Vatikan

Papst Leo XIV.: Gottes Gnade kennt keine Grenzen

Eine Begegnung, die Grenzen sprengt: Papst Leo XIV. stellt die kanaanäische Frau als Beispiel für einen Glauben vor, der sich nicht entmutigen lässt. Zugleich wendet er sich gegen Ausgrenzung und fordert Frieden für das Westjordanland.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: Gottes Gnade kennt keine Grenzen
(c) Wikimedia Commons - Phidev74 - CC BY-SA 4.0

Beim Angelus in Castel Gandolfo hat Papst Leo XIV. zu einem offenen Blick auf Gottes Wirken und zu einer Kirche ohne Ausgrenzung aufgerufen. Am Beispiel der kanaanäischen Frau erinnerte er daran, dass Glaube, Demut und Beharrlichkeit Grenzen überwinden können. Ungleichheit, Diskriminierung und Barrieren widersprächen der Würde jedes Menschen, betonte das Kirchenoberhaupt.

Glaube überwindet Grenzen

Beim Angelus in Castel Gandolfo hat Papst Leo XIV. die kanaanäische Frau als Beispiel für einen beharrlichen und Grenzen überwindenden Glauben vorgestellt. Obwohl sie nicht zum Volk Jesu gehörte, habe sie unbeirrt seine Nähe gesucht und auf seine Hilfe vertraut. Die Frau sei auf ihrem Glaubensweg mit mehreren Hindernissen konfrontiert gewesen. Die Jünger hätten sie als „lästige Person“ betrachtet, während Jesus zunächst nicht auf ihre Bitte einging. Dennoch habe sie in ihm den Messias erkannt und darauf vertraut, dass er ihrer leidenden Tochter helfen könne.

Für Leo liegt gerade darin eine wichtige Botschaft für die Kirche. Die Begegnung mit der kanaanäischen Frau zeige, dass auch die Kirche bereit sein müsse, sich vom Wirken Gottes überraschen zu lassen. Sie solle den „Frieden Christi über die bereits gezogenen Grenzen hinaus“ weitergeben. Dabei gehe es um eine Haltung der Offenheit und Aufmerksamkeit. Bei Begegnungen, die eigene Vorstellungen infrage stellten oder Pläne durcheinanderbrächten, müsse man „die Ohren spitzen, die Augen öffnen und das Herz“ für das öffnen, was Gott sagen wolle.

Gottes Tisch ist für alle gedeckt

Aus der Geschichte der kanaanäischen Frau lasse sich dabei vor allem „Demut und Entschlossenheit“ lernen, betonte Leo. Ihr Glaube mache deutlich: „Gottes Tisch ist für alle gedeckt“ und niemand müsse sich mit den Krümeln zufriedengeben. Jeder Mensch habe „beim Vater einen eigenen Platz“.

Vor diesem Hintergrund wandte sich der Papst gegen gesellschaftliche Ausgrenzung. Ungleichheiten, Diskriminierungen und Barrieren seien „unerträglich“, weil sie die Würde vieler Menschen verletzten. Angesichts einer „von Unfrieden geprägten Welt“ rief Leo XIV. die Kirche abschließend dazu auf, die Wirklichkeit mit den Augen Gottes zu betrachten. Wer diesen Blick einnehme, könne die Hoffnung bewahren und zugleich fähig werden, „mit Liebe zu handeln“.

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Papst fordert Schutz für Palästinenser

Zum Abschluss seines Angelus-Gebets in Castel Gandolfo hat Papst Leo XIV. auch die internationale Gemeinschaft angesichts der Gewalt im Westjordanland in die Pflicht genommen. Er erneuerte seinen Appell zum Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung und forderte konkrete Schritte für einen politischen Ausweg.

„Ich erneuere meinen Appell, die wiederholten Gewalttaten gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Westjordanland zu beenden“, sagte der Papst. Zugleich drängte er die internationale Gemeinschaft, die Zwei-Staaten-Lösung voranzubringen, um einen „gerechten und dauerhaften Frieden“ zu erreichen.

Seine Worte fallen in eine angespannte Lage im Westjordanland. In der Ortschaft Qusra südlich von Nablus belagern seit rund einer Woche radikale israelische Siedler die Häuser palästinensischer Familien. Zahlreichen Berichten zufolge wurden Zufahrtswege blockiert, Zelte aufgestellt und medizinische Teams daran gehindert, die eingeschlossenen Bewohner zu erreichen.


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