Neun im Zweiten Weltkrieg ermordete Salesianer in Krakau seliggesprochen
In Krakau sind neun im Zweiten Weltkrieg ermordete Salesianer seliggesprochen worden. Die Kirche erinnert damit an ihren Einsatz im besetzten Polen und ihr Martyrium in Auschwitz und Dachau.

Im polnischen Krakau sind am Samstag neun salesianische Ordensleute seliggesprochen worden, die während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg in den Konzentrationslagern Auschwitz und Dachau ums Leben kamen. Die Feier im Johannes-Paul-II.-Heiligtum leitete im Auftrag von Papst Leo XIV. der Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Marcello Semeraro. Die neun Ordensmänner gelten als Märtyrer, die wegen ihres Glaubens von den Nationalsozialisten verfolgt und getötet wurden.
Neun Salesianer seliggesprochen
Mit der Seligsprechung von neun im Zweiten Weltkrieg ermordeten Salesianern erinnert die katholische Kirche an die Verfolgung des Klerus im besetzten Polen. Nach Angaben der Polnischen Bischofskonferenz kamen unter der nationalsozialistischen Herrschaft rund 2.800 polnische Geistliche, darunter sechs Bischöfe, ums Leben. Bereits 1999 hatte Papst Johannes Paul II. in Warschau 108 polnische Märtyrer seliggesprochen. Die nun geehrten Salesianer gehören zu einer Gruppe von insgesamt 122 Personen, deren Verfahren 2003 eröffnet wurde.
Der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Marcello Semeraro, würdigte die Ordensleute als Vorbilder der Glaubenstreue. Ihr Zeugnis inmitten von „Hass und Gewalt“ sei ein „Samenkorn des Friedens und der Brüderlichkeit“ für kommende Generationen, sagte er in seiner Predigt.
Die Salesianer wirkten vor ihrer Verhaftung in Seelsorge- und Bildungseinrichtungen in verschiedenen Teilen Polens. Nach ihrer Festnahme durch die deutschen Besatzungsbehörden wurden sie aus religiösem Hass in Konzentrationslager deportiert. Pater Jan Świerc und sieben weitere Ordensbrüder starben zwischen Juni 1941 und September 1942 im Konzentrationslager Auschwitz. Pater Franciszek Miśka kam im Mai 1942 im Konzentrationslager Dachau ums Leben. Trotz der Haftbedingungen seien viele von ihnen bis zuletzt seelsorglich für ihre Mithäftlinge tätig geblieben.
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An der Feier nahmen unter anderem der Krakauer Erzbischof Kardinal Grzegorz Ryś, der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx sowie Polens Staatspräsident Karol Nawrocki teil.
Gedenken an Johannes Paul II. und Gebet um Priesterberufungen
Die Seligsprechung der neun Salesianer wurde von einer Erinnerung an Papst Johannes Paul II. begleitet. Kardinal Marcello Semeraro verwies darauf, dass der spätere Pontifex die Verfolgung von Salesianern in Krakau selbst miterlebt habe. In einer seiner Schriften habe er festgehalten, diese Erfahrungen hätten seine Berufung entscheidend geprägt, so Semeraro, der den entsprechenden Abschnitt im Gottesdienst zitierte.
Auch der Krakauer Erzbischof Kardinal Grzegorz Ryś betonte die geistliche Dimension der Feier. Ziel sei nicht nur das Gedenken an die „Märtyrer des Zweiten Weltkriegs“, sondern auch das Gebet um neue Berufungen. „Wir bitten um neue Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben“, erklärte Ryś in einer Videobotschaft.
Die Feier fand bewusst im Johannes-Paul-II.-Wallfahrtszentrum statt. Der 2014 heiliggesprochene Papst aus Polen habe die Verhaftung eines Salesianers persönlich miterlebt und seine eigene Berufung auch mit dessen Martyrium in Verbindung gebracht. Der junge Karol Wojtyła habe früh erfahren, „was es bedeutet, wenn es in Kriegszeiten an Priestern mangelt“, so Ryś.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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