Papst Leo XIV.: Jesu barmherziger Blick kann die Welt verwandeln
Papst Leo XIV. hat beim Angelus auf dem Petersplatz den „Blick Jesu“ in den Mittelpunkt gestellt. Er rief dazu auf, Leid und Not der Welt nicht zu übersehen, sondern im Geist Christi zu handeln und Barmherzigkeit konkret werden zu lassen.

Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. die Gläubigen dazu aufgerufen, die Welt mit den Augen Jesu zu betrachten. Vor rund 20.000 Menschen erinnerte er daran, dass Christus nicht nur das Leid der Menschen sehe, sondern ihnen mit Liebe und Barmherzigkeit begegne. Wer diese Liebe erfahren habe, sei berufen, Trost, Hoffnung und Nächstenliebe weiterzugeben – denn dort, wo das Evangelium verkündet und gelebt werde, weiche die Dunkelheit dem Licht.
Mit den Augen Christi sehen
Ausgehend vom Sonntagsevangelium stellte Papst Leo XIV. die Frage nach dem Blick auf die Welt in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Jesus begegne den Menschen nicht mit Distanz oder Gleichgültigkeit, sondern mit tiefem Mitgefühl. Im Matthäusevangelium heißt es, er habe die Menschenmenge gesehen und Mitleid mit ihr gehabt, weil sie „müde und erschöpft“ gewesen sei.
Dieser Blick dringe nach den Worten des Papstes bis in die Tiefe menschlichen Leidens vor. Christus sehe die Folgen von Unterdrückung und Gewalt, die Wunden von Kriegen sowie Familien, die am Bösen zerbrechen. Auch junge Menschen, die von falschen Versprechungen und Idealen in die Irre geführt würden, entgingen seinem Blick nicht. „Jesus sieht und liebt. Er liebt und leidet für uns, mit uns“, betonte Leo XIV.
Gleichzeitig erschöpfe sich Jesu Blick nicht im bloßen Wahrnehmen. Er sei Ausdruck einer Liebe, die handeln und retten wolle. Als guter Hirte sorge sich Christus um jeden Einzelnen und sende seine Jünger als „Arbeiter auf das Feld der Welt“. Ihre Aufgabe bestehe darin, Gottes Nähe konkret erfahrbar zu machen: durch Trost für die Leidenden, Hoffnung in Bedrängnis und Nächstenliebe dort, wo Menschen Not und Elend erfahren.
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Mit Blick auf die Berufung der zwölf Apostel hob Papst Leo XIV. hervor, dass Gottes Ruf allen Menschen gelte – ungeachtet ihrer Stärken und Schwächen. Die im Evangelium namentlich genannten Jünger, von Petrus bis Judas Iskariot, seien ein Zeichen dafür, dass Gott mit unvollkommenen Menschen Geschichte schreibe. Selbst der Verrat des Judas habe die Ausbreitung der Frohen Botschaft nicht aufhalten können.
Die Kraft des Evangeliums bleibe bis heute wirksam, betonte der Papst. In Jesus Christus komme Gott „jedem Mann und jeder Frau, jedem Volk und jeder Nation nahe“. Wo die Botschaft Christi verkündet und gelebt werde, verliere das Böse seine Macht, „wie eine Krankheit, die zu Ende geht, wie eine Nacht, die der Morgendämmerung weicht“.
Ausgehend von Jesu Wort „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ erinnerte Leo XIV. daran, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit reine Geschenke seien. Sie könnten weder verdient noch erkauft werden. Wer diese Gnade erfahren habe, sei deshalb aufgerufen, sie mit anderen zu teilen.
Zum Abschluss seiner Ansprache verband der Papst die Evangelisierung mit dem konkreten Einsatz für die Mitmenschen. Die Sendung der Kirche erwachse aus der Gabe Gottes und führe zur „Vergebung für die Welt“, zum Dienst an den Armen und Schwachen sowie zum Einsatz für Gerechtigkeit. Zugleich rief er die Gläubigen dazu auf, die Fürsprache Mariens zu erbitten, um mit „Freude und Mut“ auf den Ruf Christi zu antworten.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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