Papst Leo XIV. besucht überraschend Benediktinerabtei Montecassino – Privates Friedensgebet am Grab des heiligen Benedikt
Ein überraschender Besuch mit großer Symbolkraft: Während seines Sommerurlaubs hat Papst Leo XIV. überraschend die Benediktinerabtei Montecassino besucht. Am Grab des heiligen Benedikt betete er für den Frieden, traf die Mönchsgemeinschaft und erinnerte zugleich an einen Ort, der wie kaum ein anderer für die wechselvolle Geschichte Europas steht.
Mit einem unangekündigten Ausflug hat Papst Leo XIV. während seines Sommeraufenthalts in Castel Gandolfo für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Kirchenoberhaupt besuchte am Montag die traditionsreiche Benediktinerabtei Montecassino, wo er am Grab des heiligen Benedikt für den Frieden in den von Kriegen erschütterten Regionen der Welt betete. Nach Angaben des Vatikans handelte es sich um eine private Visite, die erst wenige Stunden vor der Ankunft bestätigt wurde und in schlichter Atmosphäre mit Gebet, Begegnungen und einem gemeinsamen Mittagessen mit der Klostergemeinschaft stattfand.
Besuch für Abt von Montecassino ein „unerwartetes Geschenk“
Papst Leo XIV. hat während seines Sommerurlaubs in Castel Gandolfo einen privaten Besuch in der Benediktinerabtei Montecassino unternommen. Für die Klostergemeinschaft kam die Visite überraschend. „Es war ein völlig unerwartetes Geschenk“, sagte Abt Antonio Luca Fallica. Da der Besuch rein privater Natur gewesen sei, habe der Vatikan um „äußerste Diskretion“ gebeten. Die endgültige Bestätigung sei erst am Morgen eingetroffen, sodass auch die Mönche erst wenige Stunden vor der Ankunft des Papstes informiert werden konnten.
Der Aufenthalt verlief laut dem Abt „in großer Einfachheit und Vertrautheit“. Nach einer kurzen Begegnung mit der Gemeinschaft besichtigte Leo XIV. die Abtei und begrüßte auch Besucher und Touristen. Gemeinsam mit den Benediktinern betete er anschließend das Stundengebet und nahm danach am Mittagessen der Gemeinschaft teil.
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Vor seiner Rückkehr nach Castel Gandolfo besichtigte der Papst außerdem das Archiv und die Bibliothek der traditionsreichen Abtei. „Es war wirklich eine sehr, sehr schöne Erfahrung“, resümierte Abt Fallica. Er zeigte sich überzeugt, dass sich Leo XIV. über die Rückkehr nach Montecassino gefreut habe, das er bereits während seiner Studienzeit in Rom besucht hatte.
Geschichtsträchtiger Ort: Gebet am Grab des heiligen Benedikt
Am Grab des heiligen Benedikt verharrte Papst Leo XIV. zu einem stillen Gebet. Es ist derselbe Ort, an dem bereits Papst Paul VI. im Jahr 1964 betete, bevor er die nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererrichtete Abteikirche feierlich neu weihte. Die ursprüngliche Kirche war 1944 bei einem alliierten Bombenangriff vollständig zerstört worden. Bis heute erinnern die Gräber von mehr als tausend polnischen Soldaten am Hang des Montecassino an die erbitterten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs.
Die Abtei Montecassino gilt als Wiege des Benediktinerordens. Der heilige Benedikt von Nursia gründete das Kloster nach gängiger historischer Überlieferung im Jahr 529. Dieses Datum markiert nach Auffassung vieler Historiker zugleich den Übergang von der antiken zur christlich geprägten europäischen Kultur, da im selben Jahr auch die Platonische Akademie in Athen geschlossen wurde.
Die Geschichte des Klosters ist von wiederholten Zerstörungen und Wiederaufbauten geprägt. Bereits wenige Jahrzehnte nach seiner Gründung wurde Montecassino zerstört und später wieder errichtet. Im 9. Jahrhundert fiel die Abtei erneut einem Angriff der Sarazenen zum Opfer.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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