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Österreichweite Sonntagsallianz warnt vor weiterer Ausweitung der Sonntagsöffnung

Die Sonntagsöffnung sorgt erneut für Diskussionen: Während in Vorarlberg kleine Lebensmittelgeschäfte bereits öffnen dürfen, warnen Kirche und Arbeitnehmervertreter vor einer Entwicklung, die den gemeinsamen Ruhetag zunehmend infrage stellen könnte.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Österreichweite Sonntagsallianz warnt vor weiterer Ausweitung der Sonntagsöffnung
(c) Tama66 - pixabay user_id:1032521

Die Debatte über eine Ausweitung der Sonntagsöffnung im Handel stößt bei der österreichweiten Sonntagsallianz auf entschiedenen Widerstand. Anlass ist das seit Ende Juni in Vorarlberg geltende Modell, das kleinen Lebensmittelgeschäften eine Öffnung an Sonntagen ermöglicht. Die Allianz warnt vor einer schleichenden Aushöhlung des gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags und lehnt eine Übernahme des Modells in weiteren Bundesländern ab.

Kritik an Sonntagsöffnung

Der kirchliche Sprecher der Sonntagsallianz, der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl, warnt vor einer weiteren Aushöhlung des gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags. „Sonn- und Feiertage sind bereits für viele Menschen Arbeitstage“, betonte Krautwaschl in einer Stellungnahme auf der Homepage der Diözese Graz-Seckau. Sonntagsarbeit sei in systemrelevanten Berufen notwendig, den Beschäftigten dafür gebühre Dank. Ob zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten am Sonntag allerdings einen gesellschaftlichen Mehrwert bringen, sei „mehr als zweifelhaft“.

Hintergrund ist das seit Ende Juni geltende Modell in Vorarlberg. Dort dürfen Lebensmittelgeschäfte mit bis zu 400 Quadratmetern sonntags zwischen 7 und 18 Uhr öffnen. Voraussetzung ist, dass kein Personal eingesetzt wird und das Geschäft von der Inhaberin oder dem Inhaber selbst betreut wird.

Peter Hochegger vom diözesanen Fonds für Arbeit und Bildung sieht darin eine grundsätzliche gesellschaftspolitische Frage. Systemrelevante Sonntagsarbeit, etwa im Gesundheitswesen oder bei der Polizei, müsse von Tätigkeiten unterschieden werden, die ausschließlich profitorientiert seien. Auch Beschäftigung in Gastronomie, Kultur oder Kinos könne sinnvoll sein, weil sie der Erholung anderer Menschen diene.

Eine weitere Lockerung der gesetzlichen Sonntagsregelungen im profitorientierten Bereich widerspreche hingegen der „Idee des freien Sonntags als gemeinsamen freien Tag zur Erholung“, so Hochegger.

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Sonntag als „gesellschaftliches Gut“

Auch Bernhard Schwarzenegger, Geschäftsführer des diözesanen Fonds, spricht sich für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags aus. Dieser sei ein „hohes gesellschaftliches Gut“ und schaffe gemeinsame Zeit für Familie und Freunde sowie Raum „zum Innehalten und zur Erholung“.

Kritisch äußert sich ebenfalls die Katholische Arbeitnehmerbewegung Steiermark. Ihr Vorsitzender Heinz Zeiringer warnt davor, dass mit einer weiteren Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten „wieder eine Gruppe mehr am Sonntag arbeiten“ würde – auch wenn zunächst nur die Geschäftsinhaber selbst betroffen seien.

Andreas Gjecaj, Präsident der Katholischen Aktion Steiermark, bezeichnet den Sonntag als „Geschenk“. Er biete Raum für Pausen, Gemeinschaft und gemeinsames Feiern.

Die österreichische Sonntagsallianz setzt sich bereits seit 2001 für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags ein. Sie versteht diesen nicht nur als kirchliches, sondern als gesellschaftliches Anliegen. Neben kirchlichen Einrichtungen gehören auch Gewerkschaften, die Arbeiterkammer und weitere Organisationen der Allianz an. Ihr Ziel ist es, den Sonntag als gemeinsamen freien Tag zu bewahren und einer schleichenden Ausweitung von Arbeits- und Konsumzeiten entgegenzuwirken.


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Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

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