Vatikan

Papst Leo XIV.: Liturgie soll wieder Kraftquelle der Evangelisierung werden

Papst Leo XIV. hat die Liturgie als zentrale Kraft der Evangelisierung hervorgehoben und zu einer behutsamen Erneuerung im Geist der katholischen Tradition aufgerufen.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: Liturgie soll wieder Kraftquelle der Evangelisierung werden
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Papst Leo XIV. hat die katholische Kirche dazu aufgerufen, die Liturgie erneut als „Motor der Evangelisierung“ zu begreifen. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz betonte er vor rund 25.000 Gläubigen, liturgische Reformen müssten in Kontinuität zur „authentischen und lebendigen katholischen Tradition“ stehen. Zugleich warnte der Papst vor eigenmächtigen Änderungen an den Gottesdiensten und mahnte Priester zu Treue gegenüber den liturgischen Vorgaben der Kirche.

Tradition und Fortschritt

Papst Leo XIV. stellte seine Überlegungen zur Liturgie in den Zusammenhang der Konzilskonstitution „Sacrosanctum Concilium“. Ziel des Zweiten Vatikanischen Konzils sei es gewesen, den Gläubigen den Zugang zu den „Gnaden der heiligen Liturgie“ zu erleichtern, sagte der Papst bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz vor rund 25.000 Menschen. Dabei gehe es darum, „die gesunde Tradition glücklich zu bewahren und doch dem berechtigten Fortschritt den Weg zu öffnen“.

Zur Unterstützung seiner Argumentation griff Leo auf Worte von Papst Benedikt XVI. zurück, der das Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Erneuerung beschrieben hatte. „Nicht selten werden Tradition und Fortschritt auf ungeschickte Weise miteinander in Gegensatz gebracht“, zitierte Leo seinen Vorgänger. Tatsächlich ergänzten sich beide Begriffe, denn Tradition sei „eine lebendige Wirklichkeit“ und trage das Prinzip der Weiterentwicklung bereits in sich.

Zugleich erinnerte der Papst daran, dass die Liturgie sowohl unveränderliche als auch wandelbare Elemente kenne. Während bestimmte Teile „von göttlicher Einsetzung“ seien, habe es bei anderen im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Anpassungen gegeben. Diese Veränderungen hätten den Gläubigen geholfen, „durch die Riten fruchtbar am Paschamysterium Christi teilzunehmen“.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Die Liturgie habe sich stets auch in den kulturellen Formen ihrer jeweiligen Zeit ausgedrückt, erklärte Leo weiter. Dadurch habe sie Gesellschaften prägen und verwandeln können. Über Jahrhunderte hinweg sei sie ein „Motor der Evangelisierung“ gewesen. Diese Kraft müsse heute neu entdeckt werden – „in Kontinuität mit der authentischen und lebendigen katholischen Tradition“.

Liturgie nur behutsam reformieren

Papst Leo XIV. hat Reformen in der Liturgie an klare Bedingungen geknüpft. Bei der Generalaudienz erinnerte er daran, dass die Konzilsväter des Zweiten Vatikanischen Konzils Änderungen an den Riten nur dann befürworteten, wenn „ein echter und gewisser Nutzen der Kirche es erfordert“. Neue liturgische Formen müssten zudem „gewissermaßen organisch“ aus den bestehenden hervorgehen. Hier verwies der Pontifex auf die Vorgaben der Konstitution „Sacrosanctum Concilium“, wonach jeder Reform eine „sorgfältige theologische, historische und pastorale Untersuchung“ vorausgehen müsse. Ziel sei es, Verunsicherung unter den Gläubigen zu vermeiden und die Einheit der Kirche zu stärken.

Mit Nachdruck warnte Leo davor, eigenmächtig in die Liturgie einzugreifen. „Das konziliare Lehramt lädt dazu ein, eine Verunsicherung der Gläubigen zu vermeiden“, sagte er. Niemand solle „in der Liturgie eigenmächtig etwas hinzufügen, weglassen oder ändern“. Der vom Konzil angestrebte Fortschritt gefährde die kirchliche Gemeinschaft nicht, sondern solle sie „festigen und fördern“.

Abschließend richtete der Papst einen Appell an alle, die Gottesdienste vorbereiten – insbesondere an Priester. Sie müssten die liturgischen Texte und Ordnungen der Kirche achten. Dieser Respekt sei Ausdruck von „Offenheit und Vertrauen auf Gott“ sowie von „Demut vor seiner Größe und aufrichtiger Treue zur Gemeinschaft der Kirche“.


A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...