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Kardinal Sarah: Europa und Afrika müssen Partnerschaft auf Wahrheit statt Ideologie gründen

Kardinal Robert Sarah sieht die Beziehungen zwischen Europa und Afrika vor einer grundlegenden Bewährungsprobe. In Brüssel warnte er vor einer zunehmenden Entkopplung von Sprache und Wahrheit und forderte eine Zusammenarbeit, die sich an der Würde des Menschen statt an politischen Ideologien orientiert.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Kardinal Sarah: Europa und Afrika müssen Partnerschaft auf Wahrheit statt Ideologie gründen
(c) Screenshot | YouTube

Der guineische Kardinal Robert Sarah hat Europa und Afrika zu einer Neuausrichtung ihrer Beziehungen auf der Grundlage von Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde aufgerufen. Bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel warnte der ehemalige Kurienkardinal vor einer „Krise des Logos“, in der Sprache zunehmend zur Durchsetzung politischer Interessen missbraucht werde. Mit Blick auf die Enzyklika Magnifica humanitas von Papst Leo XIV. forderte er eine internationale Zusammenarbeit, die sich an der Wahrheit über den Menschen orientiert und ideologische Vorgaben vermeidet.

Zwischen Sprache und Wirklichkeit

In seiner Rede warnte Kardinal Robert Sarah vor einer wachsenden Entfremdung zwischen Sprache und Wirklichkeit in der internationalen Politik. Der ehemalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sagte, in den Beziehungen zwischen Europa und Afrika würden Worte zunehmend nicht mehr dazu dienen, „die Realität offenzulegen, sondern sie zu verbergen und sogar zu verzerren“.

Als Beispiele nannte Sarah Begriffe wie „sexuelle und reproduktive Gesundheit“, „Geschlechtergleichstellung“ und „Menschenrechte“. Solche Formulierungen würden mitunter verwendet, um politische Konzepte voranzutreiben, „die viele afrikanische Gesellschaften weder teilen noch selbst gewählt haben“.

Dadurch werde nach seiner Auffassung ein ehrlicher Dialog erschwert. „Wenn Worte nicht mehr das bedeuten, was sie aussagen, wie kann es dann einen authentischen Dialog geben?“, fragte der Kardinal. Ebenso stellte er die Frage, wie Afrika einem Europa vertrauen könne, „das mit zweideutigen, mehrdeutigen Worten spricht“.

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Internationale Abkommen, die auf unklaren Begriffen aufbauten, liefen deshalb Gefahr, zu „Instrumenten der Perversion und der stillen Macht“ zu werden, anstatt eine Grundlage für echte Partnerschaft und Zusammenarbeit zu schaffen.

Lehren aus Magnifica humanitas ziehen

Kardinal Robert Sarah verwies in seiner Rede auch auf die im Mai veröffentlichte Enzyklika Magnifica humanitas von Papst Leo XIV. Zwar befasse sich das Schreiben vorrangig mit den ethischen Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz, seine Aussagen reichten jedoch weit über den Technologiebereich hinaus. Die Warnung vor manipulativer und irreführender Sprache gelte ebenso für Diplomatie und internationale Zusammenarbeit, sagte Sarah.

Die Enzyklika rufe politische Entscheidungsträger dazu auf, politische, wirtschaftliche und technologische Systeme in der Wahrheit zu verankern und konsequent am Wohl des Menschen auszurichten. Zugleich betone sie die Notwendigkeit menschlicher Kontrolle und moralischer Urteilsfähigkeit, damit Künstliche Intelligenz „im Dienst des Menschen“ bleibe und ihn nicht beherrsche.

Sarah warnte davor, den Menschen auf „statistische Kategorien oder Instrumente wirtschaftlicher Macht“ zu reduzieren. Stattdessen müsse seine „transzendente Würde“ im Mittelpunkt stehen. „Die Frage bleibt immer eine anthropologische“, sagte der Kardinal. Europa und Afrika sollten ihre Partnerschaft daher auf „die Wahrheit des Menschen, der Familie und der Völker“ gründen.

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