Papst Leo XIV. lädt Bedürftige zum gemeinsamen Mittagessen nach Castel Gandolfo ein
Begegnung statt Ausgrenzung: Papst Leo XIV. empfängt in Castel Gandolfo rund 200 Bedürftige zu einem gemeinsamen Mittagessen. Die Initiative soll jährlich Menschen in schwierigen Lebenslagen in den Mittelpunkt stellen.

Papst Leo XIV. setzt ein Zeichen der Nähe zu Menschen in schwierigen Lebenslagen: Am 11. Juli empfängt er in den Päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo rund 200 Bedürftige aus der Diözese Rom zu einem gemeinsamen Mittagessen im „Borgo Laudato si’“. Die Begegnung, die mit einer Messe für die Bewahrung der Schöpfung beginnt, soll künftig jährlich stattfinden und die Verbindung von sozialem Engagement, gelebter Nächstenliebe und Sorge um die Schöpfung sichtbar machen.
Jährliches Zeichen der Nähe
Aus einer einmaligen Begegnung wird eine feste Tradition. Die Initiative des gemeinsamen Mittagessens geht auf den 17. August 2025 zurück, als Papst Leo XIV. erstmals mit Menschen in Armut aus der Diözese Albano zu Mittag aß. Daraus entstand das jährlich stattfindende Treffen, das vom „Zentrum für höhere Bildung Laudato si’“ getragen wird. Künftig soll in jedem Jahr eine andere Diözese Menschen einladen, die in Armut leben, geflüchtet oder migriert sind oder sich in anderen schwierigen Lebenslagen befinden.
In diesem Jahr organisieren das Zentrum gemeinsam mit dem Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe und der Diözese Rom den Begegnungstag. Nach einer Messe „Für die Bewahrung der Schöpfung“ stehen ein Empfang, eine Führung durch das „Borgo Laudato si’“ und schließlich das gemeinsame Mittagessen mit dem Papst auf dem Programm.
Für Erzbischof Luis Marín de San Martín, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe, unterstreicht die Initiative den Kern kirchlichen Handelns. Die Entscheidung des Papstes zeige, „dass die Nächstenliebe in Nähe, Begegnung und Teilen besteht“. Indem die Kirche die verletzlichsten Menschen in den Mittelpunkt stelle, mache sie das Evangelium sichtbar und bezeuge, „dass niemand im Herzen Gottes am Rand steht“.
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Schöpfungsverantwortung und Nächstenliebe
Mit der Begegnung im „Borgo Laudato si’“ will Papst Leo XIV. nach Angaben der Organisatoren ein Zeichen für die untrennbare Verbindung von sozialem Engagement und Verantwortung für die Schöpfung setzen. Das Gelände sei geschaffen worden, „um zu zeigen, dass die Sorge um die Schöpfung und die Sorge um den Menschen eine einzige Mission sind“, erklärte Kardinal Fabio Baggio, Generaldirektor des Zentrums für höhere Bildung „Laudato si’“. Nach dem Besuch auf Lampedusa markiere das Treffen „eine neue Etappe auf dem Weg von Papst Leo XIV. zu den sozialen Peripherien unserer Zeit“. Dort begegne der Papst Menschen in schwierigen Lebenslagen und bekräftige den Auftrag der Kirche, „wo die menschliche Würde Gehör, Nähe und Hoffnung braucht“.
Im Mittelpunkt des Tages stünden die Menschen, die von den Pfarreien, der Caritas und weiteren kirchlichen Einrichtungen der Diözese Rom begleitet würden, betonte Kardinal Baldassare Reina, Generalvikar des Papstes für die Diözese Rom. Die Begegnung mit dem Papst gebe jenen eine zentrale Rolle zurück, „die allzu oft am Rand bleiben“, und erinnere die gesamte Kirche an ihre Verantwortung für Aufnahme und Solidarität.
Nach Angaben der Organisatoren soll das Mustergut „Borgo Laudato si’“ mit der Initiative zugleich zeigen, wie sich Bildung, integrale Ökologie und menschliche Förderung in konkreten Begegnungen, gelebter Teilhabe und gemeinsamem Glauben verbinden lassen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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