Papst Leo XIV. erhält Liberty Medal und wirbt für Lebensschutz und Religionsfreiheit
Bei der Verleihung der Liberty Medal hat Papst Leo XIV. die USA zu einer Rückbesinnung auf ihre Gründungswerte aufgerufen. Im Zentrum seiner Rede standen Menschenwürde, Lebensschutz und Religionsfreiheit

Papst Leo XIV. ist in den USA mit der renommierten Liberty Medal ausgezeichnet worden. Bei einer Feierstunde in Philadelphia zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit würdigte das National Constitution Center den ersten US-amerikanischen Papst für seinen Einsatz für Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit. In einer per Videoschalte aus dem Vatikan übertragenen Dankesrede rief Leo XIV. dazu auf, die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten neu zu bekräftigen und betonte den Schutz der Menschenwürde sowie des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.
Amerika soll seinen Idealen treu bleiben
Papst Leo XIV. hat die Verleihung der Liberty Medal zum Anlass genommen, den Vereinigten Staaten zum 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit Gottes Segen zu wünschen und zu einem Bekenntnis zu ihren Gründungsidealen aufzurufen. „Ich bete dafür, dass der 250. Jahrestag der Gründung dieser großartigen Nation Anlass sein möge für ein feierliches erneutes Bekenntnis zu diesen Idealen“, sagte der Papst in seiner aus dem Vatikan übertragenen Dankesrede.
Leo XIV., mit bürgerlichem Namen Robert Prevost, ist der erste Papst aus den USA. Der 1955 in Chicago geborene Pontifex wurde vom National Constitution Center mit der Liberty Medal ausgezeichnet. Die seit 1988 vergebene Ehrung würdigt Persönlichkeiten und Organisationen, die sich in besonderer Weise für Freiheit und Menschenwürde einsetzen. In diesem Jahr erhielt der Papst die Auszeichnung für seinen Einsatz für Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit.
„Als Sohn dieses großartigen Landes“ bat Leo um Gottes Segen für die Zukunft der Vereinigten Staaten. Die in der Unabhängigkeitserklärung verankerten Ideale sollten das Land auch künftig „in Einheit, Gerechtigkeit und Frieden“ leiten. Es sei ihm eine besondere Ehre, die Auszeichnung gerade in dem Jahr entgegenzunehmen, in dem sich die Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 zum 250. Mal jährt.
Leben und Würde als Maßstab
Papst Leo XIV. würdigte in seiner Ansprache die in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung formulierten unveräußerlichen Rechte auf „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“. Diese Gedanken seien zwar „in der Sprache der Aufklärung formuliert“, gründeten aber letztlich auf der biblischen Überzeugung, dass alle Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen seien.
Darin liege auch die Grundlage der Menschenwürde, erklärte der Papst. Diese gehe jedem Staat voraus, und ihre Wahrung sei dessen eigentliche Aufgabe. Zugleich erinnerte Leo XIV. daran, dass die Vereinigten Staaten über Generationen hinweg Einwanderern neue Chancen eröffnet hätten. Gerade die Offenheit für Menschen aus aller Welt habe Amerika zu einem „Inbegriff der Freiheit“ gemacht.
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Vor dem Hintergrund des Jubiläums der Unabhängigkeit rief der Papst dazu auf, die Gründungsprinzipien der Nation neu zu bedenken. Amerika möge dem Ideal eines „Landes der Freien und der Heimat der Tapferen“ treu bleiben. Dabei hob er besonders das Recht auf Leben hervor: Es sei das erste der von den Gründervätern verankerten Rechte. „Niemand, dem das Leben genommen wurde, kann Freiheit genießen oder nach Glück streben“, sagte Leo XIV.
Papst wirbt für umfassenden Lebensschutz und Religionsfreiheit
Darüber hinaus wandte sich Papst Leo XIV. in seiner Rede dem Thema Lebensschutz zu. Er plädierte für die Achtung des menschlichen Lebens „von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“ und betonte, dieser Wert habe Generationen dazu geführt, „die wunderbaren Werke des Schöpfers zu preisen“ und dem Leben in Ehrfurcht zu begegnen.
Diese Ehrfurcht müsse weiter gepflegt werden, so der Papst, „eine Ehrfurcht, die die Herzen der Menschen bewegt und Gesetze inspiriert“, die das Leben in allen Phasen schützen. Die moralische Größe einer Nation zeige sich besonders darin, „das Leben aller zu unterstützen, zu schützen und zu wertschätzen“, insbesondere das der Schwächsten.
Mit Blick auf die gesellschaftlichen Grundlagen der Vereinigten Staaten hob Leo XIV. zugleich die Bedeutung von Freiheit hervor. „Das Verlangen nach Wahrheit und Freiheit sowie das Streben nach Glück“ begleite Menschen aller Generationen und stelle grundlegende Fragen nach Sinn und Ziel des Lebens.
Anschließend würdigte der Papst die Religionsfreiheit als zentrales Gut der amerikanischen Verfassung. Sie ermögliche es, „ohne Furcht oder Zwang den Geboten des Gewissens zu folgen“, und schütze sowohl den persönlichen Glauben als auch dessen öffentliche Ausübung. Diese Tradition fördere zudem den interreligiösen Dialog und trage dazu bei, das Gemeinwohl zu stärken, so Leo XIV., indem sie die Auseinandersetzung mit grundlegenden moralischen und ethischen Fragen der Gesellschaft bereichere.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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