Am Dienstag gab der Lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa bekannt, dass die Osterfeierlichkeiten im Heiligen Land aufgrund der Sicherheitslage nur eingeschränkt stattfinden können. Nach der Zugangsverweigerung zum Heiligen Grab am Palmsonntag sollen die Karwochenfeiern hinter verschlossenen Türen und mit stark begrenzter Teilnehmerzahl erfolgen. Am Karfreitag vermeldeten nach Angaben von ucanews zwei katholische Kirchen in Dubai, dass alle Osterliturgien in den Vereinigten Arabischen Emiraten abgesagt wurden. Die Maßnahme folgte einer Weisung der Regierung und ist eine weitere Einschränkung der Osterfeierlichkeiten in Nahost.
Sicherheitsvorkehrungen und diplomatische Gespräche
Am Dienstag informierten der Lateinische Patriarch im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, und sein Kustos über die Maßnahmen zu den Osterfeierlichkeiten. „Nach Rücksprache mit den Behörden haben wir eine Vereinbarung getroffen, wonach die Feierlichkeiten der Karwoche hinter verschlossenen Türen und mit einer begrenzten Anzahl von Gläubigen stattfinden werden“, erklärte Kardinal Pizzaballa. Die Kirchen im Heiligen Land bleiben damit geöffnet, allerdings unter strengen Einschränkungen: Es liege „im Ermessen jedes Pfarrers, je nach Lage und Sicherheitslage vor Ort das Mögliche zu tun, um den Gläubigen die Feier der Osterriten zu ermöglichen“. Das Heilige Grab selbst ist für die Öffentlichkeit geschlossen, da es in der Nähe keine Schutzräume gibt; die Feierlichkeiten sind nur der örtlichen Ordensgemeinschaft und maximal zwei bis drei externen Personen gestattet.
Diese Lage war auch Thema eines Telefongesprächs zwischen Papst Leo XIV. und dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog am Karfreitag. Nach Angaben des Vatikans erörterten beide die anhaltende Bedrohung durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran, die zunehmenden Raketenangriffe des iranischen Regimes und seiner Stellvertreter auf Menschen aller Glaubensrichtungen in der Region sowie die dringende Notwendigkeit weiterer humanitärer Hilfe. Die militärische Eskalation war zuvor durch die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, stärkere Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen, verschärft worden.
Osterfeier in Nahost: Ostergottesdienste in Dubai abgesagt
Nach den stark eingeschränkten Osterfeierlichkeiten im Heiligen Land reagierte auch Dubai am Karfreitag auf die eskalierende Lage im Nahen Osten. Demnach teilten nach Angaben von ucanews zwei katholische Kirchen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Weisung der Regierung mit, dass alle Gottesdienste abgesagt werden müssten.
Das Küstengebiet von Jebel Ali, in dem die katholische St.-Franziskus-von-Assisi-Kirche liegt, war in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen, die der Iran als Vergeltung für die am 28. Februar gestartete israelisch-amerikanische Offensive auf benachbarte Golfstaaten abgefeuert hatte. „Die Gemeindemitglieder werden gebeten, im Interesse der Sicherheit und des Wohlergehens der Gemeinschaft von einem Besuch des Kirchengeländes abzusehen“, hieß es auf der Website der Kirche. Auch die St.-Marien-Kirche in Dubai veröffentlichte eine ähnliche Ankündigung und übertrug die Karfreitagsliturgie live auf ihrem YouTube-Kanal. Trotz der Einschränkungen beteten einige Gemeindemitglieder am Karfreitag auf dem Bürgersteig vor den hohen Mauern der Kirche, wie ucanews berichtet.
Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran mehr als 5.000 Raketen- und Drohnenangriffe auf die sechs Mitglieder des Golfkooperationsrats verübt: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman. Dubai, die bevölkerungsreichste Stadt der VAE, ist dabei besonders exponiert. Im vergangenen Dezember feierte Kurienkardinal Luis Antonio Tagle in Dubai mit rund 30.000 Gläubigen die traditionelle philippinische Weihnachtsnovene „Simbang Gabi“. Die St.-Marien-Kirche gilt dank der starken philippinischen Gemeinschaft als größte Pfarrei der Welt.
