Vatikan

Papst Leo XIV.: „Die Schöpfung spricht zu uns von Gott“

Papst Leo XIV. lädt dazu ein, die Schöpfung mit anderen Ohren zu hören. In der Natur, sagt er, lässt sich eine Stimme wahrnehmen, die über das Sichtbare hinausweist – die Stimme des Schöpfers.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: „Die Schöpfung spricht zu uns von Gott“
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung hat Papst Leo XIV. zu mehr Achtsamkeit gegenüber der Natur und zu einer „echten ökologischen Umkehr“ aufgerufen. Bei einer Messfeier in den päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo lud er dazu ein, im Alltag bewusst innezuhalten und in der Schöpfung die „wohlklingende Stimme“ Gottes zu entdecken.

Innehalten und Gottes Schöpfung entdecken

Diesen Gedanken verband Leo XIV. mit einer ganz konkreten Einladung: Die Menschen sollten sich in den kommenden Tagen immer wieder einige Minuten Zeit nehmen, um aus dem Lärm und der Hektik des Alltags herauszutreten. „Stellen wir für all die Geräusche menschlicher Werke die ‚Stummschaltung‘ ein“, sagte der Papst, „um der wohlklingenden Stimme der Schöpfung zu lauschen“. In dieser Stimme, so seine Überzeugung, spreche Gott selbst zu den Menschen.

Die Natur lediglich in ihrer Schönheit zu betrachten, greife dabei zu kurz. Feuer, Wind, stürmisches Wasser oder die Sterne am Himmel seien für Leo XIV. nicht nur faszinierende Erscheinungen, sondern Hinweise auf den Schöpfer. „Die ganze Schöpfung spricht zu uns von der Erhabenheit des Schöpfers“, betonte er bei der Heiligen Messe in den päpstlichen Gärten..

Die Messfeier stand im Zeichen des Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung. Wie bereits im vergangenen Jahr feierte Leo XIV. sie auf dem Gelände des „Borgo Laudato si‘“, eines ökologisch-sozialen Musterprojekts in Castel Gandolfo. Der Name erinnert an die Enzyklika „Laudato si‘“, mit der Papst Franziskus 2015 die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung des Menschen für die Umwelt zu einem zentralen Thema gemacht hatte.

Staunen als Weg zu Gott

Für Leo XIV. führt das Staunen über die Natur zugleich zu einer tieferen Erkenntnis der Liebe Gottes. Wer die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld betrachte, könne erkennen, wie wertvoll sie in den Augen des Schöpfers seien. Wenn Gott schon für die Schönheit und das Wohlergehen seiner Geschöpfe sorge, „um wie viel mehr“ werde er sich dann um die Bedürfnisse der Menschen kümmern, sagte der Papst.

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„Wenn wir voller Staunen die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld bewundern“, sagte der Papst, „dann verstehen wir, wie groß die Liebe Gottes zu uns ist.“

Aus der Fürsorge Gottes für die gesamte Schöpfung leitet Leo XIV. auch eine Zusage an den Menschen ab. Wenn Gott Pflanzen und Tieren Schönheit schenke und für das Notwendige sorge, werde er erst recht auf die Bedürfnisse seiner „geliebten Söhne und Töchter“ achten, betonte er.

Weiter verband der Papst seine geistliche Betrachtung der Schöpfung mit einem erneuten Appell zu mehr Verantwortung für die Umwelt. Notwendig sei „eine echte ökologische Umkehr“, sagte Leo XIV. Damit verbunden sei „ein neues Engagement, um die Beziehungen unter den Geschöpfen nach dem Willen ihres Schöpfers wiederherzustellen“.

Welche Haltung ihm dabei vorschwebt, verdeutlichte der Papst mit einem Blick auf den heiligen Franz von Assisi. In seiner Predigt griff er den berühmten „Sonnengesang“ auf, in dem Franziskus die Verbundenheit von Mensch, Natur und Schöpfer zum Ausdruck bringt.


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