Welt

Kreuzzeichen, Gruß in den Himmel, Marienbild: Der Glaube gibt Spaniens Weltmeistern Kraft

Kreuzzeichen vor dem Anpfiff, ein Gruß in den Himmel nach dem Schlusspfiff und Dank an Gott nach dem entscheidenden Tor: Spaniens Weltmeister zeigten bei der WM 2026 ihren christlichen Glauben ganz selbstverständlich. Trainer Luis de la Fuente und mehrere Nationalspieler machten deutlich, welche Rolle der Glaube für ihr Leben und ihren Erfolg spielt.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Kreuzzeichen, Gruß in den Himmel, Marienbild: Der Glaube gibt Spaniens Weltmeistern Kraft
(c) Screenshot | YouTube

Nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht bei Spaniens Nationalmannschaft nicht nur der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Nationaltrainer Luis de la Fuente und mehrere Spieler bekannten sich während des Turniers wiederholt öffentlich zu ihrem christlichen Glauben und warben für einen selbstverständlichen Umgang mit religiösen Überzeugungen im öffentlichen Raum. Die Spanische Bischofskonferenz gratulierte der Mannschaft zum WM-Titel und würdigte das offene Glaubenszeugnis des Trainers und mehrerer Nationalspieler.

Spaniens Bischöfe gratulieren zum WM-Titel

Die spanische Nationalmannschaft hat sich mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Argentinien im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 den zweiten WM-Titel ihrer Geschichte gesichert. Im MetLife Stadium in New Jersey erzielte der eingewechselte Ferran Torres in der 106. Minute den entscheidenden Treffer.

Unmittelbar nach dem WM-Triumph gratulierte auch die Spanische Bischofskonferenz der Mannschaft und dem Trainerstab. In einer offiziellen Stellungnahme würdigten die Bischöfe den historischen Erfolg mit den Worten: „Es war das Spiel unseres Lebens. Es ist der zweite Stern. Es wird für immer in Erinnerung bleiben. BRAVO, SPANIEN!“

Nationaltrainer De la Fuente: „Ich habe Glauben“

Für Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente war der christliche Glaube während der Weltmeisterschaft ein wiederkehrendes Thema. Auf mehreren Pressekonferenzen sprach der 65-Jährige offen über seine Frömmigkeit und erklärte, ein konsequent gelebter Glaube gebe ihm Orientierung und Sicherheit – „im Fußball und im Leben“.

Vor dem Halbfinale gegen Frankreich machte de la Fuente deutlich, dass sein Gebet nicht auf sportlichen Erfolg ausgerichtet sei. „Ich bete jeden Tag, aber nicht, weil ich bei einer Weltmeisterschaft bin“, sagte er. Er erwarte von Gott „keinen bestimmten Ausgang“ eines Spiels.

Statt um Siege zu bitten, verstehe er das Gebet als Ausdruck der Dankbarkeit. Jeden Morgen danke er Gott „für einen weiteren Tag, an dem ich das Leben genießen kann“ und für die kleinen Dinge des Alltags. „Ich bete, weil ich jeden Tag bete, nicht, damit er mir mehr hilft“, erklärte der Nationaltrainer. Es wäre „ungerecht“, Gott darum zu bitten, der eigenen Mannschaft zu helfen, „und dem Gegner nicht“.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Obwohl er katholisch erzogen wurde, entschied sich de la Fuente nach eigenen Angaben erst im Erwachsenenalter bewusst für ein Leben im Glauben. Auf die Frage, ob sein Kreuzzeichen vor den Spielen Aberglaube sei, antwortete er knapp: „Ich habe Glauben.“ Es sei „kein Aberglaube, sondern Glaube“.

Zugleich wirbt der Nationaltrainer für einen selbstverständlichen Umgang mit religiösen Überzeugungen im öffentlichen Raum. Während des Turniers betonte er mehrfach, der christliche Glaube solle – ebenso wie andere Weltanschauungen – ohne Vorbehalte öffentlich gelebt und ausgesprochen werden können. Er beobachte eine wachsende Bereitschaft der Menschen, sich offen zu ihrem Glauben zu bekennen.

Unterstützung erhielt de la Fuente dabei auch aus der Kirche. Der Erzbischof von Sevilla, José Ángel Sáiz Meneses, lobte den Nationaltrainer und mehrere Spieler dafür, ihren Glauben „natürlich und ohne Scheu“ zu leben.

„Gott ist groß“

Nicht nur Nationaltrainer Luis de la Fuente, sondern auch mehrere spanische Nationalspieler bekannten sich während der Weltmeisterschaft offen zu ihrem christlichen Glauben. Besonders Matchwinner Ferran Torres verband seinen sportlichen Erfolg mit seiner religiösen Überzeugung.

Nach eigenen Angaben begleiten den Offensivspieler bei den Spielen stets ein Kreuz und ein Marienbild. „Sie geben mir so viel Glauben“, erklärte Torres. Nach seinem entscheidenden Treffer im WM-Finale gegen Argentinien richtete er den Blick zunächst auf seine Heimat: „Dieses Tor war für 47 Millionen Menschen.“ Zugleich bekannte er: „Gott gab mir die Kraft, weiterzumachen.“

Auch Nico Williams, der die Vorlage zum Siegtreffer lieferte, zeigte seinen Glauben bereits vor dem Endspiel öffentlich. Auf Instagram veröffentlichte der Flügelspieler ein Bild, das ihn kniend mit erhobenem Blick zum Himmel zeigt. Dazu schrieb er: „God is great“ („Gott ist groß“). Nach Angaben des Portals ChurchPOP ist die Familie des Athletic-Bilbao-Spielers eng mit der katholischen Kirche verbunden.

A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...