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Nach Anschlag auf Berliner CSD: Kirche und Politik verurteilen mutmaßlichen Terrorakt

Nach dem tödlichen Vorfall beim Berliner Christopher Street Day stehen Trauer und Solidarität im Mittelpunkt. Kirchenvertreter und Spitzenpolitiker verurteilen die Tat als Angriff auf ein friedliches Miteinander und rufen zu Zusammenhalt und Toleranz auf.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Nach Anschlag auf Berliner CSD: Kirche und Politik verurteilen mutmaßlichen Terrorakt
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ klickblick - pixabay user_id:8872450

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin herrschen Entsetzen und Trauer. Bei der Attacke am Samstagabend wurde eine Person getötet, mindestens 29 weitere Menschen wurden verletzt. Vertreter aus Politik und Kirchen verurteilten die Gewalttat scharf, sprachen den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und riefen zu Zusammenhalt, Toleranz und einem friedlichen Miteinander auf.

Was ist passiert?

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr ein weißer Kastenwagen am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße in eine Menschenmenge und erfasste mehrere Personen. Anschließend prallte das Fahrzeug gegen einen Baum. Der Fahrer flüchtete zu Fuß und griff nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) anschließend mutmaßlich mit einer Machete Passanten an. Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem islamistisch motivierten Terroranschlag aus.

Der mutmaßliche Täter wurde laut Berliner Senatsinnenverwaltung wenige Stunden später bei einem Polizeieinsatz erschossen. Einsatzkräfte hatten ihn am Sonntag in einer Gartenlaube aufgespürt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann die Beamten mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Daraufhin eröffneten die Polizisten das Feuer. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen erlag der Verdächtige seinen Verletzungen.

Stimmen aus der Politik

Mit Bestürzung haben führende Vertreter der deutschen Politik auf den Anschlag beim Berliner Christopher Street Day reagiert. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem „Angriff auf unsere Gesellschaft“. Hunderttausende Menschen hätten den CSD friedlich gefeiert und damit für Offenheit und Toleranz eingestanden. Die Tat bezeichnete Merz als „abscheulich“ und kündigte an, sie werde „mit aller Härte“ verfolgt. Zugleich betonte er: „Wir sind offen und freiheitsliebend – und das werden wir auch bewahren und verteidigen.“

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Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag scharf. Er sprach von einem Angriff auf die offene Gesellschaft und „auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen und Freunden der getöteten Frau sowie bei den Verletzten. Den Schwerverletzten wünschte Steinmeier eine vollständige Genesung.

Berliner Erzbischof Koch: „Der Hass darf nicht gewinnen“

Auch die Kirchen reagierten mit Bestürzung auf den Anschlag beim Berliner Christopher Street Day. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zeigte sich „entsetzt und traurig“. In einer ersten Stellungnahme erklärte der katholische Jugendverband: „Wir zünden eine Kerze an und beten für alle, die von der schrecklichen Tat betroffen sind.“ Der Verband war über seine Diözesan- und Teilverbände selbst an der CSD-Parade beteiligt.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch verurteilte die Gewalttat ebenfalls scharf. „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest brutal zu zerstören“, erklärte Koch. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Opfern, ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie bei all jenen, „denen der Hass die Freude genommen hat“. In den Sonntagsgottesdiensten werde für die Betroffenen und für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft gebetet. „Der Hass darf nicht gewinnen“, betonte der Bischof.

Die evangelische Kirche hatte nach dem Anschlag zu einer ökumenischen Andacht in die Sankt Marienkirche in Berlin-Mitte eingeladen. Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens waren dazu eingeladen, gemeinsam zu trauern, der getöteten Person zu gedenken und den Verletzten sowie Angehörigen im Gebet beizustehen. An der Gedenkveranstaltung beteiligte sich auch die katholische Kirche.


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