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Papst Leo XIV. erinnert Europa an seine christlichen Wurzeln

Welche Rolle spielt das Christentum für die Identität Europas? Bei einem Kulturtreffen in Madrid erinnerte Papst Leo XIV. an die historischen Wurzeln des Kontinents im Glauben. Zugleich warb er für mehr Aufmerksamkeit gegenüber Armen und Ausgegrenzten sowie für einen gesellschaftlichen Dialog über die Zukunft Europas.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. erinnert Europa an seine christlichen Wurzeln
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Bei einem Treffen mit Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport hat Papst Leo XIV. Europa an die prägende Rolle des Christentums in seiner Geschichte erinnert. Vor Tausenden Menschen in der Madrider Movistar Arena warf das Kirchenoberhaupt die Frage auf, ob Europa ohne den Einfluss des Glaubens dieselbe Identität entwickelt hätte. Zugleich rief er dazu auf, die soziale Verantwortung gegenüber Armen und Ausgegrenzten nicht aus dem Blick zu verlieren und den Dialog über die Zukunft der Gesellschaft zu stärken.

Christliche Prägung Europas

Papst Leo XIV. hat Europa bei seinem Besuch in Madrid an seine christlichen Wurzeln erinnert. Bei einer Begegnung mit Vertretern aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Sport in der Movistar Arena stellte er die Frage, ob Europa ohne den Einfluss des Glaubens dieselbe Identität entwickelt hätte. „Kann man wirklich glauben, dass das Europa, das wir so sehr lieben, ohne die Spuren des Glaubens dasselbe wäre?“, sagte der Papst vor rund 15.000 Teilnehmern.

Ein „objektiver Blick“ auf die Geschichte zeige, dass vom Glauben geprägte Menschen Krankenhäuser und Schulen gegründet sowie zahlreiche solidarische Initiativen ins Leben gerufen hätten. Europa verdanke dem Christentum wesentliche Impulse für sein Verständnis von Menschenwürde und Gemeinwohl, so Leo XIV.

Seine Überlegungen seien „keine Provokation, sondern eine Einladung“, betonte der Papst. Es gehe darum, neu darüber nachzudenken, welche Rolle der Glaube in der heutigen Gesellschaft spielen könne. Mit Blick auf die christliche Botschaft fragte er, warum man sich davor fürchten sollte, „dass die Ewigkeit den Alltag durchdringt“.

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Weiter griff Leo XIV. Worte seiner Vorgänger auf und rief dazu auf, Christus die Türen zu öffnen: „Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Christus nimmt nichts und gibt alles“, betonte er mit einem Zitat aus der Predigt von Papst Johannes Paul II. bei dessen Amtseinführung.

Blick auf die soziale Frage

Neben seinen Überlegungen zu Europas christlichen Wurzeln richtete Papst Leo XIV. den Blick auch auf soziale Herausforderungen. Er fragte, wer trotz vorhandener Talente und Fähigkeiten von der Gesellschaft ausgeschlossen werde, und mahnte, die Not der Armen nicht zu übersehen. Deren Lage sei ein „Schrei“, der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche gleichermaßen herausfordere.

Mit Blick auf Spanien würdigte der Papst die kulturelle Kreativität des Landes, die dessen Geschichte und Identität geprägt habe. Zugleich stellte er die Frage, welches Erbe die heutige Generation künftigen Generationen hinterlasse und welche Form von Gemeinschaft daraus entstehe.

Die Kirche sei sich „sowohl ihrer Erfolge als auch ihrer Fehler im Laufe der Geschichte bewusst“, betonte Leo XIV. Dennoch wolle sie den Dialog mit der modernen Welt fortsetzen. Im Mittelpunkt stünden dabei grundlegende Fragen nach dem Menschsein, den Werten einer Gesellschaft und ihrer Zukunft. Um Antworten darauf zu finden, brauche es einen breiten gesellschaftlichen Dialog, der von Begegnung, Zuhören und gegenseitigem Respekt geprägt sei. Die Kirche verstehe sich dabei als „Expertin in Menschlichkeit“ und wolle ihren Beitrag zu diesem Austausch leisten.


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