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Nachhaltigkeit verbindet Umwelt und soziale Gerechtigkeit

Was bedeutet nachhaltiges Handeln im Alltag? Eine Konferenz an der Villanova University nimmt neben Klima und Konsum auch KI, Ressourcenverbrauch und die sozialen Folgen der Klimakrise in den Blick.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Nachhaltigkeit verbindet Umwelt und soziale Gerechtigkeit
(c) Screenshot | YouTube | EWTN News

Nachhaltigkeit umfassend denken und ökologische Verantwortung mit sozialer Gerechtigkeit verbinden: Das ist Ziel einer internationalen Konferenz der katholischen Villanova University aus Pennsylvania, die vom 12. bis 15. Oktober in Rom stattfindet. Dabei soll insbesondere die Perspektive von Menschen und Regionen einbezogen werden, die besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden. Zum Auftakt wird Kardinal Michael Czerny mit der erstmals verliehenen Leo XIV.-Nachhaltigkeitsmedaille ausgezeichnet.

Nachhaltigkeit ganzheitlich denken

Nachhaltigkeit dürfe nicht auf klassischen Umweltschutz reduziert werden, betont ManuelaPriesemuth-Payan von der Villanova University, der Universität, an der Papst Leo studierte. Neben Fragen etwa zu Kleidung, Treibhausgasen oder Elektromobilität gehe es auch um die Gestaltung des eigenen Alltags und den Umgang mit neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Gerade deren zunehmende Verbreitung werfe zusätzliche Fragen nach dem Verbrauch von Wasser und anderen Ressourcen auf. Nachhaltigkeit müsse deshalb ganzheitlicher betrachtet werden.

Das beginne auch beim eigenen Lebensstil, so Priesemuth-Payan. Die Konferenz solle dazu anregen, das eigene Konsumverhalten und die Herkunft von Produkten ebenso zu hinterfragen wie deren Produktionsbedingungen und Lieferketten. Auch die Art und Weise, wie Forschung betrieben werde, welche Ressourcen dabei zum Einsatz kämen und wie man sich fortbewege, gehöre zu einer umfassenden Betrachtung von Nachhaltigkeit. Es gehe somit „nicht nur um Mülltrennung“, sondern um die Frage, wie nachhaltiges Handeln im Alltag insgesamt verwirklicht werden könne.

Auch die sozialen Folgen von Umwelt- und Klimaveränderungen sollen bei der Konferenz eine wichtige Rolle spielen. Unter dem Titel „Responding to the Cries of the Earth and the Poor“ wollen die Veranstalter insbesondere Stimmen aus Regionen einbeziehen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und zugleich über weniger finanzielle Möglichkeiten verfügen, darauf zu reagieren.

Nachhaltigkeitspreis für Kardinal Czerny

Die Verbindung von ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit spiegelt sich auch in einer neuen Auszeichnung der Villanova University wider. Bei der Konferenz in Rom wird erstmals die nach Papst Leo XIV. benannte Nachhaltigkeitsmedaille verliehen. Erster Preisträger ist Kardinal Michael Czerny, der frühere Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Papst Leo XIV. soll die Auszeichnung persönlich überreichen. Künftig ist die Verleihung im Rahmen der alle zwei Jahre geplanten Konferenzen vorgesehen.

Priesemuth-Payan war an der Auswahl der Kandidaten beteiligt. Czerny habe sich „über Jahrzehnte für Menschen eingesetzt, die von Armut betroffen sind“, und zugleich für Nachhaltigkeit sowie ethische und soziale Gerechtigkeit engagiert. Er sei in diesem Bereich „immer eine wichtige Führungspersönlichkeit“ gewesen. Bei der Entscheidung des Komitees sei man daher aufgrund seiner langjährigen Arbeit „immer wieder auf Kardinal Czerny zurückgekommen“.

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Die Wahl des Preisträgers unterstreicht damit auch den umfassenden Nachhaltigkeitsbegriff der Konferenz: Ökologische Verantwortung soll nicht von Fragen der Armut und sozialen Gerechtigkeit getrennt werden.

Nähe zu Papst Leo

Mit Papst Leo XIV. verbindet die Villanova University zudem eine besondere persönliche Geschichte. Der heutige Papst, damals noch Robert Francis Prevost, studierte an der Universität Mathematik und schloss sein Studium 1977 ab. Knapp fünf Jahrzehnte später ist er als Papst mit seiner ehemaligen Universität verbunden.

Für Priesemuth-Payan ist diese Verbindung durchaus spürbar. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, an einer Universität zu arbeiten, an der der Papst selbst studiert hat“, sagt sie. Man habe das Gefühl, „wir haben jemanden im Vatikan“ – und hoffe zugleich, dass der Papst die Anliegen der Universität verstehe.

Diese Nähe zum Vatikan soll nach dem Willen der Universität auch für die weitere Nachhaltigkeitsarbeit genutzt werden. Die Konferenz sei ausdrücklich nicht als einmalige Veranstaltung gedacht, sondern solle den Auftakt für einen längerfristigen Austausch bilden. „Diese Zusammenarbeit wollen wir weiterführen“, betont Priesemuth-Payan. Man hoffe, bei den behandelten Themen „Vorreiter“ sein zu können – nicht nur innerhalb der Universität, sondern auch im Einsatz für jene Menschen, die unmittelbar von den Folgen betroffen sind.

Dabei soll es nicht beim wissenschaftlichen Austausch bleiben. Wissenschaftler, Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, Stiftungen, Hilfsorganisationen und potenzielle Geldgeber sollen miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, aus dem Austausch konkrete Projekte und neue Allianzen für mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit entstehen zu lassen.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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