Vatikan

Papst Leo XIV.: „Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich“

Wenn die Wellen höher schlagen und die eigenen Kräfte nicht mehr reichen, wird Vertrauen zum entscheidenden Halt. Beim Angelus zeigt Papst Leo XIV. am Beispiel des Seesturms, warum gerade Krisen zu einer tieferen Begegnung mit Jesus führen können.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: „Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich“
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Beim Angelus am Sonntag, 9. August, hat Papst Leo XIV. den Gläubigen Mut für die „Stürme des Lebens“ zugesprochen. Mit Blick auf das Evangelium vom Sturm auf dem See Gennesaret warnte er zugleich vor Überheblichkeit nach Erfolgen und Verzweiflung angesichts von Rückschlägen. Gerade in Momenten, in denen die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen, könne der Glaube an die Gegenwart Jesu Halt, Kraft und Frieden schenken.

Der Sturm nach dem Erfolg

Vom Gottvertrauen erzählt das Evangelium vom Sturm auf dem See Gennesaret (Mt 14,22–33). Jesus kommt seinen Jüngern entgegen – und zwar, „indem er auf dem Wasser wandelt“. Für die Jünger ist die Situation zunächst alles andere als beruhigend: Weit vom Ufer entfernt, sind sie dem Wind und den Wellen ausgeliefert.

Noch kurz zuvor hatten sie gemeinsam mit Jesus die wundersame Speisung der vielen Menschen erlebt. Sie hatten erfahren, was möglich ist, wenn die eigenen Mittel scheinbar nicht ausreichen. Nun geraten sie selbst an ihre Grenzen. Den Sturm können sie nicht aufhalten, und das rettende Ufer ist nicht einfach zu erreichen.

Papst Leo XIV. beschreibt den überraschenden Umschwung: „Nach einer Erfahrung des Erfolges, bei der sie Protagonisten eines wundersamen Zeichens gewesen waren“, finden sich die Jünger plötzlich „machtlos und verängstigt“ angesichts der Wellen und des Gegenwinds wieder.

Gerade darin sieht der Papst eine wichtige Botschaft: Erfolg schützt nicht vor Krisen. Wer eben noch über sich hinausgewachsen ist, kann im nächsten Moment mit einer Situation konfrontiert werden, die sich der eigenen Kontrolle entzieht. Der Sturm macht den Jüngern ihre Grenzen bewusst – und bereitet zugleich den Weg für eine neue Erfahrung des Vertrauens.

Jesus lässt niemanden allein

Inmitten der aufgepeitschten See sehen die Jünger plötzlich Jesus auf sich zukommen. Doch die erhoffte Erleichterung bleibt zunächst aus: Sie erschrecken und halten ihn für ein Gespenst. Erst seine Worte geben ihnen Sicherheit: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“

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Die Begegnung verändert die Situation grundlegend. Petrus wagt sich Jesus entgegen und geht einige Schritte über das Wasser. Doch als er den Sturm wahrnimmt, bekommt er Angst und beginnt zu sinken. Jesus greift ein und rettet ihn. „Die Gegenwart des Herrn verändert alles“, betonte Leo XIV.

Als Jesus schließlich ins Boot steigt, legt sich der Sturm. Für die Jünger wird die Erfahrung zum Wendepunkt: „Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du“, bekennen sie.

Nach den Worten des Papstes mussten die Jünger dafür zunächst ihre eigenen Grenzen erfahren. Es habe nicht genügt, ein Wunder erlebt oder Erfolg gehabt zu haben. „Sie mussten die Erfahrung ihrer eigenen Schwäche durchleben und darin die Gegenwart Gottes erkennen.“ Gerade diese Erfahrung habe ihnen geholfen, „mitten im Sturm wieder Frieden“ zu finden.

Vertrauen, wenn die Kräfte schwinden

Für Leo XIV. liegt darin eine Botschaft, die weit über die biblische Erzählung hinausweist. Erfolg dürfe nicht zu Selbstüberschätzung führen – ebenso wenig sollten Rückschläge in Verzweiflung münden. Gerade dann, wenn Menschen trotz aller Anstrengungen das Gefühl hätten, nicht voranzukommen, sei Vertrauen gefragt.

„Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich“, sagte der Papst. Wer ihn „demütig in das Boot unseres Lebens“ aufnehme – durch Gebet, Sakramente und das Hören auf sein Wort –, könne in ihm „Frieden“, aber auch „Licht und Kraft“ für den weiteren Weg finden.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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