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Nach Waldbrand in Andalusien: „Gott ist mit euch und leidet mit euch am Kreuz“

Eine Katastrophe, dreizehn Tote und eine Region im Ausnahmezustand: Nach dem Waldbrand in Andalusien steht für Bischof Antonio Gómez Cantero nicht die Suche nach Schuldigen im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Menschen inmitten von Leid und Verlust füreinander da sein können.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Nach Waldbrand in Andalusien: „Gott ist mit euch und leidet mit euch am Kreuz“
(c) Screenshot | YouTube

Der verheerende Waldbrand in der südspanischen Provinz Almería ist zwar unter Kontrolle, doch die Folgen der Katastrophe prägen die Region weiterhin. Mehr als ein Dutzend Menschen kamen ums Leben, tausende Hektar Land wurden zerstört. Während die Identifizierung der Opfer noch andauert, berichten Kirche und Hilfsorganisationen von großer Solidarität und einer Bevölkerung, die trotz des schweren Verlusts zusammensteht. Bischof Antonio Gómez Cantero sieht in der gelebten Hilfe ein Zeichen der Hoffnung und betont, dass nun nicht die Suche nach Schuldigen, sondern die Unterstützung der Betroffenen im Mittelpunkt stehen müsse.

Schock nach Waldbrandkatastrophe

Der Schock über den verheerenden Waldbrand in der südspanischen Provinz Almería sitzt tief. Seit dem 9. Juli haben die Flammen die Gemeinden Bédar und Los Gallardos verwüstet und rund 7.000 Hektar Land zerstört. Bischof Antonio Gómez Cantero sprach im Interview mit Radio Vatikan von einer „großen Katastrophe“. Das Feuer habe sich durch starke Winde „rasend schnell“ ausgebreitet – auch durch Schluchten und schwer zugängliche Gebiete mit abgelegenen Wohnhäusern.

Besonders betroffen war eine Region, in der sich zahlreiche Menschen aus anderen europäischen Ländern niedergelassen haben. „Das ist eine Gegend mit ehemaligen Bauernhöfen und Stallungen, die von Menschen aus anderen europäischen Ländern renoviert worden sind“, erklärte der Bischof. Viele der Häuser seien nur über schmale Zufahrtswege erreichbar. Bis auf ein Opfer sind alle bislang identifizierten Todesopfer Ausländer. Wegen der schweren Verbrennungen ist ihre Identifizierung teilweise nur mithilfe von DNA-Analysen möglich.

Als mögliche Ursache gilt nach ersten Erkenntnissen der Einsturz eines Hochspannungsmasts. Hohe Temperaturen und heftige Windböen begünstigten die rasche Ausbreitung der Flammen. Die Behörden mussten je nach örtlicher Lage unterschiedlich reagieren. Während manche Bewohner ihre Häuser verlassen sollten, wurden andere aufgefordert, dort zu bleiben. „Je nachdem, ob ein Fluchtweg vorhanden war oder nicht“, seien unterschiedliche Anweisungen notwendig gewesen, erläuterte Gómez Cantero. Aus diesem Grund habe es auch keine einheitlichen Warnmeldungen über die üblichen Warnsysteme geben können.

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Hoffnung aus dem Glauben

Während die Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften, begann in den Pfarreien und bei der Caritas bereits die Hilfe für die Betroffenen. Evakuierte wurden in Notunterkünften in Garrucha und Vera untergebracht, viele Anwohner öffneten aber auch ihre eigenen Wohnungen für Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten. Zugleich versorgten Freiwillige und Einwohner die Feuerwehrleute und Einsatzkräfte mit Lebensmitteln und Getränken. „Insgesamt gab es eine große Solidarität“, betonte der Bischof.

Die Nachricht von der Katastrophe habe ihn persönlich tief erschüttert, berichtet der Bischof. Er habe die Priester gefragt, ob er sofort in das betroffene Gebiet kommen solle. Diese hätten ihm jedoch abgeraten, da zahlreiche Straßen gesperrt gewesen seien und sich die Brände zeitweise sogar wichtigen Verkehrswegen genähert hätten. Stattdessen seien die Seelsorger vor Ort geblieben, um insbesondere ältere Menschen zu begleiten. Zum Fest der Virgen del Carmen wolle er selbst nach Los Gallardos reisen. „Auch ich selbst stelle mir viele Fragen“, sagte Gómez Cantero mit Blick auf das Leid der Betroffenen.

Besonders häufig würden die Priester derzeit mit der Frage konfrontiert, wo Gott angesichts einer solchen Katastrophe gewesen sei. Einer der Seelsorger habe darauf geantwortet: „Gott ist mit euch und leidet mit euch am Kreuz.“

Für den Bischof steht nun der Zusammenhalt im Vordergrund. „Jetzt ist nicht die Zeit, nach Schuldigen zu suchen. Jetzt ist die Zeit, gemeinsam Verantwortung für die leidenden Menschen zu übernehmen und nach vorne zu blicken“, sagte er. Die Pfarreien hätten in diesen Tagen eine außergewöhnliche Hilfsbereitschaft gebündelt, Evakuierte aufgenommen und sie in ihrer Not begleitet. Gerade diese gelebte Solidarität sei ein Zeichen der Hoffnung. Christen seien in solchen Momenten „die Hände, die Füße, die Augen, der Mund und die Ohren Gottes“, weil der Glaube dazu bewege, Gottes Nähe durch konkretes Handeln erfahrbar zu machen.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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