Vatikan

Papst Leo XIV.: Frieden beginnt im Alltag – Aufruf zum weltweiten Gebet für Kriegsopfer

Papst Leo XIV. hat in den Vatikanischen Gärten ein internationales Rosenkranzgebet für den Frieden geleitet und dabei zu mehr Menschlichkeit im Alltag aufgerufen.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: Frieden beginnt im Alltag – Aufruf zum weltweiten Gebet für Kriegsopfer
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Mit einem mahnenden Appell für Frieden und Menschlichkeit hat Papst Leo XIV. am Samstagabend in den Vatikanischen Gärten ein internationales Rosenkranzgebet geleitet. Vor rund 2000 Gläubigen erklärte das Kirchenoberhaupt, Gott suche „Friedensstifter“, und erinnerte an das Leid von Kindern, Eltern, Gefangenen und Flüchtlingen in den Kriegsgebieten der Welt. Die Gebetsinitiative verband zahlreiche Wallfahrtsorte auf mehreren Kontinenten in einem synchronen Friedensgebet.

Weltweites Rosenkranzgebet für den Frieden

Mit dem Rosenkranzgebet in den Vatikanischen Gärten setzte Papst Leo XIV. seine Friedensinitiative fort und schloss zugleich den Marienmonat Mai ab. Die Andacht fand vor der Nachbildung der Lourdesgrotte statt und wurde von rund 2000 Gläubigen vor Ort mitgefeiert. Weitere Teilnehmer verfolgten das Gebet über Großbildschirme auf dem Petersplatz, auf denen auch Bilder und Gebetsmomente aus anderen Wallfahrtsorten weltweit übertragen wurden.

Der Rosenkranz war als „Geste der Verbundenheit“ mit den Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt konzipiert. Auf Einladung der vatikanischen Evangelisierungsbehörde schlossen sich zahlreiche Heiligtümer und Marienwallfahrtsorte dem Gebet zeitgleich an. So entstand ein weltumspannendes Netzwerk des Gebets für den Frieden.

Zu den beteiligten Orten gehörten unter anderem Altötting, Lourdes, Fatima, Loreto, Medjugorje und Tschenstochau sowie die Marienheiligtümer von Guadalupe in Mexiko und Aparecida in Brasilien. Besonders symbolträchtig war die Teilnahme von Wallfahrtsorten aus Regionen, die selbst von Konflikten betroffen sind. Dazu zählten Zarvanytsya in der Ukraine, die Kathedrale Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Bagdad im Irak sowie der Wallfahrtsort des heiligen Charbel in Byblos im Libanon.

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Durch die zeitgleiche Feier an so vielen Orten sollte das Gebet ein sichtbares Zeichen der geistlichen Nähe und Solidarität mit allen Menschen werden, die unter Krieg, Gewalt und Vertreibung leiden.

Frieden beginnt im Alltag

Zum Abschluss des Rosenkranzgebets richtete Papst Leo XIV. einen eindringlichen Appell an die Gläubigen, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. „Gott sucht Friedensstifter!“, betonte er und erinnerte daran, dass Frieden keine abstrakte Idee sei, sondern im konkreten Handeln jedes Einzelnen Gestalt annehmen müsse.

Frieden dürfe weder als bloße Theorie verstanden noch „interessengeleitet gehandhabt“ werden, sagte der Papst. Vielmehr sei er eine tägliche Aufgabe, zu der jeder Mensch berufen sei. „Jeder kann und muss seinen Teil dazu beitragen“, unterstrich Leo XIV. Der Weg zum Frieden beginne oft im Kleinen – etwa durch den Verzicht auf sprachliche oder körperliche Gewalt. Dies gelte nicht nur im persönlichen Umfeld, sondern ausdrücklich auch „im Alltag und in den sozialen Medien“.

Zugleich verwies der Papst auf die geistliche Dimension des Friedens. Eine echte Kultur des Friedens setze die Offenheit für Gott voraus. Wenn Christen als „wahre Jünger seiner Liebe“ lebten, könne der Heilige Geist selbst das bewirken, „was menschlich gesehen unmöglich erscheint“. Wer sich dagegen von Gott entferne, laufe Gefahr, gegenüber dem Leid und den Nöten anderer Menschen gleichgültig zu werden.


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