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Mainzer Weihbischof Pottackal würdigt Papst Leo XIV.: „Der Papst ist einer, der wirklich zuhört“

Weihbischof Joshy George Pottackal spricht über seine Begegnung mit Leo XIV., seine anfänglichen Zweifel und die Bedeutung seiner Berufung.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Mainzer Weihbischof Pottackal würdigt Papst Leo XIV.: „Der Papst ist einer, der wirklich zuhört“
(c) Bildnachweis: Screenshot | YouTube | Bistum Mainz

Der Mainzer Weihbischof Joshy George Pottackal OCarm hat Papst Leo XIV. nach einer Privataudienz im Vatikan für dessen aufmerksame und interessierte Gesprächsführung gelobt. Der Papst habe sich über eine Stunde Zeit genommen, sei gut über die Situation in Deutschland informiert gewesen und habe immer wieder nachgefragt. Der indischstämmige Karmelit ist der erste nicht-europäische Weihbischof in Deutschland.

Papst Leo XIV. mit Interesse an Deutschland

Bevor es für Weihbischof Pottackal zum Kurs für die neuen Bischöfe in den Vatikan ging, stand für den indischen Karmeliterpater ein ganz anderes Highlight auf dem Plan: eine Privataudienz bei Papst Leo XIV. Gemeinsam mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf wurde er am 31. August im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo empfangen.

Besonders beeindruckt habe ihn, dass sich der Papst so viel Zeit für das Gespräch genommen habe. „Es war sehr schön, dass der Papst uns eine Stunde Zeit gegeben hat“, berichtete Pottackal. Leo habe immer wieder nachgefragt und sich dafür interessiert, „wie es uns geht, was die Themen sind, wie wir das sehen“.

Drei Tage später ging es für den 49-Jährigen zum Kurs für die neu ernannten Bischöfe. Insgesamt 155 Bischöfe nehmen daran teil – für Pottackal eine gute Gelegenheit zum Austausch und gegenseitigen Kennenlernen. Zugleich sei der Alltag dicht getaktet: „Es ist halt viel Sitzen“, sagte er rückblickend auf die täglichen Vorträge und Diskussionen in Kleingruppen.

Mit einer etwas anderen Erwartung war Pottackal nach Rom gereist. Vor seiner Abreise habe er noch gedacht: „Jetzt werde ich sehen oder hören, was ich falsch mache.“ Darum ging es bei dem Kurs allerdings nicht, wie sich schnell gezeigt habe. Im Mittelpunkt stehe vielmehr die grundsätzliche Frage: „Was ist ein Bischof? Wie agiert ein Bischof?“

Dabei wurde auch immer wieder auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Leo XIV. Bezug genommen. Ein zentraler Gedanke sei dabei die Würde des Menschen. Für einen Bischof bedeute das, diese Würde nicht nur zu betonen, sondern das eigene Handeln entsprechend daran auszurichten.

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Ein Zeichen der Kirche“

Auch über seine Ernennung und seine Zweifel sprach der Karmelit. „Ich habe die Ernennung ja gar nicht erwartet, weil das in der Regel nicht passiert“, sagte Pottackal. Die Entscheidung sei ihm entsprechend nicht leichtgefallen. Er habe zunächst um zehn Tage Bedenkzeit gebeten, eine Zeit, die es für gewöhnlich nicht gebe. Diese habe ihm der Nuntius schließlich doch eingeräumt, auch weil dieser erkannt habe: „Der ist total durcheinander.“

Am Ende hätten ihn vor allem zwei Gründe dazu bewegt, das Bischofsamt anzutreten. Zum einen habe er die Berufung als persönliche Berufung verstanden. Zum anderen sehe er in seiner Ernennung auch ein Zeichen für die veränderte Zusammensetzung der katholischen Kirche in Deutschland. Mittlerweile hätten mehr als 25 Prozent der Katholiken in Deutschland einen Migrationshintergrund, sagte Pottackal. Auch bei Priestern, Ordensfrauen und anderen kirchlichen Mitarbeitenden sei der Anteil hoch.

Ganz frei von Zweifeln ist der 49-Jährige dennoch nicht. „Trotz aller Unsicherheiten, die ich habe – ich hatte große Bedenken und bin immer noch unsicher“, räumte er ein. Zugleich blicke er mit Spannung auf seine neuen Aufgaben. Besonders die erste Versammlung der Deutschen Bischofskonferenz Ende September sei für ihn ein großer Moment. „Trotz allem bin ich auch dankbar und freue mich auf die Aufgaben“, sagte Pottackal.

Dass seine Ernennung weit über die indische Gemeinschaft hinaus wahrgenommen wurde, habe ihn besonders überrascht. Nicht nur Menschen aus Indien hätten sich mit ihm gefreut, sondern auch Katholiken aus Polen, Kroatien und Portugal sowie aus Lateinamerika und Afrika. „Jeder hat das so wahrgenommen: Einer von uns ist jetzt berufen worden.“

Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung bekommt diese Wahrnehmung für Pottackal eine besondere Bedeutung. „Gerade in der jetzigen Situation, wo die Ausländerfeindlichkeit und so weiter ein bisschen überhandnimmt, ist das auch ein Zeichen, das die Kirche gesetzt hat“, sagte der Weihbischof.


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Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

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