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Nicht die Gräben leugnen, sondern Brücken bauen: Gallaghers Friedensbotschaft in Moskau

In Moskau spricht Erzbischof Gallagher über Frieden, wo Spaltung, Misstrauen und unterschiedliche Identitäten aufeinandertreffen. Erzbischof Paul Richard Gallagher sieht gerade darin eine besondere Aufgabe der katholischen Kirche: Gräben nicht zu leugnen, sondern sie durch Dialog, Vergebung und gelebte Gemeinschaft zu überwinden.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Nicht die Gräben leugnen, sondern Brücken bauen: Gallaghers Friedensbotschaft in Moskau
(c) Wikimedia Commons - A. Savin

Zum Abschluss seines Moskau-Besuchs hat der vatikanische „Außenminister“ Erzbischof Paul Richard Gallagher die katholische Kirche in Russland dazu aufgerufen, im Alltag zu Friedensstiftern und Brückenbauern zu werden. Bei einer Begegnung mit Klerus und Ordensleuten sowie bei einer Eucharistiefeier mit den katholischen Bischöfen des Landes stellte er Dialog, Einheit und den Einsatz für Frieden in den Mittelpunkt.

Gallagher: Kirche in Russland soll Brücken des Friedens bauen

Gallagher würdigte bei dem Treffen mit Klerikern den Einsatz von Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Mitarbeitern in Russland. Der pastorale, erzieherische und karitative Dienst werde „oft unter nicht einfachen Bedingungen“ geleistet, sagte der Erzbischof und dankte den Anwesenden für ihre Treue. Zugleich hob er deren Engagement für die kirchliche Gemeinschaft und den Dialog mit anderen Christen hervor.

Im Namen von Papst Leo XIV. überbrachte Gallagher Grüße an die katholische Gemeinschaft in Russland. Alle Getauften seien zur Heiligkeit berufen, erinnerte er unter Bezug auf das Zweite Vatikanische Konzil. Die Kirche lebe dabei vom Zeugnis ihrer Mitglieder. Den Priestern und Ordensleuten sei deshalb eine besondere Verantwortung anvertraut, „das Evangelium, das ihr verkündet, durch euer Leben sichtbar zu machen“.

Entscheidend sei dabei die Gemeinschaft. „Wo Gemeinschaft und Einheit herrschen“, so Gallagher, „wird das Zeugnis glaubwürdig und fruchtbar.“

Gemeinsam mit den Menschen unterwegs

Mit Blick auf die pastorale Arbeit erinnerte Gallagher an einen Gedanken des verstorbenen Papstes Franziskus: Kirchliche Verantwortung bedeute, „mit den Menschen zu gehen“ – manchmal voraus, um zu führen, manchmal in ihrer Mitte, um zu unterstützen, und manchmal hinter ihnen, „um niemanden zurückzulassen“. Im Mittelpunkt stehe jedoch immer das gemeinsame Unterwegssein: einander helfen, um Vergebung bitten und vergeben.

Eine besondere Herausforderung sieht Gallagher im Dialog. Die Kirche müsse das Gespräch mit anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften suchen, ebenso mit anderen Religionen und mit Menschen, „die unseren Weg nicht teilen“. Dabei gehe es nicht darum, die eigene Identität preiszugeben. Im Gegenteil: Dialog bedeute, „sich respektvoll für die Wahrheit und die Gaben des anderen zu öffnen“.

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Unter Bezug auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Leo XIV. und dessen Papstmotto „In Illo uno unum“ – „In dem Einen sind wir eins“ – verband Gallagher diese Haltung mit dem Auftrag der Kirche, Einheit nicht als Gleichförmigkeit, sondern als Weg der Begegnung zu verstehen.

Brücken bauen, Frieden stiften

Aus dem von Gallagher betonten Dialoggedanken leitete sich unmittelbar sein zweiter Schwerpunkt ab: der Friedensauftrag der Kirche. Sie sei dazu berufen, „Friedensstifterin und Brückenbauerin“ zu sein. Papst Leo XIV. habe diese Aufgabe bereits zu Beginn seines Pontifikats in Erinnerung gerufen, als er zu einem „unbewaffneten und entwaffnenden, demütigen und beharrlichen Frieden“ aufrief.

Gallagher machte deutlich, dass Brückenbauen nicht bedeute, bestehende Konflikte und Gegensätze auszublenden. Vielmehr gehe es darum, „die Distanz zwischen zwei Ufern – die Spaltung, den Hass, das Unverständnis – anzuerkennen und sich gleichzeitig zu weigern, sie als unüberwindbar anzusehen“. Zum Abschluss bat er um die Fürsprache Mariens, damit die Gläubigen dazu beitragen könnten, „eine Welt aufzubauen, in der Liebe, Gerechtigkeit und Frieden herrschen“.

Im Anschluss an die Begegnung mit Klerus und Ordensleuten feierte Gallagher gemeinsam mit den katholischen Bischöfen Russlands eine festliche Eucharistiefeier in der Moskauer Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis. Zu den Konzelebranten gehörten der Apostolische Nuntius Giovanni d’Aniello und Nuntiaturberater Mislav Hodzic sowie Bischof Joseph Werth, der Apostolische Administrator Nikolai Dubinin und der Weihbischof und Jesuit Stephan Lipke.

Zu Beginn seiner Predigt übermittelte Gallagher ermutigende Worte von Papst Leo XIV. an die katholische Gemeinschaft Russlands. Sie solle ihren „Glaubensweg in der Russischen Föderation mit immer größerem Elan“ fortsetzen. Zugleich knüpfte der Erzbischof erneut an das Thema Frieden an und verwies auf die besondere Symbolik des Ortes: „Hier bei euch, in dieser Feier, ist die Weltkirche vertreten.“ Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und mit unterschiedlichen Lebensgeschichten seien „im Herzen Moskaus als eine einzige Familie versammelt“, vereint durch den gemeinsamen Glauben an Gott.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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