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Neuer Nuntius in Deutschland startet mit ungewöhnlich deutlicher Botschaft

Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland kennt die Kirche in Europa ebenso wie die Herausforderungen in Afrika. Nun beginnt für Erzbischof Hubertus van Megen eine neue Aufgabe in einem Land, dessen kirchliche Entwicklung er mit Sorge betrachtet.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Neuer Nuntius in Deutschland startet mit ungewöhnlich deutlicher Botschaft
© Deutsche Bischofskonferenz/Matthias Kopp

Erzbischof Hubertus van Megen hat seinen Antrittsbesuch bei der Deutschen Bischofskonferenz absolviert. Der neue Vertreter des Papstes bringt diplomatische Erfahrung aus Afrika mit – und einen durchaus unbequemen Blick auf die Zukunft der Kirche in Deutschland.

Antrittsbesuch am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz

Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, ist in Bonn offiziell bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) angekommen. Bei seinem ersten Besuch am Sitz des Sekretariats überreichte er dem DBK-Vorsitzenden, Bischof Dr. Heiner Wilmer, das offizielle Beauftragungsschreiben für sein neues Amt. Das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Schreiben markiert den formellen Beginn seiner Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz.

Van Megen traf dabei auch mit DBK-Generalsekretärin Beate Gilles zusammen und informierte sich über die Arbeit des Sekretariats. Bemerkenswert: Nach Angaben der DBK war es der erste Besuch eines Apostolischen Nuntius dort seit mehr als 13 Jahren. Seit Juli ist Erzbischof van Megen offiziell als Apostolischer Nuntius in Deutschland im Amt. Zum Auftakt seiner Mission empfing ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig zur Akkreditierung.

Vom Grenzort zum Papst-Diplomaten

Geboren wurde Hubertus van Megen im niederländischen Eygelshoven, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das nahegelegene Herzogenrath im Bistum Aachen liegt weniger als fünf Kilometer entfernt. 1987 wurde van Megen für das Bistum Roermond zum Priester geweiht. Schon bald führte ihn sein Weg in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Papst Franziskus ernannte ihn 2014 zum Apostolischen Nuntius im Sudan, wenig später übernahm er zusätzlich die Nuntiatur in Eritrea. Seine Bischofsweihe empfing van Megen aus den Händen von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

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2019 wechselte van Megen als Nuntius nach Kenia. Im selben Jahr wurde er zusätzlich für den Südsudan zuständig. Parallel dazu bekleidete er verschiedene Funktionen in Einrichtungen der Vereinten Nationen. Mit seiner neuen Aufgabe in Deutschland kehrt van Megen damit auch in eine ihm geografisch vertraute Region zurück. Zugleich bringt er Erfahrungen aus Ländern mit, in denen die Kirche vor ganz anderen Herausforderungen steht.

Wie kritisch sein Blick auf die Kirche in Deutschland ausfällt, machte er bereits bei seinem Abschied aus Kenia im Mai deutlich. Die Kirche in Deutschland sei, wie er selbst und die Kirche in seiner Heimat, „alt und grau“. Wo die jungen Menschen seien, wisse er „nicht sicher“. Eines aber stehe für ihn fest: „Sie sind nicht in der Kirche.“ Genau darin sieht van Megen eine der zentralen Herausforderungen seiner neuen Aufgabe in Deutschland.


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