Papst Leo XIV.: Keine verkürzte Ausbildung auf dem Weg zum Priestertum
Papst Leo XIV. warnt vor Abkürzungen auf dem Weg zum Priestertum. Bei einer Audienz in Rom betonte er die Bedeutung einer gründlichen Ausbildung – und erinnerte die Seminaristen daran, dass ihre Berufung immer in eine Sendung zu den Menschen führt.

Papst Leo XIV. hat sich für eine umfassende und unverkürzte Ausbildung katholischer Priester ausgesprochen. Bei einer Audienz für Seminaristen und Ausbilder aus Apulien betonte er im Vatikan, die Zeit im Priesterseminar sei „kein Luxus“, sondern ein wesentlicher Teil der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst. Zudem rief der Papst die angehenden Priester dazu auf, sich nicht als Einzelkämpfer zu verstehen: Ihre Berufung komme von Gott und ihre Sendung gelte allen Menschen.
Priesterausbildung braucht Zeit
Für Leo XIV. beginnt die Vorbereitung auf das Priestertum mit einem klaren Verständnis der Berufung. Sie sei keine Frage von Leistung oder persönlicher Auswahl. Bei der Berufung zum priesterlichen Dienst gebe es „weder einen Wettbewerb noch eine Rangliste“, sagte der Papst. Entscheidend sei allein Gott: „Er erwählte diejenigen, die er wollte.“ Damit stellte Leo die priesterliche Berufung bewusst dem heutigen starken Wunsch nach Selbstverwirklichung gegenüber. Niemand sei aufgrund eigener Verdienste berufen, sondern durch die „freie Wahl Gottes des Vaters“. Diese Berufung sei zugleich „ein Zeichen und Versprechen einer unverdienten Liebe“.
Aus diesem Verständnis leitete der Papst auch seine Forderung nach einer ausreichend langen Priesterausbildung ab. Seminar und Ausbildung dürften nicht verkürzt werden, nur weil schnelle Lösungen dem Zeitgeist eher entsprächen. „In einer Welt, die in Eile ist“, brauche es gerade einen Ort, an dem angehende Priester lernen könnten, „zu sein, zu unterscheiden und sich ohne Abkürzungen formen zu lassen“.
Berufung wird zur Sendung
Leo beschrieb diesen Weg mit dem Bild einer Bergtour. Der Aufstieg stehe für die oft mühsame Zeit der Ausbildung und geistlichen Formung. Zugleich machte er deutlich, dass der Priester diesen Weg nicht allein gehe. Jesus habe nicht nur einen Einzelnen berufen, sondern die zwölf Apostel mit ihren ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die Kirche werde deshalb gemeinsam gelebt: Sie sei „nicht das Eigentum eines Einzelnen“.
Doch auch die Ausbildung dürfe nicht zu einer abgeschotteten Welt werden. Auf den Aufstieg müsse der Abstieg folgen, betonte Leo: „Der Berg ist keine Schutzhütte.“ Die Erfahrung Gottes sei kein Selbstzweck. Jesus führe die Seinen hinauf, „damit sie, nachdem sie Gott erfahren haben, ausgesandt werden“, um diese Erfahrung in die Welt zu tragen.
Auf die Zeit der Ausbildung müsse schließlich die Sendung in die Welt folgen. Diese richte sich nach den Worten von Leo XIV. ausdrücklich an alle Menschen – besonders an jene, die mit schwierigen Lebenssituationen konfrontiert sind. Der Papst nannte dabei Familien, die ums Überleben kämpfen, junge Menschen, die ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit verlassen, sowie einsame ältere Menschen und Ausgegrenzte. Auch diejenigen, die den Sinn ihres Lebens verloren hätten, dürften nicht aus dem Blick geraten. Der Priester sei „zu allen gesandt“, um ihnen „die Schönheit des Glaubens an Jesus Christus“ und die frohe Botschaft der Erlösung zu verkünden.
Zum Abschluss der Audienz dankte Leo den Seminaristen im Namen der Kirche für ihr „Ja“ zur Berufung. Dieser Weg sei nicht immer einfach, räumte der Papst ein: „Die Kirche weiß das sehr wohl.“ Sein besonderer Dank galt auch den Familien der angehenden Priester, die deren Weg mittragen und begleiten.
Helfen Sie mit, jungen Männern den Weg zum Priestertum zu ermöglichen!
Die Kirche braucht Priester, die ihren Glauben mit Hingabe leben, die Menschen begleiten und die Botschaft Christi weitertragen. Am Anfang dieses Weges steht eine fundierte Ausbildung. Sie schafft die Grundlage dafür, dass aus einer Berufung ein gut vorbereiteter und verantwortungsvoller priesterlicher Dienst werden kann.
Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.
GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.
Doch für viele Seminaristen ist die Finanzierung ihrer Ausbildung eine große Herausforderung. Nicht überall stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, um die Kosten für Studium, Unterkunft und geistliche Ausbildung zu tragen. Und hier kommt die Priesterausbildungshilfe ins Spiel. Mit Ihrer Hilfe können diese jungen Männer ihre Berufung verwirklichen und Priester werden.
Mit Ihrer Unterstützung erhalten diese angehenden Priester die Möglichkeit, an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom zu studieren. Sie helfen ihnen, das nötige Wissen und die geistliche Tiefe zu erlangen, die sie für ihren Dienst an der Kirche brauchen. Ihre Spende gibt ihnen nicht nur Zugang zu einer soliden theologischen Ausbildung, sondern auch zu einem internationalen, geistlich bereichernden Umfeld.
So können Sie helfen
Online-Spende:
Besuchen Sie Priesterausbildungshilfe.org, um sicher und unkompliziert zu spenden.
Direkte Banküberweisung:
Kontoinhaber: Priesterausbildungshilfe e.V.
IBAN: DE20 3705 0198 1930 3223 65
BIC: COLSDE33XXX
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie mehr als nur die Finanzierung der Ausbildung.
Sie tragen aktiv dazu bei, die Kirche von morgen zu stärken und die christliche Botschaft lebendig zu halten. Ihr Beitrag ist eine Investition in die Zukunft des Glaubens und in die Priester, die diesen Glauben weitertragen werden.
Wir danken Ihnen von Herzen!
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.
Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.
Kommentare (0)
Kommentare werden geladen...