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Ordensfrau in Jerusalem attackiert – Sorge über „Plage des Hasses“

In Jerusalem ist eine französische Ordensfrau und Forscherin nahe dem Zionsberg Opfer eines gewaltsamen Angriffs geworden. Die 48-Jährige wurde verfolgt, zu Boden gestoßen und getreten; die Polizei nahm einen 36-jährigen

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Ordensfrau in Jerusalem attackiert – Sorge über „Plage des Hasses“
(c) Bildnachweis: Beitragsbild - Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)

In Jerusalem ist eine französische Ordensfrau und Forscherin nahe dem Zionsberg Opfer eines gewaltsamen Angriffs geworden. Die 48-Jährige wurde verfolgt, zu Boden gestoßen und getreten; die Polizei nahm einen 36-jährigen Verdächtigen fest. Der Vorfall stößt international auf scharfe Verurteilung und wird vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen gegenüber religiösen Gemeinschaften diskutiert.

Ordensfrau bei Angriff verletzt

Ein weiterer Vorfall von Gewalt gegenüber Christen im Heiligen Land sorgte zu Beginn der Woche erneut für Bestürzung. Dazu erklärte Pater Olivier Poquillon, Direktor der École biblique et archéologique française, am Donnerstag: „Die Plage des Hasses ist eine gemeinsame Herausforderung“. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag in der Nähe des Grabes König Davids auf dem Zionsberg.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde eine 48-jährige französische Ordensfrau und Forscherin auf offener Straße von einem Mann verfolgt, zu Boden gestoßen und anschließend mit Tritten attackiert. Ein von der Polizei veröffentlichtes Video dokumentiert die Verletzungen der Frau, darunter deutliche Blutergüsse im Gesichtsbereich.

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Die israelische Polizei nahm am Mittwoch einen 36-jährigen Mann fest, der im Verdacht steht, für die Tat verantwortlich zu sein. Die Behörden betonten, man gehe mit „äußerster Ernsthaftigkeit“ gegen jede Form von Gewalt vor – insbesondere dann, wenn sie „durch mögliche rassistische Motive motiviert ist und sich gegen Mitglieder des Klerus richtet“. Während die Ermittlungen andauern, zeigte sich Pater Poquillon dankbar für die Unterstützung nach dem Angriff. Sein Dank gelte „den Menschen, die während des Angriffs zu Hilfe kamen, den Diplomaten, den Akademikern und allen, die Unterstützung angeboten haben“, so der Direktor.

Religionsfreiheit: Gewalt und Feindseligkeit längst keine Einzelfälle

Der Angriff auf eine französische Ordensfrau in Jerusalem hat in Politik, Kirche und Wissenschaft deutliche Reaktionen ausgelöst. Bereits kurz nach dem Vorfall sprach der Direktor der École biblique et archéologique française von einem „grundlosen Angriff“ und verurteilte diesen „mit Nachdruck“.

Auch das israelische Außenministerium reagierte und bezeichnete den Vorfall auf der Plattform X als „beschämenden Akt“. Zugleich versicherte die Behörde, Israel bleibe entschlossen, „die Religionsfreiheit und die Freiheit der Religionsausübung für alle Glaubensrichtungen zu schützen“. Der festgenommene Verdächtige befinde sich weiterhin in Gewahrsam; man verfolge eine „harte Linie gegen Gewalt“ und wolle Täter rasch zur Verantwortung ziehen. „Gewalt gegen unschuldige Menschen, insbesondere gegen Mitglieder religiöser Gemeinschaften, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz“, hieß es weiter.

Auch aus der Wissenschaft kam deutliche Kritik. Die Fakultät für Geisteswissenschaften der Hebräischen Universität Jerusalem äußerte „tiefen Schock und Verurteilung“ und warnte vor einem größeren Trend. Der Vorfall sei „kein Einzelfall, sondern Teil eines besorgniserregenden Musters wachsender Feindseligkeit gegenüber der christlichen Gemeinschaft und ihren Symbolen“. Vor diesem Hintergrund wurde zudem auf einen früheren Vorfall verwiesen, bei dem israelische Soldaten nach der Beschädigung einer Jesus-Statue im Libanon in 30-tägige Militärhaft genommen wurden.

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