Papst Leo XIV.: Liturgie ist lebendige Begegnung mit Christus
Die Liturgie ist nach den Worten von Papst Leo XIV. weit mehr als ein festes Ritual: Bei der Generalaudienz zur neuen Katechesenreihe zur Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium bezeichnete er sie als lebendige Begegnung mit Christus, die Glauben, Gemeinschaft und konkretes Handeln im Alltag prägt.

Bei der Generalaudienz hat Papst Leo XIV. die Bedeutung der Liturgie als Herzstück kirchlichen Lebens hervorgehoben. In seiner neuen Katechesenreihe zur Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium betonte er, dass Liturgie weit mehr sei als eine Abfolge von Riten und Symbolen: Sie sei die konkrete Begegnung mit Christus, die Gemeinschaft stifte und Gläubige dazu befähige, ihren Glauben im Alltag zu leben.
Liturgie als Quelle kirchlichen Lebens
Seit Jahresbeginn lädt Papst Leo dazu ein, die Texte des Zweites Vatikanisches Konzil neu zu lesen. Nach den bisherigen Katechesen über Lumen Gentium widmete sich der Papst nun der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium, dem ersten verabschiedeten Dokument des Konzils von 1963. Dabei erinnerte er daran, dass die Konzilsväter nicht nur eine Reform der Riten anstoßen wollten. Ziel sei vielmehr gewesen, „jene lebendige Verbindung“ sichtbar zu machen, „die die Kirche ausmacht und vereint: das Geheimnis Christi“.
Die Liturgie sei jener Ort, an dem die Kirche „von Christus ihr eigenes Leben empfängt“, erklärte der Papst. In der Feier von Leiden, Tod und Auferstehung Christi werde die versammelte Gemeinde in das Ostergeheimnis hineingenommen und erfahre Gemeinschaft durch „Riten und Gebete“. Zugleich unterstrich der Papst die prägende Kraft der Liturgie für die Identität der Kirche. Mit dem bekannten Grundsatz „lex orandi, lex credendi“ – das Gesetz des Betens ist das Gesetz des Glaubens – zitierte er Johannes Paul II. und betonte, dass Wortverkündigung, Sakramente, Gesten und Stille die Kirche sichtbar machten und formten. Jede Feier werde so „zu einer wahren Offenbarung der betenden Kirche“.
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Glaube soll im Alltag sichtbar werden
Papst Leo betonte weiter, dass die Teilnahme an der Liturgie nicht nur äußerlich oder rein innerlich verstanden werden dürfe. Vielmehr gehe es darum, die Gegenwart Gottes in konkretes Handeln umzusetzen. Christliches Leben müsse zu einem „lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer“ werden, sagte der Papst. Zugleich erinnerte er daran, dass sich der Auftrag der Kirche nicht in der Feier der Liturgie erschöpfe, sondern ebenso die Verkündigung des Evangeliums, den Dienst an den Armen und die Begleitung der Menschen in ihren Lebenswirklichkeiten umfasse.
Die Liturgie forme nach den Worten des Papstes Tag für Tag die Glaubensgemeinschaft und mache die Kirche zu einem offenen und einladenden Ort für alle. Sie werde vom Heiligen Geist getragen, „führe uns in das Leben Christi ein“ und mache die Gläubigen zum Leib Christi. Damit werde die Kirche zu einem sichtbaren „Zeichen der Einheit der ganzen Menschheit in Christus“. Zum Abschluss seiner Katechese rief der Papst die Gläubigen dazu auf, sich „von den Riten, den Symbolen, den Gesten und vor allem von der lebendigen Gegenwart Christi in der Liturgie formen“ zu lassen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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