Libori-Fest in Paderborn: Erzbischof Bentz ruft zu Verantwortung und Menschlichkeit auf
Beim Libori-Fest 2026 in Paderborn hat Erzbischof Udo Bentz die Rolle der Kirche in einer bewegten Zeit thematisiert. Seine Botschaft: Christen sollen nicht abseitsstehen, sondern sich für Menschenwürde, Gemeinschaft und eine lebensdienliche Orientierung einsetzen.

Mit einem eindringlichen Plädoyer für die unantastbare Würde jedes Menschen und das Gemeinwohl hat der Paderborner Erzbischof Udo Bentz das Libori-Fest 2026 geprägt. In seiner Predigt zum Leitwort „Mittendrin. Libori 2026“ rief er Christen dazu auf, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich an Jesus Christus als Maßstab zu orientieren. Die Feierlichkeiten gipfelten in einer Prozession mit dem Allerheiligsten und den Reliquien des heiligen Liborius, an der auch eine Delegation aus der französischen Partnerdiözese Le Mans teilnahm.
Menschenwürde als Maßstab
„Mittendrin“ in den Unklarheiten und Dynamiken der Gegenwart stünden „der Mensch, seine Würde, die Menschlichkeit und das gemeinsame Wohl als Anker, als Maß und Norm all unserer Verantwortung“, sagte der Erzbischof. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um „eine Würde, die allein dem starken oder perfektionierten Menschen zugutekommt“, sondern gerade um den Menschen, „dessen Würde sich auch und gerade in der Schwäche und Begrenztheit zeigt“.
Christinnen und Christen seien aufgerufen, „Zeugnis abzulegen für die unverbrüchliche Würde des Menschen“, betonte Bentz. Diese Würde sei „der kritische Maßstab für alle Macht, egal ob politische, ökonomische oder technologische Macht“. Zugleich müsse sich auch die Kirche selbst an diesem Maßstab messen lassen. „‚Mittendrin‘ ist für uns Christen ein waches ‚Mittendrin‘“, sagte Bentz weiter. Es helfe zu unterscheiden, „welche Stimme dem Leben dient und welche uns täuscht und anlügt“.
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Christen müssen Verantwortung übernehmen
Erzbischof Bentz rief die Gläubigen dazu auf, sich aktiv in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen. Wer sich zu Christus bekenne, könne „kein unbeteiligter Zuschauer sein“, sondern stehe „mittendrin in den Fragen der Zeit, mit gesellschaftlicher Verantwortung und Engagement“, sagte er. Dabei sei die Orientierung eindeutig: „Unsere Mitte ist nicht irgendein beliebiger Kompromiss. Unsere Mitte ist Jesus Christus.“
An den Festgottesdienst im Paderborner Dom schloss sich die traditionelle Prozession mit dem Allerheiligsten und den Reliquien des heiligen Liborius an. Die Reliquien des Patrons der Erzdiözese Paderborn werden dort seit ihrer Überführung aus Le Mans im Jahr 836 verehrt. Zur Feier waren auch der Bischof von Le Mans, Jean-Pierre Vuillemin, sowie dessen Generalvikar, Benoît Pierre, nach Paderborn gereist.
Bereits bei der Libori-Vesper am Samstag hatte Bentz den Menschen Mut zugesprochen. „Mensch – du bist nicht allein mit all dem, was dich umtreibt! Gott lässt den Menschen nicht im Stich“, sagte der Erzbischof. Gottes Heil wirke „auch heute“ mitten unter den Menschen und eröffne Zukunft – durch das Zeugnis für Christus und sein Evangelium, „mittendrin in Zeit und Gesellschaft“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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