Regional

Neuer Nuntius in Berlin: Bischof Hubertus van Megen als Brückenbauer

Neuer Vertreter des Heiligen Stuhls ist in Berlin angekommen: Erzbischof Hubertus van Megen übernimmt die Aufgabe des Apostolischen Nuntius in Deutschland. Der erfahrene Vatikan-Diplomat verlässt Afrika mit gemischten Gefühlen, Deutschland empfindet er dagegen in vielerlei Hinsicht als vertraut.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Neuer Nuntius in Berlin: Bischof Hubertus van Megen als Brückenbauer
© Deutsche Bischofskonferenz/Matthias Kopp

Mit Erzbischof Hubertus van Megen hat Deutschland einen neuen Vertreter des Heiligen Stuhls. Der erfahrene Vatikan-Diplomat, zuletzt Nuntius in Kenia und im Südsudan, traf am Montag in Berlin ein. Der Niederländer sieht seine Aufgabe vor allem darin, als „Brückenbauer“ zwischen der Kirche in Deutschland und der Weltkirche zu wirken – und blickt seiner neuen Tätigkeit mit Zuversicht und Vorfreude entgegen.

Nuntius in Deutschland eingetroffen

Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, ist am Montag in Berlin eingetroffen. Am Flughafen wurde der Niederländer unter anderem von einer Vertreterin des Auswärtigen Amtes, dem Doyen des Diplomatischen Korps sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Michael Gerber, und dem Berliner Erzbischof Heiner Koch begrüßt.

Gerber überbrachte dem neuen Nuntius die Willkommensgrüße der Deutschen Bischofskonferenz. Offiziell wird van Megen sein Amt antreten, sobald er dem Bundespräsidenten sein Beglaubigungsschreiben überreicht hat. Mit diesem Schritt wird in den kommenden Monaten gerechnet.

Der 1961 in den Niederlanden geborene Geistliche wurde 1987 zum Priester geweiht und trat 1994 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach seiner Bischofsweihe im Jahr 2014 war er als Nuntius im Sudan und in Eritrea tätig. 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Kenia und im Südsudan sowie zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN-Organisationen UNEP und UN-Habitat.

Mit Blick auf seine neue Aufgabe zeigte sich van Megen kurz nach der Ernennung zuversichtlich. Er wisse, dass die Kirche in Deutschland „mit Problemen konfrontiert“ sei, sagte er nach seiner Ankunft. Zugleich betonte er, dies gelte letztlich für Kirchen weltweit. Seine Aufgabe als Nuntius sehe er darin, „so etwas wie ein Mediator zu sein, ein Brückenbauer zwischen Lokalkirche und Universalkirche“.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

„Nachhausekommen“: Van Megen freut sich auf Deutschland

Van Megen blickt seiner neuen Aufgabe mit Vorfreude entgegen. Besonders freue er sich auf die Begegnungen mit den deutschen Bischöfen, von denen er einige bereits aus gemeinsamen Studienjahren in Rom kenne. „Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit. Ich hoffe, dass wir uns gut verstehen können“, sagte van Megen. Aufgrund seiner Erfahrungen als Vatikan-Diplomat in Afrika blicke er optimistisch auf die bevorstehenden Aufgaben. Trotz unterschiedlicher kultureller Prägungen und teils abweichender Vorstellungen von Kirche habe er dort stets konstruktiv mit den Ortsbischöfen zusammengearbeitet.

Der Abschied von Afrika falle ihm dennoch nicht leicht. Der Kontinent habe ihn durch seine Lebendigkeit und Vielfalt geprägt. Afrika sei „so voller Farben, so voller Leben, so voller Kinder, so voller Energie“, sagte der Erzbischof. Besonders beeindruckt habe ihn auch das kirchliche Leben mit seiner Ausdruckskraft und Feierfreude. Gottesdienste seien dort oft von Gesang, Tanz und farbenfrohen Traditionen geprägt und könnten bei festlichen Anlässen mehrere Stunden dauern.

Gleichzeitig sehe er in seinem Wechsel nach Deutschland in gewisser Weise ein „Nachhausekommen“. Der gebürtige Niederländer stammt aus Kerkrade unweit der deutschen Grenze. Seine familiären Wurzeln reichen nach Aachen, Düsseldorf und Eupen im deutschsprachigen Teil Belgiens. „Also Deutschland ist mir nicht fremd“, betonte er.

An seinen bislang einzigen Besuch in Berlin erinnere er sich noch vage. Als Gymnasiast habe er die damals noch geteilte Stadt während eines Wochenendausflugs besucht. „Das war noch in der Zeit der Mauer“, sagte er. Seine Erinnerungen beschränkten sich allerdings vor allem auf ein „ziemlich graues und dunkles“ Stadtbild. Umso größer sei nun die Vorfreude auf die Hauptstadt und auf Deutschland insgesamt. Er freue sich auf die deutsche Kultur, Musik und Literatur ebenso wie auf die Sprache und die kulinarischen Traditionen des Landes. „Ich freue mich wirklich darauf“, sagte der neue Nuntius.


A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...