Welt

Papst Leo XIV. an Spaniens Jugend: „Seid der Funke einer neuen Menschheit“

Papst Leo XIV. hat bei einer Gebetsvigil in Madrid vor rund 600.000 jungen Menschen zu mehr Menschlichkeit, gelebtem Glauben und gesellschaftlicher Verantwortung aufgerufen. Die Jugendlichen forderte er auf, „der Funke einer neuen Menschheit“ zu sein und die Welt mit Liebe und Hoffnung zu verändern.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. an Spaniens Jugend: „Seid der Funke einer neuen Menschheit“
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Mit einer Forderung nach Menschlichkeit, Liebe und gelebtem Glauben hat Papst Leo XIV. den ersten Tag seiner Spanienreise beendet. Bei einer Gebetsvigil vor rund 600.000 jungen Menschen auf der Plaza de Lima in Madrid rief das Kirchenoberhaupt die Jugend dazu auf, angesichts von Krieg, Gleichgültigkeit und Lüge Hoffnung zu stiften und die Gesellschaft im Geist des Evangeliums zu verändern. „Seid selbst der Funke einer neuen Menschheit“, forderte der Papst die Teilnehmer auf.

Auftrag an die junge Generation

Vor rund 600.000 jungen Menschen feierte Papst Leo XIV. die Gebetsvigil auf der Plaza de Lima in Madrid und schloss damit den ersten Tag seiner Spanienreise ab. Die Atmosphäre war zugleich festlich und nachdenklich. Immer wieder wandte sich der Papst frei auf Spanisch an die Jugendlichen und erhielt dafür spontanen Applaus.

Im Zentrum seiner Ansprache stand ein eindringlicher Aufruf zu Authentizität und Menschlichkeit. Den jungen Menschen vertraute er einen klaren Auftrag an: „Seid Menschen! Ja, seid Menschen!“ Gefragt seien keine „Fassaden“, sondern „vertrauenswürdige Gesichter“, sagte Leo XIV. Christen sollten nach Gerechtigkeit streben, ehrlich leben und sich am Vorbild Christi orientieren. „Seid Menschen wie Christus, der vollkommene Mensch“, rief er den Teilnehmern zu.

Wie Christen ihren Glauben in der heutigen Welt leben können, erläuterte der Papst mit Blick auf die Apostel. Diese hätten ihren Glauben in einem nichtchristlichen Umfeld bezeugt und könnten auch heute Orientierung geben. Die Jugendlichen forderte er auf, „Missionare des Evangeliums“ zu sein und den materiellen wie geistlichen Nöten der Gegenwart zu begegnen.

Dabei stellte Leo XIV. die Liebe in den Mittelpunkt. Der christliche Glaube verwirkliche sich als Lebensweise, „die sich in der Liebe verwirklicht“, betonte er unter Verweis auf den Galaterbrief. Die Liebe sei jene Kraft, „die die Geschichte mehr als jede andere verändert“. Deshalb appellierte er an die Jugendlichen: „Ihr könnt die Geschichte verändern. Tut es mit Liebe.“

Salz der Erde sein

Papst Leo XIV. ermutigte die Jugendlichen, als Christen Verantwortung in Gesellschaft und Kirche zu übernehmen. In Anlehnung an das biblische Bild vom „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ rief er dazu auf, die Gegenwart aufmerksam wahrzunehmen und aktiv mitzugestalten. Es gelte, die heutige Gesellschaft „gut zu verstehen und weise zu leben“, um sie als Zeugen des Evangeliums zu verwandeln.

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Zugleich warnte der Papst davor, das eigene Glück von „Reichtum, Vergnügen oder Macht“ abhängig zu machen. Wahre Freiheit entspringe vielmehr dem Glauben und könne der Welt „Licht und guten Geschmack“ verleihen. Wo Menschen dagegen in Gleichgültigkeit und Anpassung verharrten, verliere das Leben seinen Sinn und seine Lebendigkeit.

Mit Blick auf die Krisen der Gegenwart richtete Leo XIV. einen eindringlichen Appell an die jungen Menschen: „Angesichts der Leere von Gleichgültigkeit und Konformismus, angesichts der Gewalt von Krieg und Lüge, seid ihr selbst der Funke einer neuen Menschheit.“ Abschließend ermutigte er die Jugendlichen, ihren Glauben nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch im digitalen Raum sichtbar und glaubwürdig zu bezeugen.

Papst beantwortet Fragen von Jugendlichen

Die Gebetsvigil bot nicht nur Raum für Gebet und Ansprachen, sondern auch für einen direkten Austausch zwischen Papst Leo XIV. und den Jugendlichen. Mehrere junge Menschen nahmen auf der Bühne Platz und konnten dem Kirchenoberhaupt stellvertretend für ihre Generation persönliche Fragen stellen.

Dabei sprach der Papst auch über prägende Vorbilder seines Glaubenslebens. Der Augustiner nannte zunächst den heiligen Augustinus, verwies aber ebenso auf den Augustinerbischof Thomas von Villanova, dessen Einsatz für Bedürftige ihn bis heute beeindrucke. Dessen Nächstenliebe habe ihn „in Zeiten der Prüfung ermutigt“ und ihn in seinem Dienst begleitet, sagte Leo XIV.

Zu seinen weiteren geistlichen Vorbildern zählte der Papst den Kirchenvater Johannes Chrysostomos sowie den spanischen Missionar Toribio de Mogrovejo. Diese persönlichen Einblicke unterstrichen den familiären Charakter des Treffens und sorgten für einen Moment der Nähe zwischen dem Papst und den jungen Teilnehmern.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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