Vatikan

Nachfolge Jesu beginnt mit einer Liebesbeziehung

Loslassen, sich verschenken und offen für den Nächsten sein: Beim Angelus erklärt Papst Leo XIV., warum die Nachfolge Jesu in einer persönlichen Beziehung zu Christus wurzelt. Zugleich gedenkt er der Opfer der schweren Erdbeben in Venezuela und dankt den Helfern vor Ort.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Nachfolge Jesu beginnt mit einer Liebesbeziehung
(c) Bildnachweis: Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Bei der Nachfolge Jesu geht es nicht in erster Linie um äußere Taten, sondern um eine persönliche Liebesbeziehung zu Christus. Das betonte Papst Leo XIV. beim Angelusgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Wahre Liebe, so der Papst, brauche drei grundlegende Voraussetzungen: die Bereitschaft, loszulassen, Verluste anzunehmen und sich dem Nächsten in konkreten Taten der Liebe zuzuwenden. Zudem sprach er den Opfern der schweren Erdbeben in Venezuela seine Nähe aus und dankte den Einsatzkräften für ihren Dienst.

Liebe braucht Loslassen

Ausgehend vom Sonntagsevangelium erläuterte Papst Leo XIV., worauf es bei der Nachfolge Christi ankommt: Wahre Liebe trage nur dann Frucht, wenn sie von Loslassen, der Bereitschaft zum Verlust und Offenheit für den anderen geprägt sei.

Vor Tausenden Gläubigen, die sich trotz hochsommerlicher Temperaturen auf dem Petersplatz zum Angelusgebet versammelt hatten, betonte der Pontifex, dass Jesus seine Apostel bewusst von allen Bindungen lösen wolle, um sie frei für ihre Sendung zu machen. Selbst die wichtigsten menschlichen Beziehungen fänden ihre Erfüllung erst „dank der Liebe, die Christus uns schenkt“. Als Beispiel nannte der Papst die Ehe: Sie könne nur gelingen, wenn zwei Menschen ihr Elternhaus „verlassen“, um sich ganz aufeinander einzulassen.

Zur Liebe gehöre aber auch der Verlust. „Es fällt uns schwer, das zu verstehen“, räumte der Papst ein. In einer Welt, die vom Haben und Besitzen geprägt sei, erscheine Verlieren oft als Schwäche. Doch die Liebe bringe nur dann Frucht, „wenn wir uns verschenken“ und bereit seien, „ein bisschen von uns selbst herzugeben, um dem anderen Platz zu machen“.

Als drittes Element nannte Leo XIV. die Aufnahmebereitschaft. Liebe zeige sich nicht in Worten allein, sondern „in konkreten Entscheidungen und Taten“, die oft in kleinen Gesten des Alltags sichtbar würden. So zeige sie sich etwa darin, einem durstigen Menschen ein Glas Wasser anzubieten.

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Gebet für die Erdbebenopfer

Nach seiner Betrachtung über die Nachfolge Jesu richtete Papst Leo XIV. den Blick auf die Opfer der jüngsten Erdbeben in Venezuela. Er sprach den Betroffenen seine geistliche Nähe aus und gedachte insbesondere der Verstorbenen sowie ihrer Angehörigen.

„Ich möchte den venezolanischen Schwestern und Brüdern, die von den jüngsten Erdbeben betroffen sind, meine Verbundenheit aussprechen“, sagte der Papst. In spanischer Sprache erinnerte er an die zahlreichen Todesopfer, Verletzten und die erheblichen Sachschäden, die die Naturkatastrophe verursacht habe.

Im Anschluss daran versicherte Leo XIV. den Hinterbliebenen, Verletzten und allen Betroffenen sein Gebet. Seinen Dank sprach er den Helferinnen und Helfern aus, die sich „großzügig an den Such- und Hilfsmaßnahmen beteiligen“, und ermutigte sie zu ihrem weiteren Einsatz.

Abschließend bedankte sich Papst Leo XIV. ausdrücklich bei den Anwesenden dafür, dass sie „bei dieser Hitze“ gekommen seien.



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