Vatikan

Papst Leo XIV. beim Angelus: Christus immer wieder neu entdecken

Glaube erschöpft sich nicht in vertrauten Antworten: Beim Angelus stellte Papst Leo XIV. die persönliche Beziehung zu Christus in den Mittelpunkt – und erinnerte zugleich an Menschen, die in Afrika durch Ebola und ein Grubenunglück ihr Leben verloren haben.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. beim Angelus: Christus immer wieder neu entdecken
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Papst Leo XIV. hat beim Angelus am Sonntag dazu aufgerufen, den eigenen Glauben immer wieder neu an der Person Jesu Christi auszurichten. Christen sollten sich nicht in vermeintlichen Gewissheiten verschließen, sondern offen bleiben für die Frage, wer Christus im eigenen Leben tatsächlich ist. Zugleich erinnerte der Papst an die Opfer der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo und eines schweren Grubenunglücks in der Zentralafrikanischen Republik.

„Wer ist der Herr für mich?“

Im Mittelpunkt seiner Angelus-Ansprache stand die Frage Jesu an seine Jünger: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Für Papst Leo XIV. ist sie bis heute eine zentrale Frage des Glaubens. Denn der Glaube sei nichts, das Christen „ein für alle Mal“ geschenkt werde. Vielmehr gelte es, Christus und sein Evangelium immer wieder neu zu entdecken und das eigene Denken und Handeln daran zu messen.

Gerade in schwierigen Lebenssituationen zeige sich, wie tragfähig der eigene Glaube ist. Leo verwies dabei auf „die Wunden und Nöte unserer Brüder und Schwestern“ sowie auf Beziehungen und Entscheidungen, die das Gewissen herausfordern. Im Alltag könne sich zeigen, ob Jesus lediglich als bedeutende Gestalt der Geschichte wahrgenommen werde oder als „der Christus Gottes“, der das eigene Leben und die Welt verändern könne.

Eine wirkliche Begegnung mit Christus könne nach den Worten des Papstes dazu führen, „neue Wege zu beschreiten“ und Entscheidungen zu treffen, die nicht den bisherigen Vorstellungen entsprechen. Das betreffe auch die Kirche selbst und ihre pastorale Arbeit. Eingespielte Routinen müssten immer wieder hinterfragt werden.

Am Ende stehe deshalb eine persönliche Auseinandersetzung mit den Fragen des Evangeliums: „Wer ist der Herr für mich? Kenne ich ihn wirklich? Was fordert sein Evangelium heute von mir?“

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Papst Leo erinnert an Opfer von Ebola und Grubenunglück

Neben der Frage nach dem persönlichen Glauben richtete Papst Leo XIV. beim Angelus den Blick auch auf die Not und das Leid in Afrika. Er erinnerte an die Opfer der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sowie an die Menschen, die bei einem schweren Grubenunglück in der Zentralafrikanischen Republik ums Leben kamen.

„In meinen Gebeten denke ich oft an die Demokratische Republik Kongo“, sagte Leo. Mit Blick auf die Ebola-Epidemie appellierte er an die internationale Gemeinschaft, die lokalen Gemeinschaften stärker in die Prävention einzubeziehen. Es brauche „Maßnahmen“, die dazu beitragen, „viele Menschenleben zu retten“. Nach Angaben der UNO hat die jüngste Epidemie bislang rund 2.500 Todesopfer gefordert.

Auch der Einsturz einer Goldmine in Zamboyé beschäftigte den Papst. Bei dem Unglück waren am vergangenen Dienstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Leo gedachte der Opfer mit den Worten: „Der Herr möge alle, die ihr Leben verloren haben, in sein Reich aufnehmen.“

Auch lenkte er die Aufmerksamkeit auf die schwierigen und teils gefährlichen Arbeitsbedingungen im Bergbau. Er rief zu „Bemühungen um die Gewährleistung von Sicherheit und Rechtmäßigkeit an den Bergbaustandorten“ auf. Die Behörden der Zentralafrikanischen Republik haben die handwerkliche Goldmine nahe der Grenze zu Kamerun inzwischen vorübergehend geschlossen. Unter den Opfern waren nach verschiedenen Angaben bis zu 100 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik, Kamerun und dem Tschad.


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