Nigeria: Katholische Bischöfe fordern Freilassung entführter Schüler und Lehrer
Die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan schlagen Alarm: Nach einer Entführung von Schülern im Bundesstaat Oyo sind 46 Menschen weiterhin in der Gewalt bewaffneter Gruppen. Mit eindringlichen Worten kritisieren sie die Sicherheitslage in Nigeria und warnen vor einer Wiederholung der Tragödie von Chibok.

Mehr als einen Monat nach der Entführung von 39 Schülerinnen und Schülern sowie sieben Lehrkräften im nigerianischen Bundesstaat Oyo haben die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan die sofortige Freilassung der Verschleppten gefordert. In einer Erklärung kritisieren sie das aus ihrer Sicht unzureichende Vorgehen der Behörden gegen die wachsende Unsicherheit im Land und warnen davor, dass sich die Tat zu einer weiteren langjährigen Tragödie wie der Massenentführung von Chibok im Jahr 2014 entwickeln könnte.
Bischöfe prangern Untätigkeit nach Entführung von Schulkindern an
Die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan werfen der nigerianischen Regierung ein Versagen im Kampf gegen die zunehmende Unsicherheit vor. In einer gemeinsamen Erklärung beklagen fünf Bischöfe, dass die 39 entführten Schülerinnen und Schüler sowie sieben Lehrkräfte auch mehr als einen Monat nach ihrer Verschleppung noch immer in der Gewalt bewaffneter Banditen sind. „Es ist nun schon über einen ganzen Monat her, seit 39 Schüler und sieben Lehrer entführt wurden“, heißt es in der Stellungnahme mit dem Titel „Zu lange fort, bringt sie jetzt nach Hause“.
Besonders eindringlich schildern die Bischöfe das Schicksal der jüngsten Opfer. Unter den Entführten befänden sich auch zweijährige Kinder, die seit Wochen unter menschenunwürdigen Bedingungen im Wald festgehalten würden. „Diese Kinder, die kaum verstanden haben, was mit ihnen geschehen ist, leben nun seit über einem Monat unter den härtesten Bedingungen, ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Ernährung und den Unbilden des Waldes völlig schutzlos ausgeliefert“, erklären die Bischöfe. Angesichts dieses Leids fordern sie die Behörden auf, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um die Verschleppten unverzüglich zu befreien.
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Erinnerung an vergangene Entführung
Die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan haben angesichts der anhaltenden Entführungsfälle in Nigeria eine deutliche Verschärfung der Sicherheitslage beklagt. Trotz wiederholter Zusicherungen der Behörden habe sich die Situation im Land weiter verschlechtert, heißt es in ihrer Erklärung. „Wir katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan können daher nicht länger einfach schweigen“, betonen sie und verweisen auf das „unerträgliche Leid“, das den Familien der Entführten zugefügt werde.
Mit Blick auf frühere Geiselnahmen erinnern die Bischöfe insbesondere an die Entführung von 2014 in Chibok, bei der 276 Schülerinnen verschleppt wurden. Die aktuelle Entführung vom 15. Mai 2026 dürfe sich nicht zu einer weiteren unaufgeklärten Tragödie entwickeln. „Wir stellen mit Schmerz fest, dass viele von ihnen auch so viele Jahre später noch immer nicht frei sind“, heißt es mit Bezug auf die damaligen Opfer. Die Bischöfe appellieren daher an die Regierung im Bundesstaat Oyo sowie an die Bundesregierung, entschlossen zu handeln, damit sich ein solches Schicksal nicht wiederholt.
Zugleich äußern sie Kritik an Plänen zur Reintegration sogenannter „reumütiger Banditen“. Solche Programme dürften nicht auf Kosten der Opfergerechtigkeit gehen, warnen sie. „Gerechtigkeit, Transparenz und Rechenschaftspflicht erfordern, dass Banditen, Entführer und ihre Unterstützer entschlossen und zügig mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden“, so die Bischöfe.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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