Papst Leo XIV. fordert stärkere liturgische Bildung für alle Gläubigen
Wie wird aus der sonntäglichen Messe eine Feier, die Gläubige wirklich mitträgt? Papst Leo XIV. setzt auf eine Liturgie, die nicht nur korrekt vollzogen, sondern von Klerus und Gemeinde gemeinsam verstanden und gelebt wird. Bei einem internationalen Treffen in den USA stehen deshalb Bildung, Praxis und die Treue zu den kirchlichen Vorgaben im Mittelpunkt.

Papst Leo XIV. hat eine umfassende liturgische Bildung von Klerikern und Laien angemahnt. In einem Schreiben an den Präfekten des vatikanischen Gottesdienst-Dikasteriums betont er die Bedeutung einer dauerhaften Auseinandersetzung mit der Liturgie und ihrer angemessenen Feier. Anlass ist eine internationale Tagung, die derzeit in der Benediktinerabtei Mount Angel im US-Bundesstaat Oregon stattfindet.
Im Mittelpunkt des Treffens steht die Frage, wie das Verständnis und die Praxis der Liturgie auf allen Ebenen der kirchlichen Gemeinschaft vertieft werden können. Dabei geht es dem Papst zufolge nicht um eine Ausbildung für wenige Spezialisten, sondern um eine Haltung, die das gesamte Gottesvolk prägen soll.
Beratung über liturgische Bildung
An diese grundsätzlichen Überlegungen knüpft auch das internationale Treffen des vatikanischen Gottesdienst-Dikasteriums an, bei dem es um konkrete Wege zu einer vertieften liturgischen Bildung geht. Vom 14. bis 19. August 2026 kommen dazu Kardinäle, Bischöfe und Laien unterschiedlicher Herkunft in der Benediktinerabtei Mount Angel im US-Bundesstaat Oregon zusammen. Nach Angaben des Dikasteriums sollen dabei gemeinsame und praxisnahe Vorschläge für die liturgische Schulung entwickelt werden. Der bewusst gewählte Ort soll einen geistlichen Rahmen für die Beratungen im Sinne der Konzilskonstitution „Sacrosanctum concilium“ bieten.
Bildung des ganzen Gottesvolkes
In seinem Schreiben an das Treffen verweist Papst Leo XIV. auf das Apostolische Schreiben „Desiderio desideravi“ von Papst Franziskus und unterstreicht die Bedeutung einer dauerhaften liturgischen Bildung von Klerikern und Laien. Diese dürfe sich nicht auf wenige Fachleute beschränken, sondern müsse zu einer „inneren Haltung des gesamten Gottesvolkes“ werden. Zugleich misst Leo der Ausbildung der geweihten Amtsträger besondere Bedeutung bei, da sie die Gläubigen bei der Einführung in die Liturgie begleiten.
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Eine erste Möglichkeit der praktischen Bildung sei die Feier der Sonntagsmesse im Rhythmus des Kirchenjahres. Dabei gehe es darum, das Verständnis für die „ars celebrandi“, die Kunst des Feierns, zu vertiefen. Diese werde nicht allein vom Zelebranten geprägt, sondern von der gesamten versammelten Gemeinde getragen. Ziel sei eine Liturgie, durch die die Gläubigen „sowohl zur Liturgie hin als auch von der Liturgie her gebildet“ werden.
Wahrung der liturgischen Ordnung
Leo XIV. betont zugleich die Bedeutung einer sorgfältigen und verbindlichen Gestaltung der Gottesdienste. Die Verantwortlichen bei der Vorbereitung liturgischer Feiern müssten die genehmigten Texte und Vorgaben beachten. Dabei verweist der Papst auf die Konzilskonstitution „Sacrosanctum concilium“ und fordert ausdrücklich Respekt vor den Riten, die unter den Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. approbiert wurden.
Diese Treue zu den liturgischen Ordnungen versteht Leo jedoch nicht als bloße formale Regelbefolgung. Die notwendige Achtung müsse vielmehr „aus einer inneren Haltung der Offenheit und des Vertrauens in Gott erwachsen“ und zugleich „Demut vor seiner Größe sowie aufrichtige Treue zur kirchlichen Gemeinschaft“ zum Ausdruck bringen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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