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Papst Leo XIV. in Monaco: „Innere Leere nicht mit Likes und Konsum füllen“

Bei seiner ersten Auslandsreise im Jahr 2026 rief Papst Leo XIV. junge Menschen in Monaco eindringlich dazu auf, Sinnsuche nicht durch materielle Dinge oder virtuelle Anerkennung zu ersetzen. Vor tausenden Zuhörern in Monte Carlo betonte er die Bedeutung von Liebe, Stille und Glauben als Weg zu innerem Frieden. Dabei stellte er sich zugleich den existenziellen Fragen einer Generation zwischen Ablenkung, Leid und Hoffnungssuche.

Papst Leo XIV. stellt sich in Monaco existenziellen Fragen

Papst Leo XIV. hat junge Menschen in Monaco dazu aufgerufen, innere Leere nicht mit Konsum oder virtueller Anerkennung zu füllen. Bei einer Begegnung mit Jugendlichen im Fürstentum betonte er, dass vergängliche Dinge nicht dauerhaft erfüllen könnten. Stattdessen müsse Raum geschaffen werden für das Wesentliche – damit, so der Papst, die „Luft der Gnade“ das Leben neu beleben könne. Tausende Jugendliche und junge Erwachsene waren bei sonnigem Wetter vor der Kirche Sainte-Dévote zusammengekommen, um den Pontifex zu sehen. Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Katechumenen, die in der kommenden Woche getauft werden sollen. Wie auch im benachbarten Frankreich ist die Zahl der Erwachsenentaufen zuletzt gestiegen.

Einige der jungen Teilnehmer konnten sich mit ihren Fragen und Sorgen an den Papst wenden. Die Taufbewerberin Sophie, eine 35-jährige Ärztin, schilderte, dass ihr Wunsch, zur Kirche zu gehören, während des Medizinstudiums gewachsen sei. Zugleich sprach sie eine Herausforderung aus ihrem Berufsalltag an: Es falle ihr schwer, tröstende Worte zu finden, wenn schwerkranke, gläubige Patienten sich von Gott verlassen fühlten. Angesichts von Leid, das viele als ungerecht empfinden, stelle sich für sie die Frage, was medizinisches Personal und Gläubige konkret tun könnten.

Auch andere junge Teilnehmende richteten ihre Fragen an Papst Leo XIV. Eine 24-jährige Portugiesin thematisierte das Gefühl innerer Leere, während ein 22-jähriger Monegasse namens Benjamin wissen wollte, wie man angesichts von Armut, Leid und Kriegen weltweit die Hoffnung bewahren könne. Zudem kritisierte er die ständige Ablenkung im Alltag, die zu Entfremdung von Mitmenschen und von Gott führe. Der Papst griff diese Punkte in seiner Antwort auf und bezeichnete sie als zentrale Fragen der Gegenwart.

Liebe als Antwort auf innere Leere und Unruhe

Auf die zuvor geäußerten Sorgen und Fragen der jungen Menschen ging Papst Leo XIV. direkt ein. Er griff insbesondere den Beitrag des Monegassen Benjamin auf und beschrieb eine Gesellschaft, die von Rastlosigkeit und einem ständigen Streben nach Neuem geprägt sei, deren Fragen bis hinein in Beziehungen und Identität reichen. „Wir leben in einer Welt, die immer in Eile zu sein scheint“, sagte der Papst und sprach von einem „fast zwanghaften Bedürfnis nach ständiger Veränderung“. Dem stellte er eine klare Antwort entgegen: „Was dem Leben jedoch Stabilität verleiht, ist die Liebe.“ Gemeint sei zunächst die Erfahrung der Liebe Gottes und daraus folgend die zwischenmenschliche Liebe. Diese verlange jedoch Einsatz und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, ebenso wie Treue, Beständigkeit und Opfer im Alltag.

Nur so könne, so Leo XIV., die innere Unruhe zur Ruhe finden und die empfundene Leere überwunden werden. Zugleich rief er dazu auf, bewusst Gegenräume zur Hektik des Alltags zu schaffen: „All dies erfordert Gebet, Räume der Stille und des Hörens“, sagte er mit Blick auf eine Welt voller „Nachrichten, reels und chats“. In diesem Zusammenhang erinnerte er an Carlo Acutis, der die Eucharistie als „Autobahn zum Himmel“ beschrieben habe.

Zum Abschluss seiner Ansprache rief Papst Leo XIV. die Zuhörenden dazu auf, die bevorstehenden Kar- und Ostertage bewusst zu begehen und als Zeit der persönlichen Reflexion zu nutzen. Für das geistliche Leben verwies er auf einen zentralen Gedanken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo: den „wunderschönen, aber manchmal missverstandenen Satz“ „Liebe und tu, was du willst“.

Monaco: Staatsreligion Katholizismus

Was damit gemeint sei, führte der Papst näher aus: „Liebe, das heißt: Sei ein selbstloses Geschenk für Gott und für die anderen; sei nah, geh nicht weg, auch wenn du nicht alle Probleme lösen kannst.“ Entscheidend sei die Bereitschaft, im Glauben standhaft zu bleiben und anderen beizustehen. Mit Blick auf das Gastgeberland betonte er zudem, dass äußere Schönheit allein nicht entscheidend sei. „Monaco ist ein wunderschönes Land, aber die wahre Schönheit trägst du selbst bei“, sagte Leo XIV. – nämlich dann, „wenn du denen in die Augen schauen kannst, die leiden oder sich inmitten der Lichter der Stadt unsichtbar vorkommen.“

Papst Leo XIV. ging in seiner Ansprache auch auf die besondere Stellung des Katholizismus in Monaco ein. „Der katholische Glaube, den Sie als eines der wenigen Länder der Welt als Staatsreligion haben, stellt uns vor die Hoheit Jesu“, sagte er. Christen seien demnach dazu berufen, in der Welt ein „Reich von Brüdern und Schwestern“ zu gestalten – nicht zu unterdrücken, sondern aufzurichten, nicht zu trennen, sondern zu verbinden.

Dabei gelte es, „alles menschliche Leben liebevoll zu schützen, zu jeder Zeit und unter allen Umständen, damit niemand jemals vom Tisch der Geschwisterlichkeit ausgeschlossen wird“. Der Papst verband dies mit einem weiteren Anliegen, das in Monaco großen Zuspruch finde: „Das ist die Perspektive der ganzheitlichen Ökologie, die Ihnen, wie ich weiß, sehr am Herzen liegt.“

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