Glauben

Mitgliederschwund in Österreich: Kardinal Parolin ruft zur Neuevangelisierung auf

Erstmals bezeichnen sich weniger als die Hälfte der Bevölkerung Österreichs als katholisch. Vor dem Hintergrund dieses dramatischen Rückgangs hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Kirche vor Ort zu intensiven Anstrengungen in

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Mitgliederschwund in Österreich: Kardinal Parolin ruft zur Neuevangelisierung auf
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ Leonhard_Niderwimmer - pixabay user_id:1131094

Erstmals bezeichnen sich weniger als die Hälfte der Bevölkerung Österreichs als katholisch. Vor dem Hintergrund dieses dramatischen Rückgangs hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Kirche vor Ort zu intensiven Anstrengungen in der Neuevangelisierung aufgerufen. Bei einem Treffen mit österreichischen Medienvertretern im Vatikan betonte er die Notwendigkeit, den Glauben gemeinsam neu lebendig zu machen und dabei besonders die Rolle der Medien als „Boten der Hoffnung“ zu stärken.

Neuevangelisierung in Österreich: Katholikenanteil fällt erstmals unter 50 Prozent

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat die katholische Kirche in Österreich angesichts eines deutlichen Mitgliederverlusts zu neuen Impulsen in der Glaubensvermittlung aufgefordert. Bei einem Treffen mit österreichischen Medienschaffenden im Vatikan verwies Parolin auf die jüngsten Zahlen, wonach Ende 2024 nur noch 4,557 Millionen Menschen in Österreich der katholischen Kirche angehören. Damit sinkt der Anteil der katholischen Bevölkerung erstmals unter 50 Prozent. Parolin appellierte „an das ganze Volk Gottes, Hirten wie Laien, darüber nachzudenken, wie es um die Zukunft des Glaubens und der Kirche in Österreich bestellt ist und in Einheit und Treue mit dem Nachfolger Petri in der Gemeinschaft der universalen Kirche nach Wegen der Neuevangelisierung zu suchen“, so der Kardinalstaatssekretär.

Eine besondere Rolle falle hier den Medienleuten und Presseverantwortlichen zu, die als „Boten der Hoffnung“ nicht nur im Heiligen Jahr „Multiplikatoren der frohen Botschaft des Evangeliums“ seien. Er erinnerte auch an eine Rede von Papst Leo, der im vergangenen Mai vor Medienschaffenden aus aller Welt zu einer anderen Art der Kommunikation abseits „der Verwirrung eines lieblosen, oft ideologischen oder parteiischen Sprachgebrauchs“ aufrief.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Medien sollen Hoffnung stiften

Im Gespräch mit kirchlichen Medienschaffenden unterstrich Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die zentrale Verantwortung der Medien, Menschen miteinander zu verbinden und Hoffnung zu schenken. Besonders katholische Journalisten rief er zu einer positiven und konstruktiven Berichterstattung auf. Ebenso wies Parolin auf die gestiegene Polarisierung hin und warnte vor einer zunehmenden Aggression in der Gesellschaft.

Gleichzeitig steige jedoch das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Inklusion. Vor diesem Hintergrund plädierte er dafür, dass Medien nicht nur informieren, sondern auch bilden und Menschen aus der Isolation herausführen sollten. Erfreuliche Zeichen im kirchlichen Leben sieht Parolin im Anstieg von Erwachsenentaufen und Jugendtaufen in vielen Ländern. Für eine gelingende Neuevangelisierung sei es entscheidend, den Glauben gemeinsam zu leben und zu teilen, führte der Kardinalstaatssekretär aus.

Künstliche Intelligenz mit Verantwortung nutzen

Zugleich warnte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vor den Risiken einer zunehmenden „Technologisierung“ des Menschen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Kirche sich intensiv mit den Herausforderungen der KI auseinandersetzen müsse, um deren positive Potenziale zum Wohle aller zu nutzen. Die größte Gefahr sieht Parolin darin, dass der Mensch durch die Technologie seine Beziehung zu Mitmenschen und zu Gott verlieren könnte. Doch er mahnte zu einer ausgewogenen Sichtweise und dämpfte überängstliche Sorgen. „Man muss oft mehr Angst vor der menschlichen Intelligenz haben als vor der künstlichen.“

A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an