist die interne Struktur der Bruderschaft: Da nur Bischöfe neue Priester weihen können, sieht sich die Gemeinschaft laut eigener Darstellung gezwungen, für ihren Fortbestand selbst Bischöfe zu ernennen. Bereits im Februar hatte Pagliarani entsprechende Pläne angekündigt. Die erste vergleichbare Bischofsweihe 1988 wurde von Papst Johannes Paul II. als schismatischer Akt verurteilt und markierte den Beginn der anhaltenden Spannungen zwischen der Piusbruderschaft und Rom.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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