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„Lange Nacht der Kirchen“: Rund 300.000 Besucher strömen zu den Veranstaltungen in Österreich

Rund 300.000 Menschen haben österreichweit die „Lange Nacht der Kirchen“ besucht. Unter dem Motto „MUTeinander“ öffneten rund 600 Kirchen und Veranstaltungsorte ihre Türen für mehr als 1.700 Programmpunkte.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
„Lange Nacht der Kirchen“: Rund 300.000 Besucher strömen zu den Veranstaltungen in Österreich
(c) Kathpress / Andreas Gutenbrunner

Österreichweit haben am Freitagabend rund 300.000 Menschen die „Lange Nacht der Kirchen“ besucht und damit ein starkes Zeichen für Glauben, Gemeinschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Unter dem diesjährigen Motto „MUTeinander“ öffneten rund 600 Kirchen und Veranstaltungsorte in Österreich und Südtirol ihre Türen für mehr als 1.700 Programmpunkte. Konzerte, Gottesdienste, Diskussionen und spirituelle Angebote zogen Besucher aller Generationen an und machten die Vielfalt des kirchlichen Lebens sichtbar.

Mut, dem Herzen Raum zu geben

Vorbild für das diesjährige Motto „MUTeinander“ ist die biblische Erzählung des blinden Bartimäus, dem Jesus mit den Worten „Fasse Mut, steh auf!“ begegnet. Die „Lange Nacht der Kirchen“ wolle Menschen ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Wege zu gehen und gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. „Wir möchten nicht nur die spirituelle Vielfalt der Kirchen sichtbar machen, sondern auch ihr gesellschaftliches Engagement“, betonte Österreich-Koordinator Markus Pories im Vorfeld der bereits 22. Ausgabe der Veranstaltung.

Traditionell wurde die Kirchennacht mit dem österreichweiten Glockengeläut um 17.50 Uhr eröffnet. Bis auf die Diözese Feldkirch beteiligten sich alle österreichischen Diözesen an der Initiative, ebenso die Diözese Bozen-Brixen in Südtirol.

In Innsbruck fiel der offizielle Startschuss mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Spitalskirche. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler griff in seiner Predigt das Leitwort des Abends auf und ermutigte die Besucher, wieder stärker auf ihre innere Stimme zu hören. Es brauche den Mut, „dem Herzen mehr Raum zu geben“, sagte der Bischof. Die Tiroler Landeshauptstadt wurde anschließend zu einem Ort vielfältiger Begegnungen mit Konzerten, spirituellen Impulsen und Führungen für Menschen aller Generationen.

Ökumene als gelebtes Miteinander

Besonders im Westen Österreichs prägte die intensive ökumenische Zusammenarbeit das Programm. In Tirol beteiligten sich insgesamt sechs christliche Konfessionen an der Gestaltung der „Langen Nacht der Kirchen“. Damit setzten die Gemeinden ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt über konfessionelle Grenzen hinweg und griffen den Gedanken des Mottos „MUTeinander“ unmittelbar auf.

Die große Resonanz zeigte, dass dieses Angebot auf breites Interesse stieß. Trotz der Pause der Diözese Feldkirch und einer vergleichsweise zurückhaltenden Beteiligung in Salzburg konnten österreichweit zahlreiche Besucherinnen und Besucher in den Kirchen begrüßt werden.

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Auch der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Bischof Tiran Petrosyan, hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor. Die „Lange Nacht der Kirchen“ sei ein „einzigartiges Fest des Glaubens und der christlichen Gemeinschaft“, erklärte er in einer Videobotschaft. Gerade in schwierigen Zeiten schenke ihm die Erfahrung einer tragenden Gemeinschaft Mut und Zuversicht. Die zentrale Botschaft des Abends laute daher: „Niemand muss seinen Weg allein gehen.“

Großer Andrang in Wien – Dialogräume für den Zusammenhalt

Die höchsten Besucherzahlen verzeichnete auch heuer wieder Wien. Allein im Stephansdom wurden laut Dompfarrer Toni Faber rund 30.000 Gäste gezählt. Die „Lange Nacht der Kirchen“ habe sich längst als Fixpunkt im kirchlichen Veranstaltungskalender etabliert und erreiche Jahr für Jahr Menschen weit über den Kreis der regelmäßigen Kirchgänger hinaus.

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sprach gegenüber Kathpress von einem „wichtigen und lebendigen Zeichen kirchlicher Präsenz“. Die Veranstaltung ermögliche es, Kirche „niederschwellig, offen und einladend“ kennenzulernen. Viele Besucher würden dabei neue Zugänge zum Glauben und zur kirchlichen Gemeinschaft entdecken.

Neben den großen Besucherströmen in Domen und Stadtpfarrkirchen rückte die „Lange Nacht“ auch den gesellschaftlichen Dialog in den Mittelpunkt. Unter dem Eindruck des diesjährigen Mottos „MUTeinander“ entstanden an mehreren Orten Räume für Begegnung und Austausch. Im Innsbrucker Bischofshaus wurde gemeinsam mit der Initiative „Österreich der runden & eckigen Tische“ ein Zeichen für Zusammenhalt und Gesprächsbereitschaft gesetzt.

Das Programm reichte von Konzerten und Diskussionsrunden über Führungen bis hin zu kulturellen und spirituellen Angeboten. Bei gemeinsamen Abendessen und moderierten Tischgesprächen kamen Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft miteinander ins Gespräch. Ziel war es, Brücken zu bauen, Vorurteile abzubauen und neue Perspektiven kennenzulernen. Ein vergleichbares Format im Erzbischöflichen Palais in Wien unterstrich die Bedeutung des Dialogs als zentralen Bestandteil der diesjährigen Kirchennacht.

„Niemand muss die Herausforderungen unserer Zeit allein bewältigen“, lautete die Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Veranstaltungen zog. Die „Lange Nacht der Kirchen“ verstand sich damit nicht nur als spirituelles Angebot, sondern auch als Impulsgeberin für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelebte Solidarität.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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