Vatikan

Papst Leo XIV.: „Erkennen, was wirklich zählt“ – Gebet für Opfer der Waldbrände in Frankreich und Spanien

Was gibt dem Leben wirklich Orientierung? Papst Leo XIV. übt deutliche Kritik an der Konsumgesellschaft und ruft dazu auf, den Glauben als größten Schatz zu entdecken. Zugleich zeigt er sich angesichts der verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien solidarisch mit den Betroffenen und bittet um Gebet für die Opfer und die Einsatzkräfte.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: „Erkennen, was wirklich zählt“ – Gebet für Opfer der Waldbrände in Frankreich und Spanien
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Papst Leo XIV. hat die Gläubigen dazu aufgerufen, ihre Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen und sich nicht von ständig neuen Konsumbedürfnissen leiten zu lassen. Beim Angelusgebet in Castel Gandolfo erklärte er, die Begegnung mit Gottes Reich eröffne wahre Freude und stärke das Miteinander. Außerdem richtete der Papst den Blick auf die verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien, bekundete seine Solidarität mit den Betroffenen und bat um Gebete für die Opfer sowie die Einsatzkräfte.

Beziehung zu Gott als größter Schatz

„Während die Konsumindustrie unseren Geschmack verändert, indem sie stets neue Bedürfnisse weckt, um uns dann etwas zu verkaufen, das nicht sättigt und manchmal das Herz vergiftet, müssen wir lernen, das zu erkennen, was wirklich zählt“, sagte der Papst. Der wahre Schatz sei „die Beziehung zu Gott“, die Freude schenke und das menschliche Miteinander stärke.

Ausgangspunkt seiner Ansprache war das Sonntagsevangelium mit den Gleichnissen vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. Beide Bilder machten deutlich, dass die Begegnung mit Gottes Reich kein Verlust, sondern ein Gewinn sei. Sie bedeute eine Wende, „die das Leben nicht einschränkt, sondern weitet“, betonte Leo XIV.

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Der Papst erinnerte zudem an weitere Gleichnisse Jesu – von Fischern, einem Hausherrn, Sauerteig, Hirten oder Bauern –, die das Himmelreich aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben. „Das Reich Gottes offenbart seine unschätzbare Schönheit auf unterschiedlichen Wegen“, erklärte er. Zugleich richte sich die Botschaft an alle Menschen und rufe sie „zu einer tiefgreifenden Erneuerung“ auf. Mit Blick auf die Kirche hob Leo XIV. ihre Vielfalt hervor. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Begabung seien dazu berufen, in Jesus Christus „eins“ zu sein und ihre jeweiligen Aufgaben gemeinsam zu erfüllen.

Solidarität mit den Betroffenen der Waldbrände

Im Anschluss an seine Betrachtung weitete der Papst den Blick auf die aktuelle Lage in Europa. Beim Angelus gedachte er der Menschen, die unter den schweren Waldbränden in Frankreich und Spanien leiden. Leo XIV. bekundete seine Solidarität mit den Betroffenen und rief die Gläubigen dazu auf, für die Opfer und die Einsatzkräfte zu beten.

In Spanien kämpfen Feuerwehr und Rettungsdienste seit Tagen gegen großflächige Brände. Besonders die Lage rund um Madrid bleibt angespannt. Rund 60.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch im Südwesten Frankreichs hält die Bedrohung an: Im Département Gironde wurden inzwischen mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Brand hat bereits rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört und breitet sich weiter in Richtung Bordeaux aus. Zeitweise bildete sich über dem Feuer ein sogenannter Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die eigene Winde erzeugt und die Brandausbreitung zusätzlich beschleunigen kann. Rund 140 Wohnhäuser wurden bereits zerstört.


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